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Amoklauf an Uni Heidelberg: Über 150 Schuss – Plante Nikolai G. (†18) ein Blutbad?

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Von: Daniel Hagen

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Heidelberg - Hat der 18-jährige Todesschütze ein noch viel schlimmeres Blutbad in der Uni geplant? Die Polizei fand 100 Schuss Munition bei ihm! Der aktuelle Stand der Ermittlungen:

Update vom 25. Januar, 7:13 Uhr: Der Schock nach dem Amoklauf in Heidelberg sitzt auch am Morgen danach noch immer tief! Weshalb der 18-jährige Student am frühen Montagnachmittag in einem Hörsaal der Uni Heidelberg mit einem Gewehr um sich schoss, ist derzeit noch immer unklar. Rückblick: Der junge Mann hatte kurz vor 12:30 Uhr den Hörsaal betreten, in dem gerade vor rund 30 Studenten ein Tutorium abgehalten wurde, und ohne jegliche Vorwarnung geschossen. Dabei verletzte er vier Studierende, drei Frauen und ein Mann im Alter von 19, 20 und 23 Jahren. Während die beiden 19- und 20-jährigen Frauen sowie der 20-jährige Mann glücklicherweise nur leichtere Verletzungen davongetragen haben, wurde die 23-Jährige so schwer verletzt, dass sie noch am Nachmittag in der benachbarten Universitätsklinik verstorben ist.

Polizisten untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität, wo es einen Amoklauf gegeben.
Polizisten untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität, wo es einen Amoklauf gegeben. © Sebastian Gollnow/picture alliance/dpa

Nach der Tat flüchtete der Schütze ins Freie und hat sich dort in der Nähe des Botanischen Gartens selbst erschossen. Bei ihm wurden zwei Gewehre und über 150 Schuss Munition sichergestellt. Nach den derzeitigen Erkenntnissen soll der 18-Jährige beide Waffen wenige Tage vor der Tat im Ausland erworben haben. Die Ermittlungen zu deren Herkunft dauern noch an. In seinem Rucksack wurden rund 100 Schuss Munition sichergestellt. Warum der Teenager nicht noch ein viel schlimmere Bluttat angerichtet hat, bleibt wohl für immer sein dunkles Geheimnis. Eine Chronologie des Amoklaufs in Heidelberg kannst Du hier nachlesen.

Amok-Horror im Hörsaal: 400 Polizisten und Spezialkräfte im Einsatz

Sowohl die Leiche des 18-Jährigen als auch der des 23-jährigen Opfers sind beschlagnahmt und wurden zur Obduktion zum Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Heidelberg gebracht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg sind sowohl die Wohnung des 18-Jährigen in Mannheim als auch weitere Räumlichkeiten bei seinen Eltern durchsucht worden. Digitales Equipment wurde sichergestellt und wird nun ausgewertet.

Amoklauf auf Uni-Campus in Heidelberg mit mehreren Verletzten
Polizisten untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität, wo es einen Amoklauf gegeben. © Sebastian Gollnow

Neben den Rettungskräften in den Einsatz eingebunden waren insgesamt mehr als 400 Polizeibeamtinnen und -beamte. Darunter auch das Mobile Einsatzkommando und das Spezialeinsatzkommando des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen. Darüber hinaus hat das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes in Stuttgart die Zentralen Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg bei der Spurensicherung und der ersten Auswertung unterstützt.

Das Motiv der Tat ist nach wie vor unklar und Gegenstand der weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Dezernats Kapitalverbrechen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg.

Heidelberg: WhatsApp vor Amoklauf – Mutmaßlicher Täter (†18) wollte „Leute bestrafen“

Update vom 24. Januar, 19:40 Uhr: Bei dem mutmaßlichen Amokläufer handelt es sich um einen Studenten der Biologie. Er könnte zudem eine psychische Erkrankung gehabt haben. Man wisse zudem, wo und bei wem der 18-Jährige seine Waffen gekauft hat. Zu diesen habe er noch etwa 100 Schuss Munition bei sich gehabt. Gegen diese Person soll jetzt auch ermittelt werden. Kurz vor der Tat soll der mutmaßliche Amokläufer eine WhatsApp verschickt haben, mit dem Inhalt, dass „Leute bestraft“ werden müssten, ohne jedoch Namen zu nennen.

