Winterwendfeuer

So feiert die Freiwillige Feuerwehr Reisen die längste Nacht des Jahres! 

+
Strahlende Kinderaugen beim Winterwendfeuer in Reisen. 

Birkenau - In der Reisener Feuerwache herrscht, wie jedes Jahr am 21. Dezember, gespannte Vorfreude: Das Winterwendfeuer steht zum 19. Mal bevor. So feiern sie die längste Nacht des Jahres:

Mehrere Jungs von der Reisener Jugendfeuerwehr verkaufen Fackeln zum Selbstkostenpreis von einem Euro. Alle tragen feuerfeste Mäntel im Miniaturformat. Mit zwölf Jahren dürfen sie anfangen bei den Übungen mitzmachen, ab 17 Jahren wird’s nach erfolgreicher ‚Leistungsspange‘-Prüfung ernst. 

Doch an diesem Abend geht es nur um den Spaß am Feuer. Der 21. Dezember ist nämlich die längste Nacht des Jahres – ab jetzt werden die Tage immer länger! Um die Dunkelheit zu vertreiben, feiert die Freiwillige Feuerwehr Reisen schon seit 19. Jahren ihr Wintersonnenwenden-Fest mit einem großen Feuer. 

Endlich ist es wieder soweit: Der fachmännisch gestapelte Holzhaufen im ‚Blockverbund‘ ist fast fünf Meter hoch. Ein Ungetüm mit einer kleineren, fast identischen Innenkonstruktion aus nach oben immer kleineren Stämmen. Auf einer Seite wird ein Loch in der Hauptwindrichtung gelassen. Dadurch entsteht ein thermischer Zug – Brandbeschleuniger ist selbst bei nassem Holz nicht nötig! 

Schön prasselt das Winterwend-Feuer im Wind. 

Das Holz haben sie dieses Jahr praktischerweise aus einem alten Polder im Wald bekommen, das Reisig für die Mitte von einem kürzlich gefällten Baum. Alles in allem haben die 20 ‚Feuerwehler‘ dieses mal ‚nur‘ 3 Samstage gebraucht, um den Stapel vorzubereiten. 

Vor der Feuerwache haben sich inzwischen ungefähr hundert Menschen, Paare, viele Eltern mit größeren Kindern versammelt. Auf dem Weg den Hügel hoch, wo der Holzstapel steht, weht der Wind schon sehr kräftig. Teilweise so stark, dass einige Wachs-Fackeln abbrennen und von den Schuhen der begleitenden Feuerwehrleute gelöscht werden müssen.

Manch eine Fackel fällt auf den Boden, wird von den Feuerwehrleuten jedoch schnell gelöscht. 

 

Oben angekommen, werden die restlichen Fackeln zum Anzünden von Feuerwehrmann Marcus in die Öffnung geworfen. Kurz darauf knistert und prasselt es auch schon los. Durch den inzwischen starken Wind zieht der Holzstoß durch wie in einem Kamin. 

Kurze Zeit später wird der Stapel so heiß, dass alle mehr als 10 Meter Abstand halten müssen. Jung wie Alt haben glänzende Augen und freuen sich gemeinsam über das Funken stiebende Feuer-Spektakel. 

Was für ein Erlebnis – und das nicht nur für die Kinder! 

Der Holzstoß beginnt allmählich rundum zu glühen. Die Wärme wird inzwischen angenehmer. Immer wenn eine Windböe in den Stapel fährt, werden die Gespräche der Leute kurz unterbrochen. Die Feuerwehr wird den Stapel noch bis in die tiefe Nacht weiter bewachen, bis er in sich zusammenfällt. Da rundum nur leere Felder sind, besteht keine Gefahr. Ab jetzt werden die Tage wieder länger: Das Licht kommt zurück!

kpo

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare