1. Mannheim24
  2. Region

Corona in BW: Knallhart-Maßnahme! In diesem Kreis gilt nächtliche Ausganssperre für Ungeimpfte

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Kiefer

Kommentare

Corona in Baden-Württemberg – Der Pandemie-Ticker mit den wichtigsten Zahlen und Entwicklungen im Südwesten sowie der Top 5 der höchsten Inzidenz-Regionen:

Update vom 20. November, 15:45 Uhr: Wegen eines außergewöhnlich starken Anstiegs an Corona-Infektionen dürfen Ungeimpfte im Schwarzwald-Baar-Kreis von Montag (22. November) an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Das Verlassen der eigenen vier Wände in dem Corona-Hotspot zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr sei nur noch für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, sagt Landrat Sven Hinterseh am Samstag. Die Allgemeinverfügung gilt ab Montag.

Drastische Maßnahme in BW: Erster Landkreis verhängt nächtliche Ausgangsbegrenzung

Zutritt zu beispielsweise Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel sei ausschließlich immunisierten - geimpft und genesen - Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Das Landesgesundheitsamt hat am Donnerstag für den Schwarzwald-Baar-Kreis einen außergewöhnlich starken Anstieg des
Infektionsgeschehens innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. „So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner nach dem angegebenen Berichtsstand bei einem Wert von 659,6 und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt“, hieß es.

Corona in BW: Impfkampagne soll effektiver werden – „Müssen die Basis verbreitern“

Update vom 20. November, 10:30 Uhr: In einer Sache sind sich fast alle einig: Es muss geimpft und aufgefrischt werden, was die Spritzen hergeben. Mit Blick auf die kommenden Monate fordern neben Politikern und Wissenschaftlern auch Krankenhausträger und Ärzteschaft, alle Kräfte für eine Intensivierung der Impfkampagne zu mobilisieren. „Wir müssen, um noch mehr Geschwindigkeit aufzunehmen, glaube ich, die Basis verbreitern, an der geimpft werden kann“, sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, am Freitag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Marburger Bund und Spitzenverbänden der Fachärzte, Leitenden Krankenhausärzte und Krankenhausdirektoren.
Das Problem: Nun dringend benötigte Kapazitäten wie etwa große Impfzentren wurden vielerorts zurückgebaut. Neben den
niedergelassenen Ärzten setzen die Länder daher nun vor allem auf niedrigschwellige und lokale Angebote, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Die niedergelassenen Ärzte werden in Baden-Württemberg von 155 mobilen Impfteams unterstützt. Sie sollen sieben Tage die Woche im Einsatz sein und pro Tag jeweils rund 130 Dosen verabreichen. Darüber hinaus sollen zusätzlich feste Impfstationen errichtet werden. „Wir glauben, dass dieses Konzept im Moment das richtige ist, da wir damit die Menschen direkt vor Ort erreichen, anders als mit den großen, überregionalen Impfzentren“, so das Sozialministerium. Die Nachfrage nach Impfungen hat angesichts steigender Infektionszahlen und schärferer Regeln zuletzt deutschlandweit zugenommen, insbesondere nach den sogenannten Booster-Impfungen.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Ostalbkreis700,9
LK Biberach677,9
LK Tuttlingen597,8
SK Pforzheim596,7
LK Rottweil594,3

Corona in BW: Ministerium beruhigt Bürger – „Gibt genügend Impfstoff“

Update vom 19. November, 8:33 Uhr: Auch wenn mancher sich zur Zeit vergeblich um eine Impfung bemüht: „Es gibt genügend Impfstoff“, betonte Uwe Lahl, Amtsleiter im Sozialministerium Baden-Württemberg im „Südkurier“ (Freitag). Glücklicherweise habe man beim Bund erreichen können, dass dieser wöchentlich ausgeliefert werde und kurzfristig bestellbar sei. „Da ist es natürlich bedauerlich, wenn der Ansturm unterschätzt und zu einem Vor-Ort-Termin zu wenig Impfstoff mitgebracht wurde“, sagte Lahl dem Blatt. Auf die Frage, wieviele Drittimpfungen in den nächsten Monaten voraussichtlich bewältigt werden müssen, sagte er: „Im Dezember müssen eine Million Menschen geimpft werden, im Januar zwei Millionen. Das wird der Höhepunkt sein.“

