„Comirnaty“

Corona: BioNTech-Impfstoff – EU sichert sich Millionen weitere Dosen

Seit Ende Dezember wird in der EU gegen Corona geimpft. Aber an vielen Orten ist der Impfstoff knapp. Die EU-Kommission hat jetzt weitere Impfstoff-Dosen von BioNTech bestellt:

Update vom 8. Januar: Die EU-Kommission hat mit BioNTech und Pfizer einen Vertrag über bis zu 300 Millionen zusätzliche Impfdosen des mRNA-Vakzins „Comirnaty“ geschlossen. Das gibt Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag (8. Januar) in Brüssel bekannt. Im zweiten Quartal 2021 sollen 75 Millionen Impfdosen verfügbar sein. Zuletzt wurden Beschwerden aus Deutschland und anderen EU-Ländern lauter, dass der Impfstoff knapp sei. Im November hatte sich die EU 300 Millionen Impfdosen des BioNTech-Vakzins gesichert ‒ 200 Millionen plus eine Option auf 100 Millionen zusätzliche Dosen. Diese Option hatten die EU-Staaten bereits gezogen.

Kritik an zu wenig Impfstoff in den Mitgliedsländern wies die EU zurück. Das Problem liege an den Produktionskapazitäten, hieß es aus Brüssel. BioNTech hat kürzlich eine Produktionsstätte in Marburg übernommen, die im Februar in Betrieb gehen soll. Mittlerweile ist in der EU auch der Impfstoff des amerikanischen Herstellers Moderna zugelassen. Beide Impfstoffe unterscheiden sich primär in den Temperaturen, bei denen sie gelagert werden müssen.

Corona-Impfstoff von BioNTech: So soll „Comirnaty“ verteilt werden

Update vom 22. Dezember: Einen Tag nach der Zulassung ihres Impfstoffes in Europa melden sich die Gründer von BioNTech in einer Pressekonferenz zu Wort. Darin äußert sich Özlem Türeci erneut zu der Testphase des Vakzins und Uğur Şahin zu der Wirkungsweise der mRNA. Zudem wird der offizielle Verkaufsname für Europa bekannt gegeben, damit man nicht immer von BNT162b2 sprechen muss. Ab heute trägt der Impfstoff den Namen „Comirnaty“. Dabei handelt es sich um eine Neuschöpfung aus den Wörtern Covid-19, mRNA, Community und Immunity.

Außerdem wird auf der Pressekonferenz erklärt, wie es nun mit dem Impfstoff „Comirnaty“ weitergehen soll. So sollen bis Ende dieses Jahres 50 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Bis Ende 2021 soll die Zahl dann auf insgesamt 1,3 Milliarden weltweit steigen. In Deutschland soll „Comirnaty“ jetzt so schnell wie möglich aus den 25 Verteilerzentren auf 294 Distrikte, 450 Impfzentren und 100 mobile Impfeinheiten verteilt werden. DIe Lieferungen sollen am 26. Dezember überall in Europa ankommen.

Corona-Impfstoff von BioNTech erhält EU-Zulassung: Wird ab Sonntag schon geimpft?

Update vom 21. Dezember, 19 Uhr: Fast zehn Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa kann es jetzt auch in der Europäischen Union mit den Impfungen losgehen. Die EU-Kommission erteilte dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens BioNTech und seines US-Partners Pfizer am Montag die Marktzulassung. „Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu“, sagt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel.

Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) grünes Licht für die Zulassung gegeben. Damit steht dem Beginn der Impfungen in der EU nichts mehr im Wege. In Deutschland sollen die ersten Dosen am kommenden Sonntag (27. Dezember) gespritzt werden. Bis dahin soll das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut die Impfchargen prüfen und freigeben. Die erste Lieferung von Impfdosen von BioNTech soll am Samstag (26. Dezember) in Deutschland eintreffen. Erwartet werden 151.125 Impfdosen, wie die Berliner Gesundheitsverwaltung mitteilte, nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Gesundheitsministerkonferenz informiert hatte.

Laut Mitteilung sollen am 28. Dezember weitere 521.625 Impfdosen geliefert werden, am 30. Dezember dann 672.750. In der ersten Kalenderwoche 2021 werden 672.750 Impfdosen erwartet. Pro Person sind zwei Impfungen vorgesehen. Als erstes sollen die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden. Nach den klinischen Studien gibt BioNTech die Wirksamkeit des Impfstoffs mit 95 Prozent an.

Die Hersteller BioNTech und Pfizer stehen nach eigenen Angaben in den Startlöchern: „Wir sind bereit, mit der Auslieferung der ersten Impfstoffdosen in der EU zu beginnen, sobald wir grünes Licht erhalten“, sagte BioNTech-Chef und Mitgründer Ugur Sahin am Montag vor der Entscheidung der EU-Kommission. Spahn sprach von einem „Meilenstein in der Pandemiebekämpfung“. Impfen ebne den Weg aus der Krise. „Und wir tun alles dafür, diesen Weg so schnell wie möglich zu gehen.“

Corona-Impfstoff: ist er auch gegen neue Virus-Mutation wirksam?

