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Corona-Mutation in Baden-Württemberg: Infektionswelle in Kita – „Das ändert alles!“

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Von: Katja Becher

Baden-Württemberg - Ein überraschender Ausbruch der Corona-Mutation in einer Kita in Freiburg hat die Landesregierung überrascht. Was das für Schulen und Kitas bedeutet:

Update vom 30. Januar: Die Landesregierung will die Coronavirus-Mutanten durch die Untersuchung aller positiven Tests in
Schach halten. Dafür sollen die Test-Labore sämtliche positiven Proben künftig an die Labore der Universitätskliniken weiterleiten.
Damit bekommen wir einen Überblick über die Ausbreitung der neuen Virusvarianten im Land und können sie besser kontrollieren und überwachen“, sagt Gesundheitsminister Manne Lucha am Samstag in Stuttgart.

Die Dynamik der Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und Südafrika sei besorgniserregend. Der Grünen-Politiker betont: „Wir müssen alles daransetzen, dass sich diese gefährlichen Mutanten in Baden-Württemberg nicht weiter ausbreiten.“ Die Ausweitung der Tests hatte die Landesregierung am Samstag beschlossen.

Wegen der Mutanten werden auch die Regeln für die Quarantäne verschärft. Deren Dauer für Kontaktpersonen der Kategorie 1 von einem mit einer Virusmutante infizierten Menschen wird von 10 auf 14 Tage erhöht. Auch für deren Haushaltsangehörige gilt eine Quarantäne von 14 Tagen. Damit soll die Bevölkerung vor einer unkontrollierten Weiterverbreitung der Varianten geschützt werden.

Corona-Mutation in Baden-Württemberg: Infektionswelle in Kita – „Das ändert alles!“

Update vom 28. Januar, 16:25 Uhr: Schulen und Kitas werden nicht früher geöffnet! Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfahren hat, hat Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann entscheiden, den Lockdown auch in Kitas und Schulen bis zum 14. Februar fortzusetzen. Grund ist der Ausbruch der Corona-Mutation in einer Freiburger Kita, bei dem sich mindestens 18 Kinder und Erzieher infiziert haben. „Die Diskussionen um weitere Lockerungen sind erstmal gegenstandslos geworden“, so Kretschmann bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend.

Corona-Mutation in Baden-Württemberg: Ausbruch in Kita ändert alles! „Völlig neue Situation“

Meldung vom 28. Januar, 8 Uhr: Kurz vor der Entscheidung zur Öffnung von Schulen und Kitas macht der Corona-Ausbruch in einer Kita in Baden-Württemberg der Landesregierung einen Strich durch die Rechnung. Es gibt erste Hinweise, dass es sich bei der Variante, die in der Kindertagesstätte in Freiburg aufgetreten ist, um eine Corona-Mutation handelt. Die Diskussion um die frühzeitige Öffnung ist damit erstmal vom Tisch – stattdessen ist die Regierung von Baden-Württemberg bemüht, weitere Übertragungen zu verhindern. Doch ist es dafür längst zu spät?

Corona-Mutation in Baden-Württemberg: 14 Erzieher und 10 Kinder in Kita infiziert

14 Erzieher und Erzieherinnen sowie 10 Kinder der Freiburger Kita Immergrün haben sich womöglich mit einer mutierten Variante des Coronavirus infiziert. Zwei der Kinder seien schon positiv darauf getestet worden, sagte ein Sprecher der Diakonie Baden, Träger der Einrichtung. Und: „Die Krankheitsverläufe waren allesamt moderat.“ Der Corona-Ausbruch in Freiburg geht nach Erkenntnissen der Diakonie auf einen Erzieher zurück, der zunächst keine Symptome hatte. „Als er unter Geschmacksverlust litt und sich sofort testen ließ, hatte er das Virus schon weitergegeben“, teilte ein Sprecher am Mittwochabend in Karlsruhe mit.

