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BioNTech-Impfstoff: Welche Nebenwirkungen bislang aufgetreten sind

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Von: Florian Römer

Impfstoff von BioNTech: Welche Nebenwirkungen drohen nach einer Impfung? Welche Details stehen im Beipackzettel? Damit musst Du rechnen:

Update vom 27. April: In Israel sind nach Impfungen mit BioNTech Fälle von Herzmuskelentzündungen aufgetreten.* In einer Studie soll nun ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Impfstoff untersucht werden. Betroffen seien laut ersten Erkenntnissen vor allem junge Männer gewesen.

BioNTech-Impfstoff: Diese Nebenwirkungen sind bisher bekannt

Update vom 7. April: Im Beipackzettel des Impfstoffs Comirnaty von BioNTech, der auf der Internetseite der Europäischen Arzneimittel-Agentur einsehbar ist, finden sich detaillierte Informationen zu möglichen Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung. Die Sicherheit des Impfstoffs mit dem Namen Comirnaty wurde laut Beipackzettel in zwei klinischen Studien untersucht, in denen 21.744 Teilnehmer ab 16 Jahren mindestens eine Dosis des Impfstoffs erhalten haben. Das waren die häufigsten Nebenwirkungen:

Die Nebenwirkungen nach einer Impfung mit dem BioNTech-Wirkstoff seien laut Beipackzettel normalerweise von „leichter oder mäßiger Intensität“ gewesen und seien innerhalb weniger Tage nach der Impfung wieder abgeklungen. „Eine etwas geringere Häufigkeit von Reaktogenitätsereignissen war mit einem höheren Alter verbunden“, heißt es außerdem.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Gründer erwartet keine Überraschungen bei Nebenwirkungen

Update vom 22. Dezember: Einen Tag, nachdem der BioNTech-Impfstoff in Europa zugelassen wird, meldet sich der Gründer des Unternehmens, Uğur Şahin, in der Bild-Zeitung zu Wort. Dort geht der 55-Jährige auf die Nebenwirkungen des Vakzins „Comirnaty“ ein, dass wohl ab dem 27. Dezember auch in Deutschland verabreicht werden darf.

Allgemein muss man sagen, dass die wirklich allermeisten Impfstoffnebenwirkungen in den ersten vier bis sechs Wochen nach Impfung auftreten und danach rapide an Frequenz verlieren. Dementsprechend erwarte ich mir bei unserem Impfstoff auch keine Überraschungen“, erklärt Şahin. Man könne aber niemals ausschließen, ob es nicht Langzeitnebenwirkungen geben könnte – auch wenn die Wahrscheinlichkeit eher gering sei. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werde BioNTech daher noch Verträglichkeitsdaten sammeln.

Uğur Şahin geht in dem Interview auch auf die schweren allergischen Reaktionen ein, die manche Menschen in den USA und in Großbritannien bereits erlitten haben. Doch das sei nicht unüblich für solche Impfstoffe und trete wohl aktuell in einem Bereich von 1:50.000 auf.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Immer mehr Nebenwirkungen werden bekannt

Update vom 17. Dezember: Nach Großbritannien sind jetzt auch in den USA kurz nach der Impfung mit dem mRNA-Vakzin des Mainzer Unternehmens BioNTech und des US-amerikanischen Pharma-Riesen Pfizer erste schwere allergische Reaktionen aufgetreten. Darüber berichtet die „New York Times“. Demnach kam es bei zwei Mitarbeitern eines Krankenhauses in Juneau, Alaska, wenige Minuten nach der Impfung zu einer anaphylaktische Reaktion.

Eine der beiden Mitarbeiter, eine Frau mittleren Alters, hatte bislang keine Allergien. Rund zehn Minuten nach der Impfung bildete sich im Gesicht und am Oberkörper ein Ausschlag, die Frau klagte über Kurzatmigkeit und Herzrasen. Sie wurde wie bei schweren allergischen Reaktionen üblich mit Epinephrin behandelt. Die Symptome ebbten zunächst ab und kamen danach wieder. Anschließend wurde sie über Nacht an einen Epinephrin-Tropf gehängt, mit Steroiden behandelt und auf einer Intensivstation überwacht. Sie verbrachte zwei Tage im Krankenhaus. Mittlerweile geht es ihr wieder gut.

