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Bodo Schiffmann: Paypal sperrt Spendenkonto für Flutopfer – „Potenzielles Risiko“

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Von: Daniel Hagen

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Bodo Schiffmann hat Spenden für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe gesammelt. Jetzt hat Paypal das Konto gesperrt und ein „Kopfgeld“ ist auf einen Mitarbeiter ausgesetzt worden.

Als Anfang Juli eine Hochwasser-Katastrophe gewaltige Schäden in Westdeutschland anrichtet, gehen die Bilder des Leids und der Zerstörung durch die Medien. Zahlreiche Menschen fahren selbst in die Krisengebiete und helfen vor Ort, andere sammeln Spenden für die betroffenen Menschen. Auch der Verschwörungsideologe Bodo Schiffmann beginnt sofort damit, Spenden zu sammeln. Innerhalb weniger Tage kommen so über 697.000 Euro zusammen, die der Mediziner auf einem sogenannten Moneypool bei Paypal lagert. Dieser ist nun von dem Unternehmen auf Eis gelegt worden. Im Gegenzug wird ein „Kopfgeld“ auf einen Mitarbeiter ausgesetzt.

Obwohl Bodo Schiffmann auf seinem Telegram-Kanal immer wieder erklärt, wie schlecht es den Menschen in den Flutgebieten geht und wie schnell geholfen werden müsse, kommt keine richtige Bewegung in seine Spendenaktion. Seinen Followern verspricht der 53-Jährige, dass das Geld zu 100 Prozent an die Opfer des Hochwassers gehen werde. Doch auch drei Wochen nach der Katastrophe ist noch nichts dort angekommen, wo es gebraucht wird.

NameBodo Schiffmann
Geboren20. Januar 1968 in Bonn-Beuel
AusbildungRuprecht-Karls-Universität Heidelberg
BerufFacharzt für HNO

Bodo Schiffmann: Paypal sperrt Spenden-Account – Kopfgeld auf Mitarbeiter ausgesetzt

Das könnte vor allem mit den Bedingungen zusammenhängen, die Bodo Schiffmann für helfende Unternehmen ausgibt. So wünscht sich der Mediziner ein Bauunternehmen, dass offen Werbung für Querdenken und die verbotene Demonstration am 1. August in Berlin macht. Auch mehrere Gemeinden lehnen das Geld von Querdenken ab. Generell macht sich die Gruppierung in den Flutgebieten nicht gerade beliebt, weil sie dort vorgeben offizielle Aufträge erhalten zu haben. Es fährt sogar ein Fahrzeug herum, das wie ein Bus der Polizei aussieht und Fake-News über die Lautsprecher verbreitet.

Wie Bodo Schiffmann in einem Video berichtet, habe man bislang drei Familien gefunden, die man mit dem Geld aus dem Moneypool unterstützen möchte. Doch plötzlich kommt alles ganz anders. So habe der 53-Jährige vor wenigen Tagen eine Spende zurückzahlen wollen, die von einem Unterstützer zurückgefordert worden sei. Dabei sei ihm gemeldet worden, dass sein Paypal-Konto dauerhaft eingeschränkt worden ist. Das Unternehmen habe ein „potenzielles Risiko“ erkannt. Eine genaue Begründung für die Sperrung erhält Schiffmann bei einem Telefonat aber nicht. Es sei aber gesagt worden, dass Paypal die Geschäftsbeziehungen mit ihm beenden möchte.

Bodo Schiffmann: Anwalt macht Arzt auf Probleme mit Spendenaktion aufmerksam

Das Geld werde laut Paypal nun bis zu 180 Tage auf dem Konto bleiben und man werde regelmäßig die Freigabe der Gelder prüfen. Spender sollen sich direkt an das Unternehmen wenden können, um ihr Geld zurückzubekommen. Schiffmann erklärt zudem, dass auch sein privates Konto eingefroren sei. Über dieses hat er immer wieder „Schenkungen“ von Followern erhalten, um seine Lebensbedürfnisse in Tansania decken zu können. Der Vorteil an solchen Schenkungen ist, dass sie bis zu einem bestimmten Wert steuerfrei sind.

Der Würzburger Anwalt Chan-jo Jun hat sich bereits vor mehreren Tagen in einem Video auf YouTube an Bodo Schiffmann gewendet und ihn auf die Problematik hingewiesen, die seine Spendenaktion und sein Versprechen, dass alles zu 100 Prozent an die Flutopfer geht, mit sich zieht. Davon wollte der Mediziner aber nichts wissen. Nun ist das Geld weg und der 53-Jährige kämpft in seinem Video mit den Tränen. Schließlich sei das Geld für die Opfer des Hochwassers gewesen. Wann es bei Schiffmanns Tempo aber überhaupt dort angekommen wäre, lässt sich nicht sagen.

Bodo Schiffmann: Gruppe setzt Kopfgeld aus – und erntet Anzeigen

Die Aktion um Bodo Schiffmann nimmt allerdings noch eine weitere krasse Wendung. Dabei geht es um die Gruppierung Mutigmacher e.V., die in ihrem Beschreibungstext „Frieden, Freiheit und Toleranz“ vor „exzessives Profitstreben“ stellen. Diese Gruppe hat nun ein „Kopfgeld“ in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt – und zwar auf die Person, die für die Sperrung des Paypal-Accounts von Bodo Schiffmann verantwortlich ist.

Die Gruppe Mutigmacher e.V. setzt ein Kopfgeld aus. © Screenshot Telegram

Wir loben hiermit 10.000 EUR für den ersten Menschen aus, der uns den Namen des ursächlich Verantwortlichen – innerhalb oder außerhalb von Paypal – nennt und dafür auch belastbare Beweise liefert!“, schreiben die Mutigmacher. Wichtig sei dafür, dass man Vorname, Name, Firmenzugehörigkeit und Tätigkeit eindeutig nachweisen könne. Was genau mit diesen Daten oder der betroffenen Person passieren wird, wird nicht erklärt. Die Kopfgeld-Nachricht ist auch auf Twitter zu sehen und wird von zahlreichen Menschen kritisiert. Mehrere schreiben auch, dass Screenshots der Aktion bereits an Polizei und Staatsanwaltschaft verschickt worden seien. (dh)

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