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Xavier Naidoo: Schock-Video auf Telegram – Verharmlost er den Holocaust?

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Von: Daniel Hagen

Xavier Naidoo wendet sich auf Telegram an seine Follower und versucht, die Gruppen der Wahrheitsbegwegung zu vereinen – auch diejenigen, die den Holocaust leugnen.

„Ich denke es ist Zeit, sich klarzumachen, dass es verschiedene Gruppierung gibt innerhalb der Wahrheitsbewegung“, erklärt Xavier Naidoo in einem Video auf seinem Telegram-Kanal. Dort ist es in den letzten Monaten sehr ruhig um ihn geworden. In der Zwischenzeit ist sogar der Kanalname in „Nichts neues unter der Sonne“ geändert werden. Die Moderatoren machen jedoch sofort klar, dass der Sänger aus Mannheim sich weiterhin über den Channel an seine Follower und Fans wenden wird – so auch in einem Video.

Xavier Naidoo versucht in etwas mehr als sieben Minuten die Gruppe der „Wahrheitsbewegung“ – in Fachkreisen auch Verschwörungsideologen genannt – zu vereinen. Dabei sind ihm wohl auch radikale Kräfte willkommen. „Ich plädiere für eine Vereinigung aller Meinungen und aller Menschen“, sagt der Mannheimer. Man müsse alle zu Wort kommen lassen – auch, wenn einem die Meinung nicht gefalle.

NameXavier Kurt Naidoo
Geboren2. Oktober 1971 in Mannheim
AlbenNicht von dieser Welt, Live, Hin Und Weg, Telegramm für X
ElternEugene Naidoo, Rausammy Naidoo

Xavier Naidoo: In Telegram-Video – Sänger mit kontroversem Beispiel

Dafür sucht sich Naidoo gleich ein sehr kontroverses Beispiel heraus – und zwar Nikolai Nerling, der unter dem Namen „Der Volkslehrer“ rechtsextreme und antisemitische Inhalte teilt und von 2009 bis 2019 noch als Grundschullehrer Kinder unterrichtete. Mittlerweile darf er in Berlin nicht mehr an öffentlichen Schulen unterrichten, ist wegen Volksverhetzung verurteilt worden und eine tragende Figur der Rechten- und Querdenkerszene.

Naidoo erklärt weiter, dass er „diesen Mann“ feiere, der während eines Spiegel-TV-Beitrags zu dem rechtsextremistischen Hintergrund des „Volkslehrer“ befragt worden ist und eine für den Mannheimer perfekte Antwort gegeben habe. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Stephan Bergmann, Pressesprecher von Querdenken 711. „Es ist einfach mein Weg, dass ich den Weg des Herzens gehe. Und dabei mache ich auch keinen Unterschied zwischen den Leuten. Denn das Herz hat mit den Meinungen nichts zu tun“, erklärt Bergmann im September 2020.

Xavier Naidoo: Kein Problem mit Holocaust-Leugnern?

„Ich seh´s ähnlich. Ich versuche wirklich alle zu Wort kommen zu lassen“, erklärt Xavier Naidoo. Der Sänger aus Mannheim, den es letztes Jahr nach Andalusien verschlagen hat, hat also auch kein Problem damit, wenn jemand den Holocaust – den nationalsozialistischen Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden – leugnet oder verharmlost. Man müsse es einfach „aushalten“, wenn Menschen ihre Meinung sagen. In Deutschland gilt die Verharmlosung oder Leugnung des Holocaust allerdings als Straftat der Volksverhetzung – und das aus gutem Grund.

Nikolai Nerling und Attila Hildmann auf einer Demo.
„Der Volkslehrer“ und Attila Hildmann sind große Namen der Verschwörungsszene. © Christophe Gateau/dpa

Später im Video äußert sich Naidoo auch zu seinem Mitstreiter Attila Hildmann, der kurz nach der Erlassung eines Haftbefehls das Land in Richtung Türkei verlassen hat. Von dort aus hat der vegane Koch so massiv über Juden gehetzt, dass Telegram ihn sperren musste.

Xavier Naidoo: Sänger spricht über Attila Hildmann

„Ich bin froh, dass Attila Hildmann so ist, wie er ist. Es ist nicht meine Art und Weise, aber ich halte ihm den Rücken frei, wo ich kann“, sagt Xavier Naidoo – und stellt sich damit ganz klar auf die Seite eines rechtsextremen, der Adolf Hitler als Held feiert, und Antisemiten. Der Sänger geht zudem darauf ein, dass er selbst immer wieder als Antisemit bezeichnet werde, was aber nicht stimme. So würden ihn nur Leute bezeichnen, die selbst keine Semiten seien und daher kein Recht hätten, darüber zu urteilen. (dh)

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