30.000 Euro ergaunert

Dreiste Handwerker bringen Senior (95) monatelang um Vermögen – doch damit haben sie nicht gerechnet

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Zwei Handwerker bringen einen Mann monatelang um sein Vermögen. (Symbolbild)

Bruchsal - Monatelang zocken zwei Männer einen 95-Jährigen dreist ab und ergaunern sich so 30.000 Euro. Doch dann fliegt ihre Masche auf. 

In Bruchsal nutzen zwei Männer die Hilflosigkeit eines 95-Jährigen gnadenlos aus! Mehrere Monate setzten sie den Rentner unter Druck, um an sein Geld zu kommen. Am Dienstag (7. Mai) klicken schließlich die Handschellen.

Zwei Jahre lang haben die Männer für den 95-Jährigen aus Bruchsal gearbeitet. Immer wieder helfen sie als Handwerker aus. Ende letzten Jahres fängt dann der Betrug an: Die Männer behaupten, dass sie von einer unbekannten Person wegen Schwarzarbeit angezeigt wurden.

Der Senior soll sich an der frei erfundenen Geldstrafe beteiligen. Wegen des Drucks, den die beiden Männer auf den Rentner ausüben, fließen schließlich tausende Euros in die Hände der Betrüger – wie auch in einem Fall in Ludwigshafen, bei dem ein demenzkranker Mann um 25.000 Euro gebracht wird.

Bruchsaler Rentner dreist abgezockt – dann der entscheidende Fehler

Fast ein halbes Jahr lang funktioniert die Masche der Betrüger. Knapp 30.000 Euro erhalten sie so. Am Dienstag fordern die Männer erneut Geld. Wieder wird der Rentner zur Kasse gebeten. Als dieser das Geld in seiner BB-Bank-Filiale in Bruchsal abheben will, wird ein Mitarbeiter stutzig. Kurzerhand informiert er die Polizei. Nach dem Hinweis des Bankmitarbeiters wird der 95-jährige von Beamten zu Hause aufgesucht. 

Noch während die Polizisten bei dem Rentner in seiner Wohnung in Bruchsal sind, klingelt einer der Betrüger an der Wohnungstür. Der 36-jährige Türke will das geforderte Geld abholen. Statt mehrere tausend Euro in den Händen zu halten, liegen diese nun in Handschellen. Der Betrüger trat schon vorher strafrechtlich in Erscheinung. Da eindeutige Haftgründe laut Polizei jedoch fehlen, ist der 36-Jährige inzwischen wieder auf freiem Fuß. 

Eine andere Art von Betrug, aber mindestens genauso dreist, erlebt eine 18-Jährige, als sie einen jungen Mann über eine Dating-App kennenlernt

Immer wieder werden Rentner zu Opfern von Abzockern

Weit verbreitet ist der Enkeltrick, bei dem sich am Telefon ein Betrüger als naher Verwandter ausgibt, der gerade in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wie in einem Fall in Mannheim, in dem die Polizei mit einem Phantombild nach dem Täter sucht.

Aber auch die sogenannten „falschen Polizisten“ sind weit verbreitet. Hier geben sich die Abzocker als Polizisten aus, die sich zur Sicherheit nach den Wertgegenständen im Haus erkundigen möchten. In Heilbronn wurden mehrere Betrüger, die einem ganzen Netzwerk angehören, verhaftet.

pol/kt/jab

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