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Nach Bombenentschärfung: Stadt Ludwigshafen will härter gegen „unsoziale“ Personen vorgehen

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Von: Daniel Hagen

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Ludwigshafen - Die Entschärfung einer Bombe dauert länger als erwartet, weil Personen die Wohnung nicht verlassen wollen. Gegen dieses Verhalten will die Stadt härter durchgreifen.

Fast 7.000 Menschen sind am Mittwochabend (17. August) in Ludwigshafen nicht in ihrer gewohnten Umgebung. Grund dafür ist die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die zwei Tage zuvor bei Bauarbeiten gefunden worden ist. Für die Unschädlichmachung sind alle Anwohner in einem Umkreis von 500 Metern evakuiert und teilweise in der Friedrich-Ebert-Halle untergebracht worden.

Bombenfund in Ludwigshafen: „Unsoziale“ Personen verzögern Entschärfung

Wäre alles wie geplant abgelaufen, hätte die Entschärfung der Bombe gegen 19:30 Uhr begonnen. Weil aber einige uneinsichtige Anwohner ihre Wohnungen und Häuser in Ludwigshafen nicht verlassen wollen, dauert der gesamte Einsatz bis kurz vor Mitternacht. Für die überwiegend freiwilligen Helfer der Rettungsorganisationen und die auf ihre Rückkehr wartenden Anwohner wird die Entschärfung daher zum Geduldsspiel.

Einen Tag später findet Sozialdezernentin und Beigeordnete Beate Steeg klare Worte: „Diese Menschen haben in der vergangenen Nacht unter dem unsozialen Verhalten einiger weniger Personen gelitten, die uneinsichtig waren. Das führte dazu, dass mehrere Tausend Menschen zusätzliche Stunden nicht in ihre vertraute Umgebung zurückkehren konnten und ausharren mussten.“ In der Friedrich-Ebert-Halle seien rund 230 Menschen untergebracht gewesen.

Nach Bombenentschärfung: Stadt Ludwigshafen will härter gegen „unsoziale“ Personen vorgehen

Doch nicht nur einzelne Anwohner verhalten sich „unsozial“. Auch ein dreister Autofahrer versucht, in die Absperrung zum Gefahrengebiet in Ludwigshafen zu gelangen, wobei ein Polizist verletzt wird. Wie Steeg betont, handele es sich um Einzelfälle, die teilweise auch aus Verunsicherung gehandelt hätten. „Was unsere Kräfte aber an Uneinsichtigkeit erleben mussten, hatte auch für uns eine neue Qualität“, heißt es in einem Schreiben der Stadt Ludwigshafen. Zudem hätten auch Gaffer den Einsatz erschwert.

Um solche unschönen Szenen beim nächsten Mal zu vermeiden – und bei der Menge an Bomben, die während des Zweiten Weltkriegs über Ludwigshafen abgeworfen wurden, wird es auf jeden Fall ein nächstes Mal geben – wird die Stadtverwaltung die gesamten Abläufe analysieren und prüfen, wie man ein „solches Fehlverhalten“ in Zukunft bestrafen kann! Steeg spricht dabei auch von finanzieller Haftung.

Einsatzkräfte klagen nach Bomben-Entschärfung in Ludwigshafen über „unsoziales Verhalten“

Doch nicht nur bei der Stadt Ludwigshafen ist man über das „unsoziale Verhalten“ verärgert. „Anwohner wollten Häuser nicht verlassen - wir haben kein Verständnis!“, heißt es auf der Facebook-Seite der Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar. Man sei „sprachlos“ über die Zwischenfälle in Ludwigshafen. Manche Anwohner hätten sich zum Teil „hartnäckig“ geweigert, ihre Wohnung zu verlassen. Immerhin musste laut der Stadt Ludwigshafen kein „unmittelbarer Zwang“ angewendet werden.

Was sowohl die Einsatzkräfte als auch Beate Steeg von der Stadt Ludwigshafen ganz klar ansprechen, ist, dass es sich bei den Helfern vor Ort meist um Freiwillige handelt, die ihre Freizeit für andere Menschen opfern. „So ist es umso trauriger, dass manche Mitmenschen hierfür offenbar keinerlei Verständnis entgegengebracht haben. Denn auch die Helfer wären sicherlich froh gewesen, wenn der Einsatz früher beendet werden konnte“, schreibt die Feuerwehr auf der Facebookseite. (pm/dh)

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