Lahl verteidigte zugleich, dass große Impfzentren nicht wieder hochgefahren werden. „Als Norddeutscher würde ich die Zentralen Impfzentren als Dickschiffe bezeichnen: Sie sind so groß, dass sie nur schwer zu manövrieren sind, brauchen lange, bis sie auf Touren sind und haben einen langen Bremsweg.“ Ein großes Impfzentrum schrecke zudem eher ab als eine kleine mobile Anlaufstelle im eigenen Rathaus oder auf dem Marktplatz.

Corona in BW: Landesregierung segnet 155 Mobile Impfteams ab

Die Ausrufung der Alarmstufe und die gleichzeitige Zunahme der Booster-Impfungen sorgen für ein gesteigertes Interesse an den Impfungen sowohl in den Arztpraxen als auch an den Stationen der Mobilen Impfteams in Baden-Württemberg. Deshalb hat die Landesregierung am Donnerstag (18. November) beschlossen, die niedergelassene Ärzteschaft mit 155 Mobilen Impfteams zu unterstützen. Die Wieder-Inbetriebnahme der großen Zentralen Impfzentren bräuchte hingegen einen langen Vorlauf – sie könnten frühestens im Januar ihren Betrieb aufnehmen, was viel zu spät wäre. Auch die Hallen seien vielerorts längst wieder anderweitig in Betrieb. „Wir erwarten jetzt auch von der Ärzteschaft, dass auch dort die Impfkampagne weiter mehr Schwung aufnimmt. Nach der heutigen Entscheidung der Ständigen Impfkommission, Booster-Impfungen für alle Erwachsenen zu empfehlen, wird die Nachfrage nach Impfungen weiter zunehmen“, so Sozialminister Manne Lucha (Grüne).

Hintergrund: Die Mobilen Impfteams sind sieben Tage die Woche im Einsatz. Mit den derzeitig geplanten 155 Impfteams sollen pro Team/Stützpunkt pro Tag rund 130 Impfungen durchgeführt werden – das gilt für dringend notwendige Erstimpfungen genauso wie für die sogenannten Booster- beziehungsweise Auffrischimpfungen. Im Dezember werden die Mobilen Impfteams insgesamt 600.000 Menschen impfen können. Bei der niedergelassenen Ärzteschaft gehen wir von 400.000 Impfungen im Dezember aus. Hinzu kommt noch die Möglichkeit der Impfung durch die Betriebsärzteschaft. Diese Kapazitäten sollen nun durch den Aufbau weiterer stationärer Impfstützpunkte in den Landkreisen ausgebaut werden.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach671,4
LK Schwarzwald-Baar-Kreis659,6
LK Ostalbkreis630,3
SK Pforzheim585,6
LK Heidenheim575,2

Corona in BW: Trotz 10.000 Neuinfektionen! Kretschmann gegen Wiedereröffnung von Impfzentren

Update vom 18. November, 8:43 Uhr: Negativ-Rekord bei Neuinfektionen (+10.166) und 7-Tage-Inzidenz (397,7)! Dennoch will Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) trotz steigender Nachfrage nach Corona-Impfungen die Impfzentren im Land nicht reaktivieren. „Das würde viel zu lange dauern, wieder diese alten Impfzentren aufzubauen“, sagte Kretschmann in der TV-Sendung „SWR Aktuell Baden-Württemberg“ am Mittwochabend. Er habe Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) gesagt, es werde mehr Druck gebraucht, um die 155 geplanten mobilen Impfteams auszurollen. „Das muss jetzt schnell erfolgen.“

Winfried Kretschmann und Manne Lucha
Winfried Kretschmann und Manne Lucha bei einer Pressekonferenz. (Archivfoto) © Sebastian Gollnow/dpa

