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Xavier Naidoo: Capitol-Chef über Sänger – „Waren nicht verwundert“

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Von: Daniel Hagen

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Während es in letzter Zeit eher ruhig um Xavier Naidoo geworden ist, melden sich alte Weggefährten zu Wort. So auch Thorsten Riehle, der Leiter des Capitols Mannheim.

Thorsten Riehle ist SPD-Politiker mit Sitz im Gemeinderat Mannheim und seit 1997 Geschäftsführer des Capitols. Zuvor war der gebürtige Mannheimer Mitglied in einem Gospel-Chor, wo er vor über 30 Jahren den jungen Xavier Naidoo kennenlernte. Beide arbeiten ab 1995 zusammen im Musical „Human Pacific“, später im legendären Capitol in der Neckarstadt-West. In einem Interview plaudert der Kulturschaffende über seinen alten Wegbegleiter und erklärt, warum er von dessen Skandalen der letzten Jahre nicht überrascht war.

Vom beliebten Sänger zum verschmähten Verschwörungsideologen – so lässt sich die Geschichte von Xavier Naidoo kurz zusammenfassen. Kurz nach Beginn der Corona-Pandemie 2020 fällt der Musiker damit auf, dass er Verschwörungsmythen und Fake-News auf Telegram verbreitet. Es geht um Kinder folternde Eliten, die flache Erde und die Besetzung Deutschlands. Doch nicht erst seitdem ist Naidoo für seine krude Weltanschauung bekannt. Vor kurzem ist eine Bravo aus dem Jahr 1999 aufgetaucht, in der bereits die Frage „gläubig oder durchgeknallt“ über den Sänger gestellt wurde.

NameXavier Kurt Naidoo
Geboren2. Oktober 1971 in Mannheim
ElternEugene Naidoo, Rausammy Naidoo
AlbenNicht von dieser Welt, Live, Hin Und Weg, Telegramm für X

Xavier Naidoo: Capitol-Geschäftsführer äußert sich zu Skandalen

In einem Interview mit „Kurpfalzerleben“, bei dem sich erst vor wenigen Wochen auch Rolf Stahlhofen zum Thema Xavier Naidoo geäußert hat, wird Thorsten Riehle zu dem 50-Jährigen befragt. „Diejenigen, die Xavier lange kennen, wissen, wie er tickt und wie er denkt vor allen Dingen. Das heißt, bestimmte Dinge, die jetzt in den letzten Jahren nach außen gedrungen sind, haben uns jetzt zumindest nicht verwundert, also in diesem damaligen Kreis, der ihn kennengelernt hat“, sagt Riehle nach kurzer Überlegung.

Der Chef des Capitols äußert sich zu Xavier Naidoo. (Fotomontage)
Der Chef des Capitols äußert sich zu Xavier Naidoo. (Fotomontage) © MANNHEIM24/Peter Kiefer/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der 52-Jährige nimmt Xavier Naidoo aber kurz darauf in Schutz. Man könne viel über den Sänger behaupten, aber er sei weder homophob, noch rechtsradikal. Wer sich nun fragt, wieso der Mannheimer in den letzten Jahren Songs mit Rechtsradikalen aufgenommen hat oder zu seinem Kumpel Attila Hildmann hält, der ganz klar rechte und antisemitische Inhalte teilt, bekommt dafür eine weitere Erklärung von Thorsten Riehle.

Xavier Naidoo: Thorsten Riehle erklärt Gedankenwelt des Sängers

„Er hat aber eine andere Ansicht, mit Menschen und bestimmten Gruppen umzugehen. Nämlich immer die Ansicht aus seinem christlichen Bild heraus, den Menschen zugewandt zu sein. Das erklärt jetzt nicht unbedingt die Art und Weise, wie er damit umgeht. Das ist der zweite Punkt, wo jeder von uns sagt, anscheinend ist er da in den letzten Jahren ein klein wenig von gemeinsamen Wegen abgekommen, um es mal so auszudrücken“, erklärt der Geschäftsführer des Mannheimer Capitols. Wer schon einmal in den Telegram-Kanal von Xavier Naidoo geschaut hat, weiß, dass der Musiker seine eigene Meinung zu Religion hat und zum Beispiel das Neue Testament nicht anerkennt. Auch hat er mehrfach zweifelhafte Aussagen über Jerusalem und das Judentum gemacht. Daher durfte er in einem Fall auch als „Antisemit“ bezeichnet werden.

Was Thorsten Riehle im Fall Xavier Naidoo zudem richtig schade finde, ist, dass sich der Sänger mit seinen Skandalen so „ins Abseits“ gestellt habe, dass eine Rückkehr vielleicht nicht mehr möglich sei. Dabei habe der ehemalige Sohn Mannheims eine der „besten Stimmen“ Deutschlands. Naidoos Fans werden dieses Gefühl wohl kennen. Denn auch hier gilt wie so oft die Frage, wie man Kunst und Künstler voneinander trennt. (dh)

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