EMA-Direktorin Emer Cooke sagte in Amsterdam: „Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung.“ Sie warnte aber davor, dass der Wendepunkt der Pandemie noch nicht erreicht sei. Die Behörde rechne aber damit, dass der Impfstoff auch gegen die neu aufgetretene Coronavirus-Variante wirksam ist. „Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Variante wirken könnte“, sagte die Direktorin. Darüber müssten aber noch mehr Informationen gesammelt werden.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Wie sicher ist er?

Der Impfstoff ist bereits unter anderem in Großbritannien, den USA und Kanada zugelassen. Er hat nach Angaben der EMA eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent und wird für Personen ab 16 Jahren empfohlen. Nach Angaben der EMA wurden bereits rund 270.000 Personen mit dem Stoff geimpft, und es habe bislang nur vereinzelt Fälle von allergischen Reaktionen gegeben, meist mild.

Die Experten der EMA hatten bereits seit Wochen die Daten und Resultate der klinischen Tests der Hersteller geprüft. Die bedingte Zulassung in allen 27 EU-Staaten verpflichtet die Hersteller, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln. Auch Angaben zu möglichen Nebenwirkungen oder allergischen Reaktionen werden weiterhin geprüft.

Die Experten bekräftigten, dass bei der Prüfung der Daten keinerlei Abstriche bei der Sicherheit gemacht worden waren. Es sei klar, dass es Sorgen wegen der Geschwindigkeit der Zulassung gebe, sagte Harald Enzmann, der Vorsitzende des Ausschusses für Humanarzneimittel. Aber: „Die analysierten Daten entsprechen den Standards der Verlässlichkeit und Qualität.“ Nicht zuletzt sei es einer der größten Impfstofftests der Geschichte gewesen.

Impfstoff von BioNTech zugelassen – Dosen reichen für bis zu 6,5 Millionen Menschen

Im Januar könnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums drei bis vier Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Im ersten Quartal rechnet Spahn mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen reichen. Insgesamt hat sich der Bund über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen bisher mehr als 300 Millionen Dosen gesichert - von BioNTech und anderen Herstellern. In anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien wird das Präparat von BioNTech/Pfizer bereits auf Grundlage einer Notfallzulassung genutzt. Voraussichtlich am 6. Januar will die EMA auch den Weg frei machen für die Zulassung des zweiten Impfstoffes, dem Präparat vom US-Konzern Moderna.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Arzneimittel-Behörde gibt grünes Licht für Zulassung in EU

Update vom 21. Dezember: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat heute grünes Licht für den Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer gegeben. Das verkündet die Leiterin der Behörde, Emer Cooke, in einer Pressekonferenz. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Nutzen größer ist als das Risiko“, betont die Irin. Nun muss noch die EU-Kommission die Genehmigung erteilen. Cooke erklärt zudem, dass die EMA alle Informationen zu dem Impfstoff veröffentlichen werde, damit die Menschen Vertrauen über die Fakten erhalten.

Wir sind noch nicht am Wendepunkt dieser Pandemie angekommen“, mahnt Emer Cooke und ruft die Bevölkerungen dazu auf, sich auch weiterhin an die Maßnahmen wie Masken, Abstand und Hygiene zu halten. Außerdem erklärt die Irin, dass das Vakzin wohl auch den aktuellen Daten nach auch gegen die neue Corona-Mutation helfen werde. Voraussichtlich am 6. Januar will die EMA auch den Weg frei machen für die Zulassung des zweiten Impfstoffes, dem Präparat vom US-Konzern Moderna.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Zulassung schon nächste Woche?

Update vom 15. Dezember, 15:47 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will bereits am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer vorlegen – acht Tage früher als geplant. Das kündigte die Behörde am Dienstag in Amsterdam an. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Corona-Impstoff vom BioNTech: Zulassung schon vor Weihnachten? Verwirrung um Datum

Erstmeldung vom 15. Dezember, 14 Uhr: Großbritannien ist das erste Land in dem der Corona-Impfstoff der Mainzer Firma BioNTech und des US-Pharmakonzerns Pfizer zugelassen worden ist. In den vergangenen Tagen ist das Vakzin schon zehntausenden Briten verabreicht worden. Als erstes sind Menschen über 80 an der Reihe, dann medizinisches Personal. Die erste Britin, die das BioNTech-Vakzin verabreicht bekommen hat, war die 90-jährige Margaret Keena. Seit dieser Woche soll der Impfstoff auch in ausgewählten Arztpraxen gespritzt werden können. Am Montagmorgen (14. Dezember) ist es dann auch in den USA soweit.

Die Intensivschwester Sandra Lindsey hat in New York die erste Spritze des BioNTech-Vakzins erhalten. „Ich spüre es, die Heilung naht. Ich hoffe, dass dies der Anfang vom Ende einer sehr schmerzhaften Epoche unserer Geschichte ist“, sagt sie während einer Live-Übertragung.