Das Gebäude der Kita Immergrün steht im Freiburger Stadtteil Vauban.
Das Gebäude der Kita Immergrün steht im Freiburger Stadtteil Vauban. © Philipp von Ditfurth/dpa

In der Kita in Freiburg seien die sechs Gruppen getrennt. Alles spreche dafür, dass über Kontakte im Privaten dann das Virus auch auf Mitglieder anderer Gruppen übertragen worden sei, sagte der Sprecher. Vier der Gruppen seien seit zehn Tagen in Quarantäne.  Das Gesundheitsamt habe das Hygienekonzept der Kita „als ordnungsgemäß und gut gewürdigt“. Die Behörden hätten der Einrichtung erlaubt, ab Montag wieder für die ihr anvertrauten Kinder die Notbetreuung zu übernehmen, hieß es.

Corona-Mutation in Baden-Württemberg: Ausbruch in Kita – Öffnung von Schulen liegt auf Eis

Landesweit sind dem Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg 13 weitere Fälle mit den neuen Corona-Varianten bekannt. In Freiburg und im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald gebe es 8 Fälle, im Landkreis Ravensburg 3 und im Ortenaukreis 2 Fälle. Ursprünglich wollten Ministerpräsident Kretschmann und Kultusministerin Eisenmann am Mittwoch die Entscheidung zur schrittweisen Öffnung von Kitas und Grundschulen ab kommenden Montag verkünden. Die Öffnung liegt nun erstmal auf Eis. Ministerpräsident Kretschmann teilte mit, er habe immer deutlich gemacht, dass man die Entscheidung über die Öffnung von Schulen und Kitas abhängig vom Pandemiegeschehen treffen und man vor einer ganz neuen Situation stehen würde, sollte sich einer der mutierten Viren manifestieren.

Corona-Mutation in Baden-Württemberg: Ausbruch in Freiburger Kita – bald Schnelltests aus der Notreserve?

Bereits am Mittwochabend bot Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) der Kultusministerin an, für die Notbetreuung in Kitas und Grundschulen kurzfristig Schnelltests aus der Notreserve des Landes zur Verfügung zu stellen. So könne das Personal mehrmals die Woche getestet werden. „Die Kultusministerin ist angesichts der besorgniserregenden Mutationen jetzt wirklich aufgerufen, die Gruppen in der Notbetreuung klein zu halten und kurzfristig die notwendigen Voraussetzungen in den Kindertagesstätten und Schulen zu schaffen, um die Tests durchführen zu können.“ 

Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte am Abend in Stuttgart gesagt, der Fall in Freiburg habe sie „vor eine völlig neue Situation gestellt“. Nun gelte es zunächst, den Sachverhalt aufzuklären, sagte sie bei einer Online-Veranstaltung der Landes-CDU mit dem Titel „Eisenmann will‘s wissen“.

Corona-Mutation in Baden-Württemberg: Ausnahmezustand in Freiburg – „Licht ins Dunkel bringen“

Freiburgs Bürgermeister Martin Horn (parteilos) teilte zum Ausbruch in der Kita mit, es mache ihn sehr betroffen, dass die neue Variante in Freiburg angekommen sei und insbesondere, dass Kinder betroffen seien. „Wir werden die Situation mit großer Aufmerksamkeit und Sorge verfolgen und sämtliche notwendigen Maßnahmen einleiten“, so Horn am Mittwochabend. Die Stadt sei in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sowie dem betroffenen Träger. Nach weiteren Testergebnissen tage umgehend der Krisenstab und werde das weitere Vorgehen besprechen.

Der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Freiburger Kindergärten und -tagesstätten, Simeon Stephan, forderte dringend Aufklärung über die Situation in der Stadt. „Wir müssen Licht ins Dunkel bringen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Zu klären sei zum Beispiel, wie stark Freiburg auch von mutierten Corona-Varianten betroffen sei, um welche es sich genau handele, ob das zu höheren Ansteckungsraten führe, wie schnell auch Kinder angesteckt würden und wie die Krankheitsverläufe in diesen Fällen sich von anderen unterscheiden. „Es gibt in der Elternschaft schon Sorgen wegen der Mutationen.“ (kab/dpa)

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