Heidelberg: OB Würzner fühlt sich an Amokfahrt am Bismarckplatz zurückerinnert

Update vom 24. Januar, 19:35 Uhr: Oberbürgermeister Eckart Würzner habe sich bei der Benachrichtigung über den heutigen Vorfall an den Amokfahrt in Heidelberg vor fünf Jahren erinnert gefühlt und hatte Angst, dass der Täter weiterhin auf der Flucht sei. Der OB sei daher „froh“ darüber gewesen, als die Entwarnung gekommen sei. „Was treibt einen Jugendlichen, gerade einmal erwachsen gewordenen 18-Jährigen dazu, mit zwei solchen Waffen und schwerer Bewaffnung in einen Hörsaal zu gehen und dort durchaus möglicherweise Bekannte oder Personen zu töten?“ Diese Situation sei für uns alle kaum vorstellbar.

Update vom 24. Januar, 19:30 Uhr: Polizeipräsident Siegfried Kollmar äußert sich zudem auch zu den vier Opfern. Demnach handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 19 und 21 Jahren, einen Mann im Alter von 20 Jahren, die bei dem Amoklauf leicht verletzt worden sind. Eine 23-Jährige wird jedoch in den Kopf getroffen und stirbt gegen 16 Uhr. Zudem sollen noch etwa 29 weitere Studenten im Raum gewesen sein, die unter Todesangst litten.

Heidelberg: Mutmaßlicher Amokläufer war erst 18

Update vom 24. Januar, 19:00 Uhr: „Wir sind in Baden-Württemberg, was die Krisenintervention in Bildungseinrichtungen angeht, sehr gut vorbereitet“, sagt Thomas Stobl zu Beginn der Pressekonferenz und bedankt sich bei dem schnellen Handeln und Eingreifen der Einsatzkräfte. Kurz darauf erläutert Polizeipräsident Siegfried Kollmar den Ablauf des Amoklaufs. Gegen 12:30 hätten innerhalb weniger Sekunden sieben Anrufe ein, die von einem bewaffneten Mann in dem Gebäude berichteten. Nachdem die Beamten kurz danach die Anlage durchsuchen, erreichen rund zehn Minuten später den betroffenen Saal. Gegen 12:51 Uhr habe man den mutmaßlichen Amokläufer tot aufgefunden. Mit über 400 Einsatzkräften sei der Campus durchsucht worden.

„Der 18-Jährige deutsche mutmaßliche Täter ging mit zwei Langwaffen bewaffnet, mit einer Doppelflinte und mit einer Repertierwaffe, in den Saal und hat mehrfach geschossen. Wir haben im Moment drei Hülsen gefunden, aber die Absuche läuft auch noch und hat dabei vier Personen verletzt“, berichtet Siegfried Kollmar. Der mutmaßliche Täter sei bislang nicht bei der Polizei bekannt gewesen. Der Täter habe beide Waffen kurz vor der Tat im Ausland gekauft und keinen Waffenschein gehabt. Eine Obduktion des 18-Jährigen und des 23-jährigen Opfers sollen weitere Fragen beantworten. Die restlichen drei Stunden sollen mit leichten Verletzungen davongekommen sein.

Heidelberg: Heidelberg: Ab 19 Uhr – Polizei äußert sich in Pressekonferenz zu Amoklauf

Erstmeldung vom 24. Januar, 18:11 Uhr: Am Montagnachmittag (24. Januar) stürmt ein bislang unbekannter Mann eine Uni-Vorlesung im Neuenheimer Feld und schießt mit einem Gewehr um sich. Dabei werden insgesamt vier Studenten zum Teil schwer verletzt. Anschließend flieht der Amokläufer und erschießt sich selbst. Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an, sperrt und durchsucht den Bereich. Da es sich wohl um einen Einzeltäter gehandelt hat, können die Einsatzkräfte kurz darauf Entwarnung geben. Nur Stunden später stirbt eines der Opfer – eine junge Studentin – an ihren Verletzungen. Nach dem Amoklauf stellen sich viele Fragen zu der Tat, denen die Ermittler jetzt nachgehen müssen.

Heidelberg: Polizei und Staatsanwaltschaft äußern sich zu Amoklauf

Ein paar der bislang ermittelten Antworten werden Polizei und Staatsanwaltschaft Heidelberg schon um 19 Uhr in einer Pressekonferenz erläutern. Diese Personen nehmen daran teil:

Theresia Bauer hat sich zusammen mit anderen Politikern bereits in den sozialen Medien zu dem Amoklauf in Heidelberg geäußert und ihre Solidarität bekundet. (pol/dh)

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