Schwerer Wildunfall

Wildschweinrotte von mehreren Autos erfasst – 11 Tiere auf A60 getötet

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Tote Wildschweine an der A60 bei Heidesheim am Rhein.

A60/Heidesheim - Ein Ausflug auf die Autobahn wird einer Wildschweinrotte in der Nacht auf Donnerstag zum Verhängnis: Fast ein Dutzend Tiere sterben bei Kollisionen mit Pkw.

  • Schlimmer Wildunfall auf A60 bei Heidesheim, bei dem 11 Wildschweine sterben
  • Mehrere Autos krachen in die Wildschweine hinein
  • A60 teilweise gesperrt

Im Herbst steigt das Risiko von Wildunfällen, wenn Tiere in der Nähe von Landstraßen und Autobahnen unterwegs sind oder diese sogar queren. So auch in der Nacht auf Donnerstag (17. Oktober) bei Heidesheim am Rhein: Eine Wildschweinrotte befindet sich in Höhe der Ausfahrt Ingelheim-Ost (Fahrtrichtung Bingen) auf dem Grünstreifen neben der A60

A60: Wildschweine auf Autobahn von mehreren Autos erwischt – 11 Tiere tot

Gegen 0:15 Uhr laufen die rund 20 Tiere auf den rechten Fahrstreifen der A60 – entgegen der Fahrtrichtung. Mehrere Autos krachen in die Tiere – mit tödlichen Folgen für fast ein Dutzend Wildschweine. Insgesamt vier Autos erfassen die herumirrenden Tiere, elf Wildschweine werden bei den Kollisionen getötet. Die Kadaver liegen zunächst auf der Autobahn verstreut herum.

Für Reinigungs- und Aufräumarbeiten durch die Freiwillige Feuerwehr Ingelheim und die Autobahnmeisterei Heidesheim muss die A60 in Fahrtrichtung Bingen rund 30 Minuten voll gesperrt werden. Der rechte Fahrstreifen bleibt etwa 3 Stunden gesperrt. Ein Fahrzeug ist nach dem Wildunfall nicht mehr fahrbereit. Der Sachschaden wird auf rund 16.000 Euro geschätzt. Zu nennenswerten Verkehrsbehinderungen kommt es wegen der späten Uhrzeit nicht.

Wildschweinrotte auf Autobahn ausgelöscht

Vor wenigen Tagen kommt es auf der A8 bei Kirchheim unter Teck zu einem ähnlichen Unfall. Eine Wildschweinrotte quert in der Nacht die Autobahn, mehrere Fahrzeuge krachen in die Tiere. Bei dem Unfall wird eine Person verletzt, sieben Tiere sterben. Auch hier muss die Autobahn mehrere Stunden gesperrt werden.

Wildschwein auf der Fahrbahn: So reagierst Du richtig 

  1. Abstand zum rechten Fahrbahnrand halten. Tiere können aber auch von links kommen.
  2. Abstand zum Vordermann halten, er könnte abrupt abbremsen!
  3. Auch wenn ein Tier am Fahrbahnrand stehen bleibt, musst Du damit rechnen, dass es aufschreckt und plötzlich die Fahrbahn überquert.
  4. Wenn ein Wildschwein oder Reh auftaucht, sollte man das Fernlicht ausschalten, sonst bleibt das Tier wie versteinert im Lichtkegel stehen.
  5. Kontrolliert bremsen und hupen, damit das Tier einen Fluchtweg finden kann.
  6. Rückwärtigen Verkehr beim Bremsen im Auge behalten, sonst droht eine Kollision!
  7. Ein Tier kommt selten allein über die Fahrbahn, rechne also mit weiteren Tieren.
  8. Sollte eine Kollision unvermeidbar sein, versuche lieber die Spur zu halten. Beim plötzlichen Verreißen des Lenkrades kann es zu schwereren Unfällen kommen als durch den Aufprall des Tieres.

Wildunfall – das tust Du nach einem Crash 

Nach einem Wildunfall musst Du die Unfallstelle sofort absichern. Das heißt:

  1. Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen.
  2. Das Tier an den Fahrbahnrand schaffen, damit keine weiteren Unfälle passieren.
  3. Wegen Tollwutgefahr solltest Du jedoch darauf achten, das Tier nicht mit bloßen Händen anzufassen.
  4. Du solltest das verletzte oder tote Tier niemals mitnehmen. Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig.
  5. Einem angefahrenen und verletzten Tier solltest Du nicht folgen. Lieber die Richtung, in die es geflohen ist, merken oder markieren, damit der Jäger das Wild aufspüren und von seinem Leid erlösen kann.
  6. Den Unfall sofort der Polizei melden und Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen lassen. Der ist später wichtig für die Versicherung.
  7. Wildschäden werden von der Teilkaskoversicherung übernommen.

pol/rmx

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