1. Mannheim24
  2. Region

Mann an A6 vergessen: Busunternehmen stellt sich quer – „kann ja jeder sagen“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna-Maureen Bremer

Kommentare

Wer in einem Reisebus mitfährt, kann die Sicherheit erhöhen. Etwa indem er sich anschnallt und seine Gepäckstücke aus dem Mittelweg räumt. Foto: Jens Büttner
Wer mit dem Bus reist, sollte eigentlich weniger Stress haben. Eigentlich. Schwierig nur, wenn das Busunternehmen einen vergisst... (Symbolbild) © Jens Büttner

Es ist kaum zu glauben: Ein Busunternehmen vergisst nach einer kurzen Pause einen Mitreisenden an der A6. Die Polizei rückt an – und die Szenen werden immer wilder.

Es ist eine Geschichte wie aus einem Comedy-Film: Nicht nur wurde ein Mann an der Autobahn vergessen, ferner hatte er natürlich kein Geld bei sich, konnte mit dem Handy nicht telefonieren und die Polizei konnte im ersten Moment auch nicht weiterhelfen. echo24.de berichtet über skurrile Szenen auf der A6.

A6: Reisebus vergisst Passagier nach „kurzer Pause“

Eigentlich wollte ein Mann (45) vergangene Woche einfach nur eine Busreise von Prag nach Paris unternehmen. Was sich dann abspielte, ist kaum zu glauben. An der A6 legt der Fahrer eines Reisebusses eine Pause ein. Völlig normal. Die Reisenden nutzen die Zeit, um auf die Toilette zu gehen. Kennt man ja. „Als ein Fahrgast schon nach wenigen Minuten die WC-Anlage wieder verließ, sah er von seinem Bus nur noch die Rücklichter – der Fahrer war davon gefahren, ohne die Vollzähligkeit der Reisenden geprüft zu haben“ schreibt Nordbayern.de.

Natürlich rannte der Mann dem Reisebus wild gestikulierend nach – ohne Erfolg. Bus weg. Reisegepäck weg. Natürlich auch weg: Verpflegung und Bargeld. Nahezu filmreif: Sein Mobiltelefon hatte der Gestrandete noch bei sich, allerdings ohne Guthaben. Er bat daher einen Passanten darum, die Polizei zu verständigen. „Bis zum Eintreffen der Streifenwagenbesatzung der Verkehrspolizei Ansbach wurde er von einer weiteren Person mit Trinkwasser versorgt“, heißt es im Bericht.

Mann bei Busreise an A6 vergessen: Busunternehmen stellt sich quer

Was dann folgte, konnten vermutlich auch die Beamten nicht kommen sehen: Da das Reiseunternehmen in Deutschland ansässig ist, waren sie davon ausgegangen, das Problem schnell aus der Welt zu schaffen. Aber nichts da: Kollegen, die in Baden-Württemberg dazu angehalten wurden, Ausschau nach dem Reisebus zu halten, konnte nichts Positives vermelden. Also wurde der Kontakt zur Reisefirma hergestellt, schließlich brauchte der sitzengelassene Mann zumindest sein Gepäck wieder.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie stranden an einem Autobahn-Parkplatz mit nichts als Ihrem Reisepass und Ihrem Handy (mit dem Sie nicht telefonieren können). Sie bitten die Polizei um Hilfe und das Busunternehmen, dass sie einfach vergessen hat, erklärt dann: „Aus Gründen des Datenschutzes“ könne nicht gesagt werden, wie Sie nun das Gepäck zurückbekommen. Es könne ja jeder behaupten, er sei von der Polizei. Genau so spielten sich die Szenen an der A6 nämlich ab.

Auf das Angebot, die weitere Kommunikation über die Dienststelle der Polizei in Ansbach abzuwickeln, gingen die Mitarbeiter des Reiseunternehmens ebenfalls nicht ein. Der Reisende versuchte selbst in einem weiteren Gespräch, das Unternehmen zur Kooperation zu bewegen. Nordbayern zitiert: „Es sei ‚sein Pech‘ und man werde ‚nichts weiter unternehmen‘. Er solle den Verlust seines Gepäcks bei der Polizei anzeigen, hieß es weiter.“

Polizei hilft vergessenem Bus-Passagier an der A6 mit 9-Euro-Ticket

Immerhin: Die Beamten hatten in der Zwischenzeit herausfinden können, wo der Reisebus den nächsten planmäßigen Halt einlegen würde. Heidelberg sollte das nächste Ziel sein. Also wurden die Polizisten vor Ort mit in den Vorfall involviert und nahmen das Gepäck zur Eigentumssicherung an sich. Verwahrt auf der Dienststelle, sollte der vergessene Passagier es dort abholen können. Nur – wie ohne Geld nach Heidelberg zur Polizei kommen? Na, ahnen Sie‘s schon?

Das 9-Euro-Ticket sollte die Lösung sein. Die Ansbacher Polizisten streckten den Betrag sogar vor, brachten den 45-Jährigen zum Bahnhof und halfen noch bei der Wahl der richtigen Zugverbindung.

Auch interessant

Kommentare