Kretschmann wollte weder einen allgemeinen Lockdown noch erneute Schulschließungen angesichts der immer dramatischeren Lage ausschließen. Man warte nun inständig darauf, dass auch Impfungen für Sechs- bis Zwölfjährige möglich gemacht werden. Eine Impflicht für bestimmte Berufe sei zudem „absolut angezeigt“. Den Intensivstationen im Land drohe Überlastung.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach649,2
LK Schwarzwald-Baar-Kreis640,8
LK Heidenheim559,4
LK Rottweil551,5
LK Ostalbkreis550,8

Corona in BW: Ab sofort gilt Alarmstufe! Quasi-Lockdown für Ungeimpfte

Update vom 17. November, 9:43 Uhr: In Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ab Mittwoch die Alarmstufe ausgerufen, weil die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen den Grenzwert von 390 auch den zweiten Tag hintereinander überschritten hat! Die 2G-Regel (geimpft oder genesen) greift dann etwa in Restaurants, Museen, Kinos und öffentlichen Veranstaltungen.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz hat am Dienstag (Stand: 16 Uhr) bei 5,8 gelegen. Sie gibt die Zahl jener Menschen an, die pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit Corona-Symptomen in eine Klinik kommen. Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist auf 382,8 gestiegen. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie kletterte um 8.665 auf 719.017, wie das RKI am Mittwochfrüh meldete. Dramatisch: Mit weiteren 45 Menschen, die an einem Tag an oder mit Covid-19 gestorben sind, beklagt BW die zweitmeisten Todesopfer nach Bayern (77). Insgesamt trauert man im Ländle somit schon um 11.342 Corona-Tote.

Die Intensivmediziner und die Intensiv-Planungsverantwortlichen der Versorgungscluster in Baden-Württemberg appellierten am Dienstag an alle Bürger in Baden-Württemberg: „Impfen Sie sich sofort, lassen Sie sich zum dritten Mal impfen, tragen Sie Masken, wo Sie mit anderen Menschen in Räumen zusammenkommen, halten Sie Abstand und testen Sie sich regelmäßig.“ Die Auswirkungen der erwarteten neuen Covid-Erkrankungen auf den Intensivstationen in den nächsten Wochen seien besorgniserregend. Andere Menschen könnten dann wahrscheinlich nicht mehr so gut und zeitnah versorgt werden, weil Personal vermehrt in der Versorgung von Covid-19-Patienten gebunden sei.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach645,2
LK Schwarzwald-Baar-Kreis626,2
LK Rottweil566,5
LK Heidenheim509,7
LK Sigmaringen506,3

Corona in BW: Impfstatus von Beschäftigten – CDU-Ministerin für Auskunftspflicht

Update vom 16. November, 8:17 Uhr: Angesichts der verschärften Corona-Lage befürwortet die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut eine Auskunftspflicht für Beschäftigte über ihren Impfstatus. „Das würde den Gesundheitsschutz in den Betrieben vereinfachen“, sagte die CDU-Politikerin der Tageszeitung „Reutlinger General-Anzeiger“ vom heutigen Dienstag (16. November). „Zur Not kann man die Auskunftspflicht ja auch zeitlich begrenzen. Dann wäre dem Datenschutz genüge getan“, sagte die Ressortchefin. Die Infektionslage sei dramatisch, die Menschen müssten vor der Pandemie geschützt werden. „Dazu zählen auch Auffrischungsimpfungen in Betrieben.“

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).
Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). © Uwe Anspach/picture alliance/dpa

Auf Bundesebene will die mögliche neue Koalition aus SPD, Grünen und FDP eine 3G-Regel am Arbeitsplatz. Das würde bedeuten: Nur wer geimpft oder genesen ist oder einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweist, soll zur Arbeit gehen können. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte eine Auskunftspflicht von Beschäftigten über den eigenen Impfstatus abgelehnt. Die Berliner Ampel-Partner wollen auch die Homeoffice-Pflicht wieder einführen.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach643,8
LK Rottweil579,3
LK Schwarzwald-Baar-Kreis556,2
LK Heidenheim548,1
LK Sigmaringen523,1

