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Neubau muss her – Fußgängerbrücke am Altstadt-Bahnhof soll 2 Millionen kosten

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Er dient als Zugang für ein einzelnes Gebäude am Valerieweg. Jetzt muss der Fußgängersteg am Karlstorbahnhof erneuert werden – für zwei Millionen Euro.

Er zählt zu den Geheimtipps in Heidelberg: der wenige hundert Meter lange Valerieweg, der das Ostende des S-Bahnhofs Altstadt am Karlstor mit dem Schlosswolfsbrunnenweg verbindet. Ein Fußgängersteg führt vom Karlstorbahnhof über die Bahngleise zum einige Meter höher gelegenen, einzeln stehenden Haus und zum Anfang des Valeriewegs. Der Steg aus den 1930ern ist in einem äußerst maroden Zustand. Er muss abgerissen und für hohe Kosten neu gebaut werden.

Heidelberg muss Fußgängersteg am Karlstorbahnhof erneuern – immense Kosten

Mit dem Thema beschäftigt sich am Mittwoch (23. November) der Haupt- und Finanzausschuss. 2014 wurde der Valeriewegsteg zuletzt geprüft, heißt es in einer Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Schon damals wurden „schwere Mängel an der Bauwerkskonstruktion“ festgestellt. Diese haben sich bis 2021 weiter verschlechtert. Standsicherheit und Dauerhaftigkeit können mittlerweile nicht mehr gewährleistet werden. Ähnlich hielt es sich auch mit der Fußgängerbrücke am Hausackerweg, die 2015 abgerissen wurde.

Eine Sanierung der Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1936 ist laut Stadt nicht mehr möglich – er muss abgerissen und neu gebaut werden. Um das Haus am Valerieweg weiter mit der Schlierbacher Landstraße zu verbinden, wird in den kommenden Monaten eine provisorische Treppenanlage errichtet. Dann folgen Abriss und Neubau des Fußgängerstegs. Geplante Kosten für das Projekt, das 2025 abgeschlossen sein soll: 2 Millionen Euro.

Der Fußgängersteg zum Valerieweg am S-Bahnhof in der Altstadt von Heidelberg muss neu gebaut werden.
Der Fußgängersteg zum Valerieweg am S-Bahnhof in der Altstadt muss neu gebaut werden. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Neubau des Valeriewegsteg wird teuer – Stadt muss Weg zu einzelnem Haus gewährleisten

Die Stadt muss die Erreichbarkeit des Gebäudes, das aktuell in Privatbesitz und vermietet ist, für Feuerwehr und Rettungsdienste gewährleisten. Allein für das Provisorium, das vom Ostende des Bahnsteigs Gleis 2 am Altstadt-Bahnhof zu dem Anwesen Valerieweg 2 führen soll, sind Kosten von rund 300.000 Euro kalkuliert. Der Bau der provisorischen Konstruktion ist für April bis Juni 2023 geplant. Anschließend wird der aktuelle Stahlsteg rück- und dann neu gebaut. Die Bahn hat einer Nutzung des Bahnsteigs für den Zuweg befristet bis 2025 zugestimmt. Bis dahin müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Einer kostengünstigeren Variante steht der Denkmalschutz im Weg: „Der Steg bildet mit dem Gebäude in Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal“, steht in der Beschlussvorlage. Heißt: Anwesen und Steg müssen erhalten werden. Zudem wird auch der „neue“ Steg wie der alte eine Stahlkonstruktion sein. Farbe: „grau“ (DB 703 Eisenglimmer). Einzig die Breite des neuen Bauwerks wird von 2 auf 2,50 Meter vergrößert.

Der Valeriewegsteg am Karlstorbahnhof in Heidelberg muss neu gebaut werden.
Der Valeriewegsteg am Karlstorbahnhof muss neu gebaut werden. © Florian Römer/HEIDELBERG24

2 Millionen Euro Gesamtkosten – Neubau des Stegs zum Valerieweg im Jahr 2024

Eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Stegneubau liegt bereits vor. Nach Absprache mit der Deutschen Bahn wird dieser zweite Bauabschnitt zwischen Januar 2024 und November 2024 durchgeführt. Sperrpausen für die Baumaßnahmen wurden bereits angemeldet. Eine Verschiebung bei den Arbeiten würde zu neuen Sperrpausen-Anträgen und einer Verzögerung von rund zwei Jahren führen. „Das wäre vor dem Hintergrund des Bauwerkszustands keinesfalls zu verantworten“, schreibt die Stadtverwaltung.

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Die Gesamtkosten werden sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen. Beim Regierungspräsidium Karlsruhe wurden Fördergelder beantragt. Offen ist derzeit allerdings, ob diese auch bewilligt werden. Der Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss hat der Maßnahme bereits zugestimmt. Endgültig entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. Dezember. (rmx)

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