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Baden-Württemberg: Ohne STIKO-Empfehlung – Kranke Kinder sollen geimpft werden

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Von: Daniel Hagen

In Baden-Württemberg sollen ab dieser Woche auch Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden – auch ohne Empfehlung der STIKO. Allerdings bekommt nicht jeder sofort eine Dosis.

Mit dem Wegfall der Impfpriorisierung am Montag (7. Juni) kann nun jeder gegen das Coronavirus geimpft werden, ohne bestimmte Voraussetzungen wie Alter, Vorerkrankungen oder einen bestimmten Wohnort erfüllen zu müssen. Die einzigen, für die das noch nicht gilt, sind Kinder. Doch auch das wird sich bald ändern. Die Europäische Arzneimittelbehörde hat nämlich am 28. Mai den Impfstoff von BioNTech/Pfizer auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) steht aber noch aus und wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch diese Woche erwartet. Trotzdem sollen in Baden-Württemberg ab heute auch Personen ab 12 Jahren geimpft werden.

NameBaden-Württemberg
Einwohner11,07 Millionen (2019)
HauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Die Grünen)

Baden-Württemberg: Kinder ab 12 Jahren sollen mit BioNTech geimpft werden

Wir haben uns als Land entschieden, nicht auf die Empfehlung der STIKO zu warten, sondern schon ab Montag den besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein Impfangebot zu machen“, teilt der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl, am Sonntag (6. Juni) in Stuttgart laut einem Sprecher mit. Dieser Vorstoß betrifft Kinder mit Vorerkrankungen und einem anzunehmenden erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung.

Auch Kinder und Jugendliche mit besonders schutzbedürftigen Familienmitgliedern oder anderen Kontaktpersonen im nächsten Umfeld, die etwa nicht selbst gegen das Coronavirus geimpft werden können, kommen dafür in Frage. Die STIKO hat bereits angedeutet, dass eine Corona-Impfung vor allem für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen Sinn ergeben würde, nicht aber generell für alle Personen ab 12 Jahren. Voraussetzung für eine Impfung sei ein ausführliches Aufklärungsgespräch und eine sorgfältige individuelle Risiko-Nutzen-Analyse durch den impfenden Arzt.

Baden-Württemberg: Jeder soll Impfangebot bekommen – aber Impfstoff fehlt

Allerdings bedeutet die Aufhebung der Impfpriorisierung nicht, dass sofort jeder geimpft werden kann – denn dazu gebe es weiterhin zu wenig Impfstoff. „Unser Ziel ist es, im Verlauf des Sommers jedem Erwachsenen, der oder die das möchte, und denjenigen Jugendlichen ab 12 Jahren, die selbst und deren Eltern das möchten, ein Impfangebot machen zu können. Abhängig ist das natürlich immer von den Impfstofflieferungen, die der Bund nach Baden-Württemberg verteilt. Das Ende der Priorisierung eröffnet nun auch Menschen, die jung und gesund sind, und die sich in den letzten Monaten durch die Pandemie ebenfalls stark einschränken mussten, die Perspektive auf eine Impfung und damit auf eine baldige Rückkehr zur Normalität“, erklärt Uwe Lahl. (dpa/dh)

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