Antworten auf wichtigsten Fragen

Corona in Baden-Württemberg – schon fast jeder zweite Kreis ein Hotspot!

Der Wasserturm in Mannheim mit Abbildung zu Infektionszahlen des Robert-Koch-Institus.
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Der Wasserturm ist das Wahrzeichen Mannheims. Die Quadratestadt erreicht aufgrund ansteigender Infektionszahlen die Corona-Vorwarnstufe. (Archivbild/Fotomontage)

Corona in Baden-Württemberg - Wie sieht die Lage in den Hotspots aus? Welche Maßnahmen werden ergriffen? Reichen die Testkapazitäten aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Die Wortwahl wird schärfer, gleiches gilt für die Auflagen: Während die Zahl der am Coronavirus Erkrankten sprunghaft steigt, bereiten sich immer mehr Kreise und Städte auf weitere mögliche Einschränkungen in ihrer Region vor. Vor allem die Lage in den größeren Städten besorgt Gesundheitsexperten und erinnert vage an die Situation im vergangenen Frühjahr. Als erste Region in Baden-Württemberg hat der Kreis Esslingen die Warnstufe erreicht und Konsequenzen gezogen. Der Kreis wird nach Schätzungen von Experten nicht der einzige Hotspot in Baden-Württemberg bleiben. Daher hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann eindringlich an die Bürger appelliert, verantwortungsvoll zu handeln.

Die aktuellen Zahlen für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg:

  • Alb-Donau-Kreis: 1.026 Infizierte (+27), 26 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 35,5
  • Biberach: 940 Infizierte (+6), 38 Todesfälle (+1), 7-Tage-Inzidenz: 15,9
  • Böblingen: 2.458 Infizierte (+37), 49 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 44,6
  • Bodenseekreis: 611 Infizierte (+3), 8 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 18,9
  • Breisgau-Hochschwarzwald: 1.636 Infizierte (+23), 72 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 23,9
  • Calw: 1.023 Infizierte (+14), 28 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 33,9
  • Emmendingen: 769 Infizierte (+11), 44 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 31,8
  • Enzkreis: 1.004 Infizierte (+7), 28 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 34,1
  • Esslingen: 3.538 Infizierte (+63), 122 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 82,4
  • Freudenstadt: 707 Infizierte (+10), 39 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 27,9
  • Göppingen: 1.375 Infizierte (+21), 40 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 39,1
  • Heidenheim: 649 Infizierte (+1), 41 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 8,3
  • Heilbronn: 1.535 Infizierte (+21), 44 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 28,7
  • Hohenlohekreis: 916 Infizierte (+13), 47 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 30,2
  • Karlsruhe: 1.642 Infizierte (+31), 90 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 20,4
  • Konstanz: 872 Infizierte (+15), 17 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 18,2
  • Lörrach: 968 Infizierte (+13), 65 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 17,5
  • Ludwigsburg: 3.256 Infizierte (+56), 76 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 51,2
  • Main-Tauber-Kreis: 637 Infizierte, 11 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 27,9
  • Neckar-Odenwald-Kreis: 618 Infizierte (+9), 23 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 36,2
  • Ortenaukreis: 1.923 Infizierte (+43), 126 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 31,3
  • Ostalbkreis: 2.020 Infizierte (+30), 45 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 29,9
  • Rastatt: 825 Infizierte (+13), 19 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 17,7
  • Ravensburg: 977 Infizierte (+15), 7 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 13,3
  • Rems-Murr-Kreis: 2.458 Infizierte (+37), 99 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 38,9
  • Reutlingen: 2.150 Infizierte (+29), 82 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 44,6
  • Rhein-Neckar-Kreis: 1.090 Infizierte (+17), 41 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 30,5
  • Rottweil: 820 Infizierte (+6), 26 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 20,7
  • Schwäbisch Hall: 1.296 Infizierte (+24), 60 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 51,3
  • Schwarzwald-Baar-Kreis: 848 Infizierte (+28), 35 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 56
  • Sigmaringen: 938 Infizierte (+6), 36 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 19,9
  • Tübingen: 1.747 Infizierte (+46), 60 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 63,4
  • Tuttlingen: 705 Infizierte (+13), 25 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 35,5
  • Waldshut: 487 Infizierte (+10), 35 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 17
  • Zollernalbkreis: 1.458 Infizierte (+9), 78 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 12,1
  • Baden-Baden (Stadtkreis): 270 Infizierte (+5), 19 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 52,6
  • Freiburg im Breisgau (Stadtkreis): 1.421 Infizierte (+23), 80 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 37,2
  • Heidelberg (Stadtkreis): 622 Infizierte (+18), 7 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 33,4
  • Heilbronn (Stadtkreis): 859 Infizierte (+19), 17 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 58,5
  • Karlsruhe (Stadtkreis): 831 Infizierte (+20), 14 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 23,4
  • Mannheim (Stadtkreis): 1.425 Infizierte (+41), 13 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 56,7
  • Pforzheim (Stadtkreis): 689 Infizierte (+1), 10 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 27,8
  • Stuttgart: 3.713 Infizierte (+125), 67 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 82,9
  • Ulm (Stadtkreis): 687 Infizierte (+15), 10 Todesfälle, 7-Tage-Inzidenz: 44,2
  • Summe: 57.442 Infizierte (+967), 1.920 Todesfälle (+1), 7-Tage-Inzidenz: 38,1
  • (Quelle: Ministerium für Soziales und Integration, RKI-Dashboard, Stand: 16. Oktober, 0 Uhr)

Corona in Baden-Württemberg: Wo ist es besonders kritisch?

