Tödlicher Badeunfall

Schreckliche Tragödie an Niederwiesenweiher: Drei junge Männer ertrunken!

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Blick auf einen Zugang zum Uferbereich des Niederwiesenweihers. 

Böhl-Iggelheim - Der Ausflug dreier Erntehelfer an den Niederwiesenweiher endet am Sonntagabend (17. Juni) in einer Tragödie – für sie kommt jede Hilfe zu spät.

+++UPDATE: Staatsanwaltschaft ermittelt: Warum sind die Erntehelfer im Niederwiesenweiher ertrunken? +++

Innerhalb von zwei Wochen kommt es am Silbersee in Bobenheim-Roxheim gleich zu zwei tödlichen Unfällen, bei denen ein 74-jähriger und ein 18-jähriger Mann ihr Leben verlieren.

Am Wochenende ereignet sich im nur wenige Kilometer entfernten Niederwiesenweiher die nächsten Tragödie – diesmal kommen drei junge Männer ums Leben!

Was ist passiert?

Wie die Polizei berichtet, gehen drei polnische Erntehelfer im Alter von 22, 27 und 34 Jahren in dem Badesee schwimmen, bekommen schon kurz darauf Probleme und gehen plötzlich unter. Zwei Freunde versuchen nach ihnen zu tauchen, schaffen es aber nicht. Daraufhin bitten sie zwei Passanten um Hilfe, die gegen 20:30 Uhr die Polizei anrufen.

Alle drei Männer hatten zuvor Alkohol getrunken. Ob das Schuld am Tod der Männer ist, soll bei einer Obduktion geklärt werden. Ein Ergebnis wird in den nächsten Tagen erwartet. Ein Fremdverschulden schließt der leitende Staatsanwalt Hubert Ströber aus.

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Einsatzkräfte des DLRG finden wenig später die bewusstlosen Opfer und führen Reanimationsmaßnahmen durch. Die Männer werden daraufhin mit einem Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Im Laufe der Nacht erliegen sie jedoch ihren schweren Verletzungen.

Warum ertrinken so viele Menschen? 

„Das war ein Einsatz unter erschwerten Bedingungen. Die Sicht unter Wasser war praktisch gleich Null“, sagte Tauch-Einsatzführer Frank Markgraf. Insgesamt waren etwa 80 Einsatzkräfte am Ort. „Dieses Jahr ist es schlimm. Wir kommen uns vor, als wäre bereits August, so viele Einsätze hatten wir schon“, sagt Markgraf. 

Seiner Ansicht nach liegt das daran, dass immer weniger Menschen ausreichend schwimmen können. In der etwa 11.000 Einwohner zählenden Gemeinde Böhl-Iggelheim herrschte am Montag Bestürzung über den Tod der drei Erntehelfer. Der Weiher mit Liegwiese und kleinem Sandstrand ist ein Baggersee mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von sechs Metern, der von Grundwasserquellen gespeist wird. Er liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. 

Das Baden ist dem Ersten Beigeordneten Karl-Heinz Hasenstab zufolge auf eigene Gefahr erlaubt. Hasenstab kann sich nicht daran erinnern, dass in dem See schon einmal ein Mensch ertrunken ist. „Wir wissen ja noch nicht, was passiert ist. Wir warten die Ermittlungen jetzt erst einmal ab“, sagte er. 

Im Jahr 2017 waren nach Angaben der DLRG bundesweit 404 Menschen ertrunken. „Binnengewässer sind nach wie vor die Gefahrenquelle Nummer eins“, sagt DLRG-Präsident Achim Haag. 329 Menschen verloren ihr Leben in Flüssen, Bächen, Seen und Kanälen. Nach Angaben der Gesellschaft waren drei von vier Opfern männlich.

17 Tote in Rheinland-Pfalz in 2017 

2017 sind in Gewässern in Rheinland-Pfalz insgesamt 17 Menschen ums Leben gekommen. Laut DLRG ertranken die meisten (acht) der rheinland-pfälzischen Opfer in Seen oder Teichen, fünf starben in Flüssen. Zwei Menschen kamen in einem Gartenteich oder Swimmingpool ums Leben, je ein Opfer zählten die Retter im Schwimmbad und in einem Hafen. Unter den Ertrunkenen waren auch Kinder.

pol/dpa/rob

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