Corona in BW: Impfquote von 90 Prozent nötig – Neue Studie ist alarmierend

Update vom 15. November, 8:53 Uhr: Das Corona-Virus wütet immer schlimmer! Jetzt enthüllt eine Studie, dass etwa 90 Prozent der Bevölkerung müssten geimpft sein, damit sich die grassierende Delta-Variante selbst dann nicht weiter ausbreiten kann, wenn alle Kontakteinschränkungen aufgehoben würden. Das ist eine der Schlussfolgerungen des Tübinger Epidemiologen Prof. Dr. Martin Eichner in seiner Literaturstudie, die er im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg vorgelegt hat.

Die Impfstoffe, die derzeit verabreicht werden, sind alle geeignet und sehr wirksam – auch das bestätigen die Ergebnisse. Selbst bei der sehr aggressiven Delta-Variante schützen die Impfstoffe zu 90 bis 100 Prozent davor, sehr schwer zu erkranken, ins Krankenhaus zu müssen oder gar zu versterben. Der Schutz vor Erkrankungen – auch mit milderen Symptomen – liegt bei bis zu 86 Prozent.

Corona in BW: Gesundheitsminister Lucha – Von Herdenimmunität „meilenweit entfernt“

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) bedankte sich bei Prof. Dr. Martin Eichner für die umfangreiche Arbeit: „Uns ist es ganz wichtig, dass wir unsere Politik auf Basis von wissenschaftlichen Fakten machen. Und diese verdeutlichen: Noch viel mehr Menschen in Baden-Württemberg müssen sich impfen lassen. Unsere Impfquote von 65,4 Prozent reicht nicht, um die Pandemie zu besiegen. Das merken wir auch in den Krankenhäusern, deren Intensivstationen im Augenblick wieder voll werden mit meist nichtgeimpften Corona-Patientinnen und -Patienten. Zusammen mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten stellen wir uns der Aufgabe und leisten mit den Mobilen Teams, die wir jetzt nochmal aufstocken, unseren Teil zur Impfkampagne bei. Denn Impfen ist der sicherste Ausweg aus der Pandemie.“

Manne Lucha im Landtag Stuttgart.
Der baden-württembergische Manne Lucha (Grüne). (Archivfoto) © Bernd Weissbrod/dpa

Die weiteren Studien-Erkenntnisse:

Was bedeutet Wirksamkeit bei Impfstoffen?

Die Wahrscheinlichkeit, schwer an COVID-19 zu erkranken, ist bei den vollständig gegen COVID-19 geimpften Personen um etwa 90 Prozent geringer als bei den nicht geimpften Personen. Dazu ein Beispiel: Man stelle sich vor, in einer Gegend mit vielen aktiven COVID-19-Fällen treten etwa 20 Fälle je 1.000 Personen auf. Würde in dieser Gegend dann ein Teil der Bevölkerung geimpft werden, würden also 20 von 1.000 ungeimpften Personen an COVID-19 erkranken, aber nur etwa 2 von 1.000 geimpften Personen. Wenn eine mit einem COVID-19-Impfstoff geimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt kommt, wird sie also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schwer erkranken.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach693,2
LK Rottweil577,2
LK Heidenheim569,2
LK Schwarzwald-Baar-Kreis523,8
SK Heilbronn514,8

Corona in BW: Müssen Patienten jetzt in andere Bundesländer verlegt werden?

Update vom 14. November: Um der angespannten Corona-Lage auf den Intensivstationen im Südwesten Herr zu werden, müssen manche Patienten womöglich in andere Bundesländer verlegt werden. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag), dass dazu schon Gespräche liefen. „Gerade in Norddeutschland ist die Lage noch entspannter - auch deshalb, weil dort die Impfquote höher ist“, erklärte er. „Es ist ein fatales Signal, dass wir andere Bundesländer um Hilfe bitten müssen, weil sich bei uns zu wenige impfen lassen.

