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Mannheim: Discos & Clubs öffnen wieder – Hier steigen die ersten Partys

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Von: Josefine Lenz

Die Clubszene gehört zu den Branchen, die am schlimmsten von der Corona-Krise betroffen ist. Nun ist die Öffnung der Discos wieder möglich – doch lohnt sich das überhaupt?

Schwitzende Menschen, die eng gepresst zum trommelnden Beat der Musik tanzen – was vor rund 18 Monaten noch ein ganz alltägliches Bild in den Clubs und Discos war, ist angesichts der Corona-Krise nur noch eine Wunschvorstellung gewesen. Doch nun gibt es nach Monaten des Wartens endlich ein erster Lichtblick für die stark betroffene Branche. Denn: In der neuen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ist die Öffnung von Clubs und Discos vorgesehen – allerdings unter strengen Auflagen.

Mannheim/Region: Clubs und Discos dürfen öffnen – unter diesen Auflagen

Am 28. Juni präsentiert das Land die neue Coronavirus-Verordnung. Diese gliedert sich in vier Stufen und zeigt die dementsprechenden Lockerungen und Verschärfungen. Die erste Stufe gilt für Städte und Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 10, die zweite betrifft alle Städte und Kreise, die einen Wert zwischen 10 und 35 haben. Die dritte Stufe umfasst die Inzidenz zwischen 35 und 50 und die vierte und letzte Öffnungsstufe gilt ab einem Wert von über 50.

Alle Club- und Discobetreiber wird nur die erste Stufe interessieren, denn nur hier sind überhaupt erst Öffnungen vorgesehen. Demnach dürfen die Lokale wieder aufmachen, allerdings gelten strenge Corona-Regeln. Diese sind:

Club-Öffnung bei Inzidenz unter 10 – „Hier haben die Aerosole leichtes Spiel“

In Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis liegt die Inzidenz unter 10. Am Mittwoch (30. Juni) beträgt der Wert in Mannheim 4,8, in Heidelberg 9,3 und im Landkreis 3,5 – somit würde den Cluberöffnungen eigentlich nichts im Wege stehen.

Allerdings gibt es mehrere Punkte, die wohl jeden Disco- und Clubbetreiber zögern lassen. Zum einen ist die vergebene „Platz pro Person“-Begrenzung nicht für jedes Lokal machbar. Viele Clubs haben nur kleine Räumlichkeiten, in denen die Gäste zusammengepfercht miteinander feiern müssen. Die Möglichkeit den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist dann schier unmöglich. Außerdem: Für Feiern in Innenräumen gilt weiterhin Maskenpflicht, was sicherlich die ein oder andere Partymeute zurückschrecken wird. Weniger Gäste bedeuten gleichzeitig weniger Umsatz, was auch ein Faktor ist, den Club weiterhin geschlossen zu halten. Auch fehlt es an Personal, da sich – ähnlich wie in der Gastronomie – die Arbeiter anderweitig umgesehen haben.

Ein weiteres Problem ist das Infektionsrisiko: „Innenräume, wenig Abstand, tanzendes Publikum, feucht-fröhliche Atmosphäre. Hier haben die Aerosole leichtes Spiel“, so ein Sprecher der Landesregierung gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Ein möglicher Corona-Ausbruch, weniger Gäste und das Maskenproblem können also so manchen Club-Besitzer zur verlängerten Schließung bewegen. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Derzeit wird in drei Modellprojekten getestet, ob feiern auch ohne Maske und Abstand möglich ist.

Clubs und Discos dürfen öffnen – Modellprojekt soll erste Erkenntnisse bringen

Drei Clubs in Baden-Württemberg sind dazu auserkoren ihre Türen wieder für die Party-People zu öffnen. Zu den Auserwählten zählen zwei Clubs aus Ravensburg und der Hafen49 in Mannheim. Am Sonntag (4. Juli) steigt in der Quadratestadt die erste Feier, die bereits restlos ausverkauft ist. Hier gilt: Keine Maske, kein Abstand, dafür aber ein Corona-Test vor und nach dem Event.

Aus den Modellversuchen erhofft sich das Land Erkenntnisse zur Übertragung des Coronavirus bei unterschiedlichen Veranstaltungen. Deshalb werden die Öffnungen in Ravensburg und Mannheim wissenschaftlich begleitet. Die Resultate könnten nach Angaben des Sozialministeriums Grundlage für weitere Erleichterungen in der Clubszene sein - „sofern die Ergebnisse vielversprechend und weitere Öffnungen verantwortbar sind“.

Mannheim: Vor Modellprojekt – Erster Club startet mit Open-Air-Konzert

Ob sich alle Clubs und Discos in Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis oder weiter außerhalb daran halten werden, wird sich zeigen. Bislang kündigt ein Club auf Anfrage der Redaktion schon mal an, endlich wieder zu öffnen. Der 7er Club in Mannheim lädt ab Freitag wieder zum gemeinsamen Feiern ein. Den Start macht „Fish & The Bongart“ auf der Sommerbühne. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Tickets auf 100 Personen begrenzt sind. Das Event findet bei jedem Wetter im bestuhlten Außenbereich statt. Es gelten die vorgegebenen Corona-Regeln.

Anders sieht es beim Tiffany in Mannheim aus. „Die jetzige Verordnung besagt, dass Diskotheken eröffnen dürfen unter der Prämisse 1 Person auf 10 qm, dies ist aber aufgrund unserer Größe leider nicht wirtschaftlich umsetzbar. Da jedoch Privatveranstaltungen mit 300 Personen stattfinden dürfen, werden wir diese nun in unserem Club anbieten. Inwiefern diese neue Verordnung Sinn macht, sei dahingestellt.“ (jol)

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