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BW: Führerschein gegen ÖPNV-Jahreskarte – Tausch-Projekt startet heute

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Von: Daniel Hagen

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Zwei Senioren in einer Bahn.
Senioren ab 65 sollen ihren Führerschein gegen ein Jahresticket tauschen. (Symbolfoto) © Jan Woitas/Andreas Arnold/dpa

Um die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken, haben Baden-Württemberg und mehrere Verkehrsverbünde einen Plan. Senioren sollen ihre Führerscheine abgeben und bekommen ein Jahresticket.

Update vom 23. November, 14:41 Uhr: ÖPNV-Jahresticket im Tausch gegen den Führerschein? Seit 1. Dezember können Rentner*innen aus Baden-Württemberg in den Mobilitätszentralen oder Verkaufsstellen z.B. der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) mit dem entsprechenden Nachweis über den Verzicht auf ihren Führerschein eine kostenlose „Karte ab 60“ bekommen. Die verbundweit gültige Jahreskarte des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) mit zwölf Monaten Geltungsdauer ist entweder bereits ab Dezember 2021 gültig oder auf Wunsch auch ab einem späteren Monat.

Voraussetzung für die kostenlose Jahreskarte ist der Nachweis über den freiwilligen Verzicht der Fahrerlaubnis, der durch die Rückgabe des Führerscheins bei der Fahrerlaubnisbehörde ausgestellt wird. Die Rückgabe kann zwischen dem 1. Dezember 2021 und 31. August 2022 erfolgen.

Unfall in der Neckarstadt in Mannheim. (Symbolfoto)
Rentner in Baden-Württemberg können ihren Führerschein gegen eine ÖPNV-Jahreskarte eintauschen. (Symbolfoto) © Felix Kästle/dpa

Verkehr in BW: Führerschein gegen ÖPNV-Jahresticket tauschen – Wer mitmachen darf

Das Angebot, den Führerschein einmalig gegen ein kostenloses VRN-Jahres-Ticket einzutauschen, gilt für Menschen ab 65 Jahren oder Menschen ab 60 Jahren mit nachweislichem Bezug einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Ruhegehalt aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis oder Bezügen aus einer berufsständischen Versicherung. Zusätzlich müssen Antragsteller*innen ihren Erstwohnsitz im baden-württembergischen Teil des VRN-Gebiets haben.

Das Projekt „Bus und Bahn statt Führerschein“ des Landes Baden-Württemberg wird von allen teilnehmenden Verkehrsverbünden getragen. Mit bis zu drei Millionen Euro beteiligt sich das Land an den Kosten, 50 Prozent der Kosten teilen sich die teilnehmenden Verbünde und Verkehrsunternehmen. Neben dem VRN nehmen dreizehn weitere Verkehrsverbünde teil. Auf der Homepage des VRN werden unter www.vrn.de die Details für Antragssteller*innen veröffentlicht.

BW: Bahnticket statt Führerschein? Rentner bekommen Special-Angebot

Erstmeldung vom 15. November: Die Anzahl der Autofahrer über 65 steigt seit Jahren kontinuierlich an. Eine Abkehr dieser Tendenz ist derzeit nicht erkennbar. Zahlen aus dem Jahr 2020 zeigen allerdings, dass über ein Drittel der im Straßenverkehr tödlich verunglückten Personen dieses Alter bereits überschritten haben. Sie nehmen damit einen überpro­portional hohen Anteil im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil ein. Sind die Senioren das Auto gefahren, haben sie in 68,7 Prozent der Fälle sogar die Hauptschuld an dem Unfall gehabt! Kein Wunder also, dass immer wieder die Diskussion um eine Führerscheinabgabe oder eine erneute Führerscheinprüfung ab einem höheren Alter aufkommt. Das Land Baden-Württemberg hat aber eine ganz andere Idee.

„Es braucht keinen Führerschein, um mobil zu sein. Für viele Regionen Baden-Württembergs gilt, dass Ziele mit Bus und Bahn gut erreichbar sind. Viele Alltagswege sind zu Fuß und mit dem Fahrrad möglich. Wer kein Auto besitzt, spart auch Geld und fährt mit Jahresabo und gelegentlichen Taxifahrten noch günstiger“, erklärt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Montag (15. November). Das Ministerium für Verkehr hat daher mit Verkehrsverbünden des Landes einen Kooperationsvertrag für das Projekt „Bus und Bahn statt Führerschein“ geschlossen.

NameBaden-Württemberg
Fläche35.751 km²
Bevölkerung11,07 Millionen (2019) Eurostat
HauptstadtStuttgart

Baden-Württemberg: Verkehrsministerium beschließt Projekt „Bus und Bahn statt Führerschein“

Ab 1. Dezember haben Senioren über 65 Jahren die Möglichkeit haben, ihren Führerschein gegen ein einmalig kostenloses Jahresticket/-Abo zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in ihrem Verkehrsverbund zu tauschen. Laut Minister Hermann wolle man so den Zugang zum ÖPNV erleichtern. Voraussetzungen für den Bezug des kostenlosen Angebotes sind ein Erstwohnsitz im jeweiligen Verbundgebiet sowie der dauerhafte Verzicht auf die Fahrerlaubnis durch Rückgabe des Führerscheins an die Fahrerlaubnis­behörde. Das kostenlose Angebot wird von den teilnehmenden Verkehrsverbünden getragen. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den hierdurch anfallenden Kosten mit bis zu 3 Millionen Euro.

Durch die Unterstützung des Landes soll ein möglichst flächendeckendes Angebot in Baden-Württemberg erreicht werden. Bislang gab es in acht Verkehrsverbünden ein unentgeltliches Angebot für Senioren bei Verzicht auf die Fahrerlaubnis, mit dem Kooperationsvertrag konnte die Anzahl auf 14 Verbünde nahezu verdoppelt werden. Seitens der Verkehrsverbünde steht der Vertrag noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der kommunalen Gremien.

Diese Verbünde nehmen am Projekt „Bus und Bahn statt Führerschein“ teil:

„Der Landesseniorenrat Baden-Württemberg sieht in dem Projekt eine Möglichkeit für ältere Menschen, die im städtischen oder großstädtischen Umfeld mit einem auf die Bedürfnisse der älteren Nutzer abgestimmten Angebot leben, eine längst fällige aber aufgeschobene Entscheidung zu treffen. Wenn das Führen eines PKW im Stadtverkehr wegen körperlicher Gebrechen oder wegen nachlassender Leistung im Sehen und Hören immer schwerer fällt und man sich unsicher fühlt, kann dieses Angebot ein Anreiz oder ein letzter Anstoß sein, den Führerschein zurückzugeben“, sagt Bernd Ebert vom Landesseniorenrat.

Diese Voraussetzungen müssen für „Bus und Bahn statt Führerschein“ erfüllt werden

Um das Angebot in Anspruch nehmen zu können, müssen die betroffenen Personen ihren Erstwohnsitz in einem teilnehmenden Verkehrsverbund haben und einen Nachweis erbringen, dass sie ihren Führerschein abgegeben haben. Der Nachweis muss zwischen 1. Dezember und 31. August 2022 erbracht werden. Zudem muss der Antragssteller mindestens 65 Jahre alt sein oder aber mindestens 60 Jahre mit Bezug einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Ruhegehalt aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis oder Bezügen aus einer berufsständischen Versicherung erhalten. (pm/dh)

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