Corona in BW: Alle Kliniken im Südwesten „sehr stark belastet“

Alle Standorte stünden unter enormem Druck. „Wir können nicht mehr so viele Patienten im Land verlegen, wie wir das eigentlich müssten“, sagte Lucha. „Alarmsignale haben wir aus Krankenhäusern im Raum Karlsruhe erhalten, gefolgt von Ulm und dem Raum
Stuttgart/Ludwigsburg.“ Noch könnten Intensivpatienten zum Beispiel nach Freiburg und Tübingen gebracht werden, erklärte der Minister. „Aber im Gegensatz zu vorigen Pandemiewellen sind derzeit leider sämtliche Standorte in Baden-Württemberg sehr stark belastet.

Covid-Intensivstation
Ein Patient auf der Intensivstation für Covid-19 Patienten des Klinikum Stuttgart. Für Ungeimpfte gelten in Baden-Württemberg künftig wieder umfassendere Testpflichten sowie die Rückkehr von Kontaktbeschränkungen. © Marijan Murat/dpa

Hinzu komme, dass einzelne Krankenhäuser ihr volles Programm führen und die Aufnahme von Corona-Patienten ablehnten, sagte Lucha. „Ich appelliere an die Solidarität der Kliniken.“ Er fordere die Krankenhäuser auf, „an die Grenze zu gehen und bis zu 40 Prozent ihrer Intensivkapazitäten für die Corona-Versorgung zur Verfügung zu stellen“, so der Gesundheitsminister. „Sonst sind wir gezwungen, über Allgemeinverfügungen rechtlich einzugreifen.

Corona in BW: Schulen sollen trotz steigender Corona-Zahlen offen bleiben

Update vom 13. November: Auch wenn wegen steigender Corona-Zahlen die Zügel in Baden-Württemberg wohl bald angezogen werden, soll der Schulbetrieb in Präsenz nach dem Willen der Regierung weitergehen. Schulschließungen sollten keine Option mehr sein, sagte ein Sprecher von Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). Oberstes Ziel sei es, so viel Präsenzunterricht anzubieten wie möglich. Der Gesundheitsschutz an den Schulen werde dabei an das Infektionsgeschehen angepasst.

Corona in BW: Krankenhäuser voll, „weil Ungeimpfte nicht beim Doktor waren“

Wenn die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen in baden-württembergischen Krankenhäusern an zwei Werktagen in Folge die Marke von 390 erreicht oder überschreitet, gelten landesweit schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Laut Divi-Intensivregister ist die Zahl der Corona-Intensivpatienten am Samstag (13. November) leicht zurückgegangen. Aktuell werden in Baden-Württemberg 372 Covid-19-Fälle intensivmedizinisch behandelt, acht weniger als am Vortag. Das Ausrufen der sogenannten Alarmstufe wird dennoch für kommende Woche erwartet. Als erster Kreis im Südwesten gilt im Landkreis Biberach (Inzidenz 689,7) bereits die Alarmstufe.

Schülerinnen und Schüler einer fünften Klasse der Johanniter Realschule Heitersheim sitzen während dem Unterricht in ihrem Klassenzimmer. Die Schüler der fünften und sechsten Klassen können in Baden-Württemberg ab heute wieder Präsenzunterricht durchführen. | Aktuell
Schulen in Baden-Württemberg sollen weiter offen bleiben. © Philipp von Ditfurth/picture alliance/dpa - Bildfunk

Erst vor wenigen Tagen hatte Schopper die Abschaffung der Maskenpflicht in den Schulklassen verteidigt und ungeimpfte Erwachsene scharf kritisiert. Krankenhäuser seien überlastet, „weil die Ungeimpften nicht beim Doktor waren, verdammte Axt. Kinder seien nicht das Hauptproblem in der Pandemie. Seit Beginn des Schuljahres habe noch keine Schule vollständig schließen müssen. Nie seien mehr als 56 der rund 68.000 Klassen im Land in Quarantäne gewesen.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach689,7
LK Rottweil532,9
LK Heidenheim531,6
SK Heilbronn497,4
LK Alb-Donau-Kreis446,5

