Erzieher-Ausbildung bei der Stadt

Azubis feste Bezugspersonen für die Kinder 

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Sind von dem neuen Modell der praxisintegrierten Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher überzeugt: (v.l.) Helena Heidmann, Erzieherin in der städtischen Kita Schwetzinger Terrasse, Kita-Leiter Thilo Domschat und Azubi Marina Schlundt.

Dieses Ausbildungsmodell kommt an: Die Stadt Heidelberg bildet mit einem dualen System Erzieher in ihren Tagesstätten aus. Praxisorientierter geht es nicht ...

Seit 2013 bildet die Stadt Heidelberg in ihren Kindertageseinrichtungen Erzieherinnen und Erzieher praxisintegriert aus. Hierbei sind die Auszubildenden drei Jahre lang in derselben Einrichtung tätig, gehen parallel zur Fachschule und erhalten von Anfang an eine Vergütung – ein wesentlicher Unterschied zum bisher klassischen Ausbildungsweg für Erzieher, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

„Die neue duale Ausbildung bietet eigentlich nur Vorteile“, ist Helena Heidmann überzeugt. Sie arbeitet als Erzieherin in der städtischen Kindertageseinrichtung Schwetzinger Terrasse im Heidelberger Stadtteil Bahnstadt und ist seit einem Jahr für die Ausbildung von Marina Schlundt verantwortlich. Die 21-Jährige hat Abitur gemacht und ein freiwilliges soziales Jahr in einem städtischen Hort absolviert. Danach schwankte sie zwischen Studium und Ausbildung, bevor sie sich für die dreijährige praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin entschied: „Mir liegt der Praxisbezug einfach mehr. Und die Möglichkeit, von Anfang an Geld zu verdienen, hat mir die Entscheidung zusätzlich leicht gemacht“, erklärt Marina Schlundt. „Der einzige Nachteil ist vielleicht, dass wir im Gegensatz zu der traditionellen Ausbildung keine Schulferien, sondern nur 28 Tage Urlaub haben.“

Dennoch: Auch Helena Heidmann hätte damals diesen Weg gewählt, wenn es ihn schon gegeben hätte: „Die Schüler sind drei Tage pro Woche in der Kita und damit eine feste Bezugsperson für die Kinder. Da sie in der Regel drei Jahre in derselben Einrichtung bleiben, können wir sie langfristig und zuverlässig einsetzen. Das hilft uns und den Kindern sehr, und auch die Azubis können so mehr Verantwortung übernehmen. Dabei lernen sie am meisten.“ 

Worin liegt nun der Unterschied bei den beiden Ausbildungsgängen?

Auf dem klassischen Weg besucht man nach der mittleren Reife zunächst ein Jahr das Berufskolleg, dann zwei Jahre die Fachschule für Sozialpädagogik und beendet die Ausbildung mit dem einjährigen Anerkennungspraktikum. Nur dieses letzte Jahr wird vergütet. 

Auch für die praxisintegrierte Ausbildung reicht die mittlere Reife. Mit diesem Schulabschluss muss zunächst das einjährige Berufskolleg absolviert werden.

Hat man Abitur, entfällt dieses Jahr und es reicht ein sechswöchiges Vorpraktikum. Dann folgt die dreijährige Ausbildung mit jeweils drei Tagen Praxis und zwei Tagen Fachschule.

In diesen drei Jahren zahlt die Stadt Heidelberg eine Ausbildungsvergütung ab etwa 800 Euro brutto. Beide Ausbildungsgänge führen zum selben Abschluss. Stadt möchte den praxisintegrierten Ausbildungsweg ausbauen Voraussetzung für die praxisintegrierte Ausbildung ist, dass die Azubis eine Kindertageseinrichtung finden, die entsprechend ausbildet.

Da die Stadt Heidelberg von dem Modell überzeugt ist, möchte sie es weiter ausbauen. 

Ausbildungsleiterin Jutta Pfisterer erklärt: „Bislang bekommen wir aus unseren Einrichtungen nur positive Rückmeldungen, so dass wir diesen Weg der Ausbildung auf jeden Fall weitergehen werden. Wir haben mit zwei Auszubildenden begonnen, im kommenden Jahr werden es bereits vier sein. Natürlich nehmen wir aber weiterhin auch Praktikantinnen und Praktikanten aus der schulischen Ausbildung. Die Mischung macht´s!“

Die Stadt Heidelberg bietet mit rund 30 verschiedenen dualen Studiengängen und Ausbildungsberufen eine breite Palette für Berufsstarter. Wer im September/Oktober 2015 eine Ausbildung oder ein duales Studium bei der Stadt Heidelberg beginnen möchte, muss sich bereits in diesem Jahr bewerben. Auf der städtischen Homepage gibt es Informationen und man kann sich dort auch bereits online bewerben.

pm

Quelle: Heidelberg24

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