BioNTech-Impfstoff: Wann wird er in Deutschland zugelassen?

Nach diesen Bildern fragen sich viele Europäer wann der BioNTech-Impfstoff auch endlich hierzulande zugelassen wird. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte angekündigt, ihre Entscheidung bis zum 29. Dezember zu fällen. Der Deutschen Krankenhausgesellschaft geht das nicht schnell genug und sie fordert eine Notfallzulassung für den Impfstoff gegen das Coronavirus.

„Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen“, sagt der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ am Dienstag.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Verwirrung um Impf-Start

In der Bundespressekonferenz am Dienstagmittag, 15. Dezember, spricht sich Gesundheitsminister Jens Spahn gegen eine Notfallzulasssung des BioNTech-Impfstoffes aus. „Die Frage, wie ein Impfstoff zugelassen wird, ist aus meiner Sicht etwas, was Vertrauen erweckt und deswegen gibt es eine ordentliche Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde.“ Er kündigt jedoch an, dass ein erster Impfstoff gegen das Coronavirus noch vor Weihnachten von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen werden soll. Es handelt sich wahrscheinlich um den Impfstoff von BioNTech und Pfizer.

Wie die Bild-Zeitung aus EU-Kommissions- und Regierungskreisen erfahren hat, soll der Impfstoff schon am 23. Dezember zugelassen und am 26. Dezember schon mit dem Impfen in Deutschland gestartet werden. Eine Sprecherin der Europäischen Arzneimittelbehörde sagt der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam mit Blick auf den Bild-Artikel, dass die Behörde aktuell noch mit dem Zulassungsdatum 29. Dezember arbeite. Auszuschließen sei aber ein früherer Zeitpunkt nicht. Während des laufenden Prüfverfahrens werde auch der Zeitrahmen laufend angepasst.

BioNTech-Impfstoff: Sind bis zum Sommer 60 Prozent der Deutschen geimpft?

Ob vor oder nach Weihnachten: Jens Spahn geht davon aus, dass bis zum Sommer 2021 rund 61 Prozent der Deutschen gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist eine Durchimpfrate von 60 bis 70 Prozent nötig um wirkungsvoll gegen die Corona-Pandemie anzukämpfen. Im ersten Quartal 2021 wird in Deutschland mit 12 bis 13 Millionen Impfdosen zu rechnen. Wenn der Impfstoff von Astra Zeneca oder Johnson & Johnson bald zugelassen werde, wären es sogar noch mehr.

Corona-Impfstoff von BioNTech: Beipackzettel enthüllt Nebenwirkungen

Laut eigenen Angaben bietet der Impfstoff von BioNTech einen 95-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Zwei tage nach dem Impfstart in Großbritannien ist der Beipackzettel des Corona-Impfstoffs von Biontech veröffentlicht worden. Darin werden unter anderem VorbereitungAnwendung und Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer erläutert. So kann es an der Einstichstelle zu RötungenSchwellungen oder leichten Schmerzen kommen. 3,8 Prozent der Probanden verspürten Müdigkeit und Erschöpfung, zwei Prozent klagten über Kopfschmerzen. Bei älteren Studienteilnehmern wurden zudem seltener Nebenwirkungen festgestellt als bei jüngeren.

BioNtech-Impfstoff: Behörde warnt vor schweren Nebenwirkungen für Allergiker

Nach den ersten Impfungen in Großbritannien sind jetzt aber weitere, durchaus schwerwiegendere Nebenwirkungen bekannt geworden. Die britische Arzneimittelbehörde Medecines and Healtcare products Regulatory Agency (MHRArät nun Menschen, die an Allergien gegen Arzneimittel, Lebensmittel oder Impfstoffen leiden, von einer Impfung mit dem BioNTech-Vakzin ab.

Corona in Deutschland: Laut RKI ist die Lage ernst wie nie

Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Corona-Lage in Deutschland so ernst wie nie zuvor. Am Dienstag in Berlin teilt RKI-Chef Lothar Wieler mit, dass die Fallzahlen so hoch wie nie seien und weiter anstiegen. Die Gefahr bestünde, dass sich die Situation weiter verschlimmert und es schwieriger wird, mit der Corona-Pandemie und ihren Folgen umzugehen. Aktuell sind in Deutschland 325.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, im Sommer seien es wenige Tausend gewesen. Mit durchschnittlich 12.000 bis 29.000 Neuinfektionen pro Tag lägen die Fallzahlen deutlich höher als Noch im November.

Dass sich aktuell wieder so viele mit dem Virus infizierten, sei das „Ergebnis von Sorglosigkeit einiger Menschen“. Er appelliert an die Bevölkerung, ihre Kontakte zu reduzieren. Er selbst werde die Höchstzahl bei Treffen zur Weihnachtszeit nicht ausnutzen. Diese Corona-Regeln gelten an Weihnachten und Silvester in Baden-Württemberg. (kp)

Rubriklistenbild: © BioNTech SE/dpa

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