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Wolf-Dieter Poschmann (†70): ZDF-Legende stirbt nach schwerer Krankheit

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Von: Katja Becher

Wolf-Dieter Poschmann ist tot (Archivfoto 2009)
Wolf-Dieter Poschmann ist tot (Archivfoto 2009) © Arno Burgi/dpa

ZDF-Sportkommentator Wolf-Dieter Poschmann ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Die TV-Legende wurde nur 70 Jahre alt.

Wolf-Dieter Poschmann ist tot. Das teilte sein Sender am Montagnachmittag (30. August) mit. Poschmann moderierte von 1994 bis 2011 das ZDF-Sportstudio und kommentierte von Fußball bis zu den Olympischen Spielen regelmäßig Sport-Veranstaltungen im Fernsehen. Die TV-Legende wurde nur 70 Jahre alt. Laut Medienberichten starb der gebürtige Kölner bereits am Freitag nach kurzer, schwerer Krankheit in Mainz. ZDF-Chefredakteur Peter Frey: „Wolf-Dieter Poschmann hat den ZDF-Zuschauern viele große Sportmomente anschaulich, kompetent und mit viel Leidenschaft für die Leistung der Athleten vermittelt. Über 30 Jahre war er eines der prägenden Gesichter und eine der einprägsamen Stimmen vieler Sportsendungen im Zweiten.“ Der FC Bayern twitterte: „Der FC Bayern trauert um Wolf-Dieter Poschmann, einer großen Persönlichkeit des deutschen Sportjournalismus.“

Wolf-Dieter Poschmann ist tot: Er wollte eigentlich Fußball-Profi werden

Ursprünglich wollte Poschmann Fußball-Profi werden. Als sich abzeichnete, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen würde, begann er mit der Leichtathletik - mit Erfolg. Über die Mittelstrecke zählte er zur erweiterten nationalen Elite. Poschmann studierte Germanistik und Pädagogik mit dem Ziel, Deutschlehrer zu werden. Zum ZDF kam er 1986 als Hospitant. Anschließend wurde er zunächst freier Mitarbeiter und 1993 festangestellter Redakteur der Sportredaktion. Dieter Kürten nannte er seinen Lehrmeister. Auch Harry Valérien oder Wolfram Esser prägten Poschmann.

„Als ich als Deutschlehrer kam, war ich begeistert, wie wichtig für Kürten, Harry Valérien oder Wolfram Esser Sprache war und wie sehr sie sich darum bemüht haben, uns zu vermitteln, den Sportjargon nicht zu übernehmen und Klischees zu vermeiden. Das ständige Erinnern an die Verantwortung, die man vor einem Millionenpublikum hat“, erzählte Poschmann dem „Generalanzeiger“ im Februar 2016. Auch in dieser Hinsicht sei Kürten „ein wunderbarer Lehrmeister“ gewesen.

Poschmann sorgte mit Barfuß-Moderation für Aufsehen

1995 wurde Poschmann auf den Posten des Sportchefs berufen. Diesen musste er 2005 abgeben. Dies wurde mit der notwendigen Trennung von administrativen und journalistischen Aufgaben begründet. Er übernahm die Aufgaben als Sport-Chefreporter und blieb präsent. Poschmann war kritisch und eckte auch immer wieder gern an. Kurz vor dem Ende seiner TV-Zeit sorgte er noch einmal für Aufsehen in den sozialen Medien, als er im Studio ein ZDF-Spezial anlässlich des Rücktritts des damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach barfuß moderierte.

Es sei Zufall gewesen, dass er ohne Schuhe dastand, erzählt er. „Ich habe damit nicht gerechnet, dass meine Füße zu sehen sein könnten und auch nicht, dass Menschen angesichts dieses schwerwiegenden Themas auf solche Petitessen achten“, meinte er. „Dass daraus eine solche Welle wurde, ist einerseits amüsant, aber auch bezeichnend für den Zustand unserer Medienlandschaft.“ Auch um eine weitere ZDF-Ikone trauert die deutsche Fernsehlandschaft. Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Schauspielerin Heide Keller („Traumschiff“) im Alter von 81 Jahren verstorben ist. (kab)

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