Aus Schulkasse genommen

Lehrer (51) nach Veruntreuung von 100.000 Euro verurteilt! 

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Lehrer-Prozess wegen gewerbsmäßiger Untreue

Bensheim – Wegen der Veruntreuung von mehr als 100.000 Euro aus dem Budget seiner Schule hat das Amtsgericht Bensheim den Lehrer Ralf L. am Montag verurteilt. Seine Strafe: 

Er soll zwischen den Jahren 2011 und 2014 gewerbsmäßig in 231 Fällen Gelder einer Schule veruntreut haben. Der Prozess am Bensheimer Amtsgericht gegen den 51-jährigen Ralf L. begann mit einem Geständnis. (WIR BERICHTETEN)

Das Amtsgericht Bensheim verurteilt Ralf L. am Montag zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Der Lehrer war für die Budgetverwaltung des Ganztagsangebotes an seiner früheren Schule im südhessischen Bensheim verantwortlich. Das Gericht hielt dem Pädagogen nach Angaben vom Montag zugute, dass er intensiv an der Wiedergutmachung des Schadens arbeite und ein Geständnis ablegte.

Die Bewährungsfrist beträgt drei Jahre. Der Mann hatte zum Prozessauftakt von einer hohen finanziellen Belastung berichtet. Er habe mehrere Häuser besessen und mit hohen Sanierungskosten zu kämpfen gehabt. Seine monatlichen Verpflichtungen hätten etwa 4500 Euro betragen. Er sei wegen Depression in Behandlung und leide unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Das Gericht erklärte, die Erkrankungen hätten keinen Einfluss auf die Urteilsfindung gehabt. Ein Gutachter hatte dem Lehrer volle Schuldfähigkeit attestiert.

Das Amtsgericht geht davon aus, dass er Rechtsmittel einlegt, um seinen Beamtenstatus zu retten. Wird ein Beamter in einem Strafverfahren zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt, endet das Beamtenverhältnis mit Rechtskraft des Urteils.

dpa/kp

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