Jetzt wird´s richtig teuer!

Neuer Bußgeld-Katalog: Ab heute gelten neue Strafen – und die haben es in sich 

Ab dem 28. April tritt in ganz Deutschland die neue StVO-Novelle in Kraft. Damit wird auch der Bußgeldkatalog angepasst – wodurch Verkehrssünder tief in die Tasche greifen müssen!

  • Ab dem 28. April tritt neue StVO-Novelle in Deutschland in Kraft.
  • Der Bußgeldkatalog und die Strafen für Raser und Poser sind angepasst worden. 
  • Mit dem neuen Bußgeldkatalog ist der Führerschein nun früher weg.
  • So teuer wird es für Verkehrssünder und Falschparker ab Dienstag:

Ich freue mich, denn damit machen wir unsere Mobilität sicherer, klimafreundlicher und gerechter! Die neuen Regeln stärken insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Wir schaffen mehr Schutz für Radfahrende und Vorteile für das Carsharing sowie elektrisch betriebene Fahrzeuge. Und ab sofort wird jeder härter bestraft, der die Rettungsgasse blockiert“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Damit bezieht er sich auf die neue StVO-Novelle, die ab Dienstag (28. April) in Kraft tritt. Gleichzeitig wird auch der Bußgeldkatalog angepasst – weshalb so mancher Verkehrssünder in Zukunft noch tiefer in die Taschen greifen muss!

Bußgeldkatalog: StVO-Novelle soll Fahrräder und elektrische Fahrzeuge stärken

Bereits im Herbst 2019 hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vorgelegt. Mit den Änderungen soll unter anderem der Radverkehr gestärkt werden. So können Kommunen in Zukunft Fahrradzonen anordnen, in denen Tempo-30 herrscht. Auch Car-Sharing und elektrisch betrieben Fahrzeuge werden durch die Novelle gestärkt. Darunter fallen bessere Kennzeichnungen durch neue Schilder und Plaketten. Zudem ist nun ganz klar festgelegt, dass Blitzer-Apps auf dem Smartphone oder dem Navigationssystem während der Fahrt nicht benutzt werden dürfen! 

Bußgeldkatalog: Höhere Strafen für falsches Parken

Am interessantesten für die meisten Autofahrer ist aber die Anpassung des Bußgeldkatalogs, der ebenfalls ab dem 28. April in Kraft tritt. Denn auch hier gibt es wieder ein paar Änderungen. Wer mit seinem Fahrzeug auf dem Geh-oder Radweg, dem Schutzstreifen oder in zweiter Reihe parkt, muss nun 100 Euro blechen – zuvor waren es nur 15 Euro. Wenn durch das verbotene Parken auch noch jemand behindert oder gefährdet wird, kann es zudem noch einen Punkt im Fahreignungsregister geben! Das ist übrigens auch der Fall, wenn der Wagen länger als eine Stunde dort steht. 

Darüber hinaus müssen Fahrer auch eine höhere Strafe befürchten, wenn sie auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz stehen. Der Verstoß kostet nun sogar 55 statt 35 Euro. Ein neuer Tatbestand ist zudem das unrechtmäßige Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Auch hier gibt es ein Verwarngeld von 55 Euro. Allgemein werden alle Halt-und Parkverstöße nun mit 25 Euro geahndet – also zehn Euro mehr als bislang. 

Bußgeldkatalog: Härtere Strafen für Rettungsgassen-Sünder

Wer bisher keine Rettungsgasse auf der Autobahn gebildet hat, musste eine Strafe von 200 Euro zahlen. Falls dann noch Rettungskräften blockiert wurden, konnte auch ein Fahrverbot drohen. Mit der veränderten StVO-Novelle geht das nun schnell. Denn alleine das nicht bilden einer Rettungsgasse führt zu einem einmonatigen Fahrverbot und einer Geldstrafe. Wer allerdings noch so dreist ist die Gasse für sich selbst zu nutzen, muss sogar noch zwischen 240 und 320 Euro blechen! 

Manche Strafen sind vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sogar verdoppelt worden. So kostet es einen Verkehrsrowdy nun 140 Euro, wenn er beim abbiegen ein Autos oder einen Fußgänger ignoriert und damit sogar in Gefahr bringt. Bisher waren nur 70 Euro fällig. Dazu gibt es noch einen Monat Fahrverbot. 

Bußgeldkatalog: Früheres Fahrverbot für Raser

Natürlich ist der Bußgeldkatalog auch im Bereich der überhöhten Geschwindigkeit angepasst worden. So drohen Rasern höhere Strafen. Wer innerorts bis zu 10 Stundenkilometer zu schnell unterwegs ist, muss 30 anstatt 20 Euro zahlen. Zudem droht bereits ab 21 Stundenkilometern über der Regelgeschwindigkeit ein einmonatiges Fahrverbot. Wer innerhalb eines Ortes mit über 70 Sachen zu schnell ist, muss weiterhin 680 Euro blechen, verliert drei Monate lang seinen Lappen und erhält dazu noch zwei Punkte in Flensburg. 

Überschreitung in km/h

Innerorts

Außerorts

Euro

Fahrverbot

Punkte

Euro

Fahrverbot

Punkte

bis 10

30

20

11 bis 15

50

40

16 bis 20

70

60

21 bis 25

80

1 Monat

1

70

1

26 bis 30

100

1 Monat

1

80

1 Monat

1

31 bis 40

160

1 Monat

2

120

1 Monat

1

41 bis 50

200

1 Monat

2

160

1 Monat

2

51 bis 60

280

2 Monate

2

240

1 Monat

2

61 bis 70

480

3 Monate

2

440

2 Monate

2

über 70

680

3 Monate

2

600

3 Monate

2

Bußgeldkatalog: Kampf gegen die Poser-Szene

Mit dem neuen Bußgeldkatalog der StVO-Novelle sagt das Bundesministerium auch den Posern offen den Kampf an. Gerade in Mannheim zeigt sich dieses Problem, wenn junge Männer in ihren PS-starken Autos immer wieder den Motor aufheulen lassen – oder im schlimmsten Fall Gas geben und Menschenleben gefährden! Dafür ist in den letzten Jahren extra eine Abteilung im Polizeipräsidium Mannheim geschaffen worden. Die Poser können nun mit bis zu 80 Euro belangt werden, wenn sie unnötigen Lärm oder vermeidbare Abgasbelästigung verursachen. Durch „unnützes Hin- und Herfahren“ können dazu nochmal 100 Euro draufkommen. Bislang waren dafür nur bis zu 20 Euro fällig. Hoffentlich helfen die Maßnahmen gegen die Poser-Szene. In den letzten Jahren ist die Anzahl der Teilnehmer ja bereits etwas gesunken

pm/dh

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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