Nach dem Kreis Esslingen bewegt sich auch die Landeshauptstadt Stuttgart auf die kritische Marke zu. Dort hat der Wert am Donnerstag (8. Oktober) bereits bei 43,7 gelegen. Bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche werden schärfere Maßnahmen eingeleitet.

Ebenfalls hohe Zahlen weisen die Kreise Ludwigsburg, Göppingen und Schwäbisch Hall, der Ortenaukreis und Mannheim auf. Die niedrigste Ansteckungsgefahr besteht den Zahlen zufolge momentan im Kreis Rottweil.

Corona in Baden-Württemberg: Was plant das Land angesichts der steigenden Zahlen?

Die Bundesländer können weitgehend in eigener Verantwortung über Einschränkungen oder aber die Lockerung von Auflagen entscheiden. Schärfere Regeln sind zurzeit in Baden-Württemberg nicht vorgesehen. „Eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum wird derzeit nicht flächendeckend geplant“, sagte eine Sprecherin.

Zuletzt hat eine Mehrheit der Bundesländer zudem ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen, sofern die Touristen keine maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können.

Corona in Baden-Württemberg: Wie reagieren Großstädte wie Mannheim?

Städte wie Mannheim, Mühlacker und auch Stuttgart folgen mit ihrer Verschärfung der Empfehlung der Bund-Länder-Kommission von Ende September. Sie nimmt vor allem Feiern im Familien- und Freundeskreis ins Visier. Deshalb gilt in der Quadratestadt und anderen betroffenen Regionen wie Stuttgart eine Beschränkung von Feiern auf 25 Personen in Privatwohnungen und 50 zum Beispiel in Restaurants.

Corona in Mannheim: Fallzahlen steigen weiter – Familienfeiern und Partygelage im Fokus der Behörden (Symbolbild).

Städte wie Mannheim ergänzen dies um weitere Auflagen zum Beispiel für das nächtliche Alkoholverkaufsverbot an Wochenenden. Auf öffentlichen Plätzen muss in Esslingen ein Schutz über Mund und Nase getragen werden.

Corona in Baden-Württemberg: Reichen die Test-Kapazitäten aus?

Tests könnten in den rund 50 Corona-Testzentren sowie in über 900 Corona-Schwerpunktpraxen vorgenommen werden. Der am stärksten betroffene Kreis Esslingen baut seine Kapazitäten zudem aus. Im Abstrichzentrum in Nürtingen können
laut Landratsamt pro Tag 600 Tests durchgeführt werden.

Mit einem zweiten Abstrich-Zentrum, das nun auf der Messe wieder eröffnet werden soll, könnten täglich mehr als 1.000 Menschen getestet werden, heißt es.

Corona in Baden-Württemberg: Kann der Corona-Test beim Hausarzt durchgeführt werden?

Auch Hausärzte dürfen testen. Sie gehen aber ganz unterschiedlich mit den Corona-Abstrichen um. „Manche schicken die Menschen, die einen Test brauchen, sofort zur Corona-Schwerpunktpraxis, andere testen ihre eigenen Patienten nach der Sprechstunde“, sagte eine Sprecherin der Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW).

Allerdings ruft der Hausärzteverband niedergelassene Mediziner wegen der bevorstehenden Grippesaison auf, weitere Corona-Schwerpunktpraxen (CSP) einzurichten. Die bestehenden 900 Praxen müssten alle Menschen mit Erkältungssymptomen auf Corona testen, zugleich die wegen der Pandemie besonders empfohlene Grippeimpfung vornehmen und die Grundversorgung sichern, sagte der Landesverbandsvize Frank-Dieter Braun. Sie seien damit überfordert.

Corona in Baden-Württemberg: Sind die Ärzte ausreichend ausgerüstet?

Derzeit soll es keinen Mangel an Schutzausrüstung und Abstrich-Kits geben. Die Labore seien aus-, aber nicht überlastet, sagt die KVBW-Sprecherin. „Da haben wir noch keine Krise.“

Corona in Baden-Württemberg: Und wie sieht es auf den Intensivstationen aus?

Derzeit (Stand: 9. Oktober, 11.00 Uhr) sind 2326 von 3221 verfügbaren Intensivbetten im Land belegt. Zudem gibt es eine Notfallreserve von 1528 zusätzlich aufstellbaren Intensivbetten, die innerhalb von sieben Tagen verfügbar wäre. Das geht aus Daten des sogenannten Intensivregisters hervor, auf die sich auch das baden-württembergische Sozial- und das Innenministerium berufen.

Neben den Intensivbetten stehen Beatmungsgeräte in einem Krankenhaus (Archivbild).

In Zusammenhang mit Covid-19 werden im Südwesten derzeit 66 Menschen behandelt, 31 davon müssen beatmet werden. (dpa/lsw/esk)

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