Bruch mit der Tradition 

Revolution in Weinherstellung: Pfälzer erfindet eckiges Fass!

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Der Erfinder Thomas Lutz mit seiner Erfindung.

Bellheim - Der Pfälzer Thomas Lutz könnte die Weinherstellung revolutioniert haben. Dazu hat er allerdings mit der Tradition brechen müssen...

Es klingt im ersten Moment wie ein Werbe-Gag, doch Thomas Lutz meint es ernst...

Der 56-Jährige hat es sich zum Ziel gesetzt, die Herstellung von Wein nachhaltig zu verändern. Hierzu hat er ein eckiges Fass entwickelt, das Holz und Transportkosten sparen soll. Den Geschmack eines hochwertigen „Barrique"-Weins soll es dabei nicht beeinflussen. Auch preislich soll es keinen Unterschied geben.

Das Fass hat bereits einen Preis gewonnen

Der Ansatz klingt überzeugend, doch trotzdem wird der Wein seit gut 2.000 Jahren in runden Fässern gelagert. Ideen wie die des Schreinermeisters Lutz hat es schon oft gegeben, doch haben sich diese nie durchgesetzt. Für die Umsetzung seiner Idee wurde er sogar mit einem Designerpreis geehrt. 

Wichtig ist ihm dabei die Nachhaltigkeit. Kann man ein normales Fass nur etwa 5 bis 6 Jahre nutzen, sind mit dem eckigen Fass bis zu 24 Durchgänge möglich. Dadurch muss weniger Holz verarbeitet werden, welches sonst beim so genannten „Toasting“ beschädigt wird. Hierbei wird die Innenseite des Fasses geröstet, um ein bestimmtes Aroma zu bekommen. Nach längerer Benutzung gehen allerdings die Röstaromen verloren und es bildet sich ein sogenannter Weinstein. 

Während runde Fässer durch ihre Form nicht richtig gereinigt werden können und dann entsorgt werden, ist dies bei den eckigen möglich. Die Form erlaubt nämlich das einfache Zerlegen des Fasses. Lutz möchte damit den Begriff des „Rebarrique“ etablieren. 

Fachleute sprechen sich dagegen aus

Nicht alle sind von der Idee begeistert. So sagt Prof. Ulrich Fischer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz in Neustadt, dass ein eckiges Fass auf Dauer nicht dicht bleiben würde. Da die geraden Seiten nicht stabil seien, würde der Druck des Weines das Holz verformen.

Durch die verlorene Spannung würde der Wein dann auslaufen. Außerdem gebe es keinen Grund, das bisher bestehende System zu verändern – dieses gebe es immerhin schon seit 2.000 Jahren und es funktioniere.

dh

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