Impfstoff von BioNTech: Allergische Reaktion kurz nach Injektion

Auch ein zweiter medizinischer Angestellter des Bartlett Regional Hospitals entwickelte wenige Minuten nach der Injektion des BioNTech-Impfstoffs eine Reaktion. Symptome waren geschwollenen Augen, Schwindelgefühl und Halskratzen. Neben Epinephrin wurden die Symptome mit den Antihistaminika Pepcid und Benadryl behandelt. Dem Krankenhaus zufolge handelte es sich aber nicht um eine Anaphylaxis. Eine Stunde nach der Behandlung ging es dem Mitarbeiter wieder gut.

Beide Angestellten bekräftigten laut „NY Times“, dass ihre Erfahrungen keine negative Auswirkung auf den Impfprozess haben sollen. Alaska will an seinem Impfplan festhalten. Die Fälle in Alaska könnten dafür sorgen, dass die Richtlinien für Corona-Impfungen verschärft werden. Etwa müsste sichergestellt sein, dass Patienten 15 Minuten nach der Impfung auf eine mögliche Nebenwirkung überwacht werden, um bei einer allergischen Reaktion schnell eingreifen zu können.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Behörden warnen Allergiker vor Vakzin

Erstmeldung vom 11. Dezember: Margaret Keenan ist am Dienstag (8. Dezember) die Erste, der der neue mRNA-Impfstoff von BioNTech und Pfizer nach dessen Zulassung in Großbritannien gespritzt wird. Die 90-Jährige bekommt das erfolgversprechende Vakzin gegen das Coronavirus im Universitätsklinikum von Coventry verabreicht. Ein kurzer Stich in den Oberarm, wenige Sekunden später ist es geschafft. „Wenn ich das kann, könnt Ihr alle das auch“, sagt Keenan anschließend.

Es ist der Auftakt zur Massenimpfung im Vereinigten Königreich. Die zuständige Behörde hatte eine Notfallzulassung erteilt. 800.000 Impfdosen stehen in Großbritannien vorerst zur Verfügung. Um die Wirksamkeit des Impfstoffs, die laut ersten klinischen Studien bei weit über 90 Prozent liegt, sicherzustellen, muss jeder Geimpfte nach drei Wochen eine zweite Dosis des Vakzins erhalten. Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch unklar. Mittlerweile haben auch Kanada, Saudi-Arabien und Bahrain grünes Licht für den BioNTech-Impfstoff gegeben.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Europa und Deutschland warten auf Zulassung

Auch in den USA und der EU haben BioNTech/Pfizer eine Notfallzulassung beantragt. Während ein Gremium der US-amerikanischen Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA am Donnerstag (10. Dezember) die Zulassung des Corona-Impfstoffs BNT162b2 empfohlen hat, wartet man in Europa noch auf das Urteil der Arzneimittelbehörde EMA. EMA-Direktorin Emer Cooke bekräftigte nach einem Hackerangriff auf die EMA und BioNTech, bei dem Unbekannte „einige Dokumente“ abgriffen, dass die Auslieferung des Impfstoffs nicht gefährdet sei.

UnternehmenBioNTech SE
Gründungsjahr2008
HauptsitzMainz
CEOUğur Şahin

In Deutschland bereitet man sich seit einigen Wochen fieberhaft auf Massenimpfungen vor. In den Bundesländern entstehen Impfzentren, in denen Menschen sich gegen Corona immunisieren lassen können. Bis 15. Dezember sollen in Baden-Württemberg neun „Zentrale Impfzentren“ bereit stehen, die ab Mitte Januar von 50 Kreisimpfzentren unterstützt werden. Inzwischen kristallisiert sich heraus, dass BioNTech und Pfizer den Impfstoff nicht wie ursprünglich geplant vor Weihnachten liefern werden. Zunächst wollt die EMA erst am 29. Dezember eine Entscheidung über die Zulassung des mRNA-Vakzins treffen. Jetzt sieht es so aus, als ob die Zulassung noch vor Weihnachten kommen könnte. In einem TV-Interview zeigte sich EMA-Chefin Cooke von den Testergebnissen der klinischen Studien „immer überzeugter“.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Welche Nebenwirkungen bekannt sind

