Abi 2018

War die Englisch-Prüfung zu schwer? Ministerium nimmt Stellung!

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Kultusministerium empfindet Englisch-Abi-Prüfung als angemessen (Symbolfoto)

Baden-Württemberg - Tausende haben bei einer Petition unterschrieben, weil sie die diesjährige Abi-Prüfung in Englisch zu schwer fanden. Nun meldet sich das Kultusministerium zu Wort:

Am Freitagabend (20. April) wird auf der Plattform change.org eine Petition gestartet, die innerhalb weniger Stunden tausende Menschen erreicht. Ziel ist es, auf die laut der Aussage der Ersteller „unfaire“ Englisch-Prüfung an Allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg aufmerksamen zu machen. Die Aufgaben seien zu schwer zu verstehen und die Zahl der Aufgaben im Vergleich der letzten Jahre „erheblich größer“ gewesen. Deshalb fordern die Ersteller, dass die in der Petition genannten zu schweren Aufgaben bei der Bewertung besonders berücksichtigt werden. 

Zehntausende machen mit

Während sich am Samstag bereits über 17.400 Menschen an der Petition beteiligt haben, sind es am Montagnachmittag schon knapp 30.000. Dabei muss man beachtet, dass allein im Rhein-Neckar-Kreis in diesem Jahr rund 8.000 Schüler ihr Abi geschrieben haben.

Kultusministerium empfindet Aufgaben als angemessen

Am Montag nimmt das Kultusministerium in einer ausführlichen Pressemitteilung Stellung. Dabei heißt es, dass das Ministerium die Englisch-Aufgaben umfassen geprüft habe, mit dem Fazit, „dass das Niveau der kritisierten Aufgaben angemessen war“. Dies bestätigen sowohl die Abiturkommission als auch drei externe Fachberater.

B2 und C1 Niveau

Das Niveau der Textvorlage wurde in einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe von 16 Bundesländern als angemessen und gut machbar bestätigt“, heißt es weiter. Demnach seien die Aufgaben als „mittelschwer“ eingestuft und ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt worden. Dort habe es keine Hinweise auf ähnliche Kritik gegeben. Außerdem bestätigt das Kultusministerium, dass auch das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) die Textvorlage als gut geeignet ansehe.

„Kein Grund zur Sorge“

Die Petition hat die Kultusministerin Susanne Eisenmann direkt angesprochen. Auch sie meldet sich am Montag ebenfalls zu Wort. „Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wir wollen in Baden-Württemberg ein Qualitätsabitur.“ Untersuchungen und Studien hätten ergeben, dass Gymnasiasten „gerade im sprachlichen Bereich immer gute Ergebnisse erzielt haben“, so die Ministerin. 

Um auf mehr Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern zu setzten, sei es deshalb „wichtig und richtig, dass wir uns bei der Auswahl der Aufgaben aus dem IQB-Pool bedienen.“

Zählt ja eh nicht viel?

Aus der Stellungnahme ist zu erkennen, dass sich die Schüler etwas beruhigen sollen. „Ich rate zu Ruhe und Gelassenheit“, so Eisenmann. „Der als vermeintlich schwierig eingestufte Prüfungsteil „Analysis“ mache außerdem nur 15 Prozent der schriftlichen Abiturnote Englisch aus. Die schriftliche Prüfung fließe wiederum nur mit zwei Dritteln in die Gesamtnote ein“, heißt es in der Mitteilung. 

Doch eine Sache gibt das Ministerium zu

So heißt es, dass die externen Fachberater zu dem Ergebnis gekommen seien, „dass der Haupttermin 2018 anspruchsvoller war, als die Klausuren der Jahre zuvor. Indes seien die Aufgaben in jedem Falle machbar gewesen.“ Man vertraue laut Eisenmann nun den Lehrkräften die Prüfung verantwortungsvoll zu korrigieren.

pm/jol

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