Corona in BW: Land plant Sonderprämie für Intensiv-Pfleger – so viel Geld könnte es geben

Erstmeldung vom 12. November, 9:32 Uhr: Das wäre doch mal eine Maßnahme und schöne Anerkennung für die tolle Arbeit und den unglaublichen Einsatz, den die Pflegekräfte täglich leisten! Denn die Landesregierung in Stuttgart wird allen Pflegekräften im Ländle, die aktuell und in den nächsten Wochen zur Bekämpfung der vierten Corona-Welle auf den Intensivstationen um Menschenleben kämpfen, eine Prämie in Höhe von bis zu 1.500 Euro zahlen. Eine entsprechende Vorlage der Häuser von Gesundheitsminister Manne Lucha und Finanzminister Dr. Danyal Bayaz (beide Grüne) sind am Donnerstag (11. November) vom Ministerrat gebilligt worden.

Bislang hat der Bund – anders als im Jahr 2020 – noch keine Bereitschaft erklärt, diese Prämie anteilig zu finanzieren. „Die Pandemie bewegt sich gerade auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Intensivstationen füllen sich weiter. Die vergangenen 20 Monate haben in den Krankenhäusern ihre Spuren hinterlassen. Vor allem die Pflegekräfte auf den Intensivstationen haben unter stark erschwerten Bedingungen bis an ihre Belastungsgrenzen und darüber hinaus gearbeitet, um Menschenleben zu retten. Viele sind nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt, das Personal ist vielerorts knapp. Um zumindest ansatzweise zu honorieren, welchen Einsatz die Pflegerinnen und Pfleger auf den Intensivstationen für die Gesellschaft erbringen, werden wir ihnen noch in diesem Jahr eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro bezahlen“, so Gesundheitsminister Manne Lucha. Der Minister verspricht sich davon auch, dass sich eventuell mehr Pflegekräfte aus den Normalstationen dazu entschließen, zur Bekämpfung der vierten Welle auf den Intensivstationen auszuhelfen.

Corona in BW: „Ein Knochenjob“ – Finanzminister bedankt sich bei Pflegekräften

Finanzminister Danyal Bayaz ergänzt: „Die Arbeit auf den Intensivstationen ist ein Knochenjob, der mit einer Prämie gar nicht aufgewogen werden kann. Wir wollen damit aber zumindest ein Zeichen setzen, wie sehr wir die Arbeit wertschätzen. Helfen würde den Pflegekräften auch, wenn sich mehr Menschen impfen lassen würden und weniger Ungeimpfte auf den Intensivstationen behandelt werden müssten.“ 

Geschätzte Gesamtkosten der Prämienzahlung: je nach Auslastung der Intensivbetten zwischen 8,5 bis 12 Millionen Euro. Die Verteilung der Prämien soll in Anlehnung der bereits erfolgten Prämienauszahlungen erfolgen: Das Gesundheitsministerium würde anhand der im DIVI-Intensivregister gemeldeten Krankenhäuser mit den entsprechend gemeldeten Betten die empfangsberechtigten Krankenhäuser bestimmen. Für jedes bestimmte Krankenhaus würde eine Gesamtprämie ermittelt und ausbezahlt werden. Die Krankenhäuser könnten die Prämie im Einvernehmen mit der Arbeitnehmervertretung an die Pflegenden auf den Intensivstationen verteilen.

Corona in Baden-Württemberg – Das sind die 5 Regionen mit den höchsten Inzidenz-Werten

Stadt-/Landkreis7-Tage-Inzidenz
LK Biberach651,2
LK Heidenherim513,5
LK Rottweil497,3
SK Heilbronn493,4
SK Pforzheim434,9

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert. (dpa/pek)

Auch interessant

Kommentare