Bei den klinischen Studien zeigte sich nicht nur, dass das BioNTech-Vakzin mit einer Wirksamkeit von 95 Prozent bei Probanden unter 65 Jahren die Erwartungen übertrifft. Selbst bei Patienten über 65 Jahren soll die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs BNT162b2 noch bei 94 Prozent liegen. Nach Angaben von BioNTech und Pfizer sind darüber hinaus in den Studien auch nur leichte bis moderate Nebenwirkungen aufgetreten. So kann es an der Einstichstelle zu Rötungen, Schwellungen oder leichten Schmerzen kommen. 3,8 Prozent der Probanden verspürten Müdigkeit und Erschöpfung, zwei Prozent klagten über Kopfschmerzen. Bei älteren Studienteilnehmern wurden zudem seltener Nebenwirkungen festgestellt als bei jüngeren. Über die Inhaltsstoffe des Impfstoffs gibt der Beipackzettel Aufschluss.

Über die Langzeitfolgen des neuartigen mRNA-Impfstoffs gibt es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse. Pfizer und BioNTech werden die Studienteilnehmer noch zwei Jahre überwachen und gegebenenfalls auftretende Nebenwirkungen den Behörden melden. Haltlos ist indes die Kritik von Impfgegnern, der mRNA-Impfstoff verändere das Erbgut. Zwar wird mit dem Messenger (m) ein künstlicher Botenstoff in den Körper gespritzt. Dieser schwimmt zu den Zellorganellen und triggert sie, bestimmte Proteine zu produzieren. Diese ähneln Teilen des Coronavirus und bringen den Körper dazu, schon mal eine Immunreaktion aufzubauen. So kann der Körper sofort reagieren, wenn wer mit dem Virus in Kontakt kommt.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Nebenwirkungen – Behörde warnt vor allergischen Reaktionen

Nach den ersten Impfungen in Großbritannien sind jetzt aber weitere, durchaus schwerwiegendere Nebenwirkungen bekannt geworden. Die britische Arzneimittelbehörde Medecines and Healtcare products Regulatory Agency (MHRA) rät nun Menschen, die an Allergien gegen Arzneimittel, Lebensmittel oder Impfstoffen leiden, von einer Impfung mit dem BioNTech-Vakzin ab. Der Hintergund: Zwei Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS erlitten kurz nach der Impfung eine anaphylaktische Reaktion. Dabei kann es unter anderem zu Hautausschlag, Kurzatmigkeit und manchmal zu plötzlichem Abfall des Blutdrucks kommen. Wie die BBC berichtet, leiden beide Betroffene unter schweren Allergien und tragen Adrenalinspritzen bei sich, um möglichen Reaktionen entgegenzuwirken. Nach kurzer Behandlung gehe es den zwei Betroffenen wieder gut.

In den Unterlagen der amerikanischen FDA findet sich eine weitere mögliche Nebenwirkung: So ist es bei vier Patienten der Impfstoff-Gruppe zu Fällen von Bell-Lähmung (Bell‘s palsy) gekommen, deren Symptome auch die halbseitige Parese der Gesichtsmuskulatur beinhalten können. Die Lähmung klingt in der Regel innerhalb weniger Wochen wieder ab. In der Placebo-Gruppe trat die Bell-Lähmung nicht auf. Einen Rückschluss auf einen Zusammenhang mit der Impfung gibt es laut FDA allerdings nicht. Jährlich erkranken 7 bis 40 Personen pro 100.000 Einwohner an der Bell-Lähmung, damit liegt das Auftreten in der Studie im statistisch erwartbaren Bereich. (rmx)

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