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Vermisstenfall Scarlett S. bei Aktenzeichen XY: Was über ihre letzten Stunden bekannt ist

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Von: Jason Blaschke

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Seit 2020 wird die 26-jährige Scarlett S. vermisst. In der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY“ wurden ihre letzten Stunden rekonstruiert:

Am 10. September 2022 jährt sich der tragische Vermisstenfall von Scarlett S. zum zweiten Mal. Ein Fall, der die Ermittler noch heute beschäftigt, denn: Trotz intensiver Suchaktionen und Ermittlungen fehlt von der jungen Frau bis heute jede Spur. Am 29. Juni 2022 wurde der Vermisstenfall von Scarlett S. in „Aktenzeichen XY...ungelöst“ neu aufgerollt – und tatsächlich meldeten sich nach der ZDF-Show neue Zeugen: Über 140 Hinweise zu Scarlett S. machten Hoffnung.

Scarlett S. verschwindet 2020 spurlos: „Aktenzeichen XY“ enthüllt Chats

Um Scarletts mysteriöses Verschwinden visuell darzustellen, drehte das Team von „Aktenzeichen XY“ im Schwarzwald an Orten, wo die junge Frau noch kurz zuvor gesehen wurde. Von Stühlingen aus wollte Scarlett über den Schluchtensteig 120 Kilometer bis nach Wehr wandern – so zumindest der Plan. Und fünf ihrer insgesamt sechs Etappen legte die 26-jährige Studentin aus NRW auch ohne Probleme zurück, wie Chatnachrichten belegen.

Nach ihrer dritten Etappe (6. September 2020) textete Scarlett S. erstmalig eine Nachricht an ihre Familie zu Hause. „Habe noch drei andere Wanderer kennengelernt“ und „Haben einen guten Platz zum Zelten gefunden“, teilte die Studentin ihren Eltern mit. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass dies zwei ihrer letzten Nachrichten sein sollten. Die nächsten Nachrichten erreichten Freunde und Familie erst, als sie am 9. September 2020 in Todtmoos eintraf.

Die Grafik zeigt die Route, sie Scarlett S. im Schwarzwald 2020 gewandert ist
Scarlett S. startete ihre Wanderung in Stühlingen, auf ihrer letzten Etappe von Todtmoos nach Wehr verlieren sich alle Spuren. © Screenshot: ZDF/Google Earth

Scarlett S. 2020 vor letzter Etappe: Ihre letzten Stunden in Todtmoos

Vor ihrer letzten Etappe übernachtete die junge Frau in der Kirchberghütte in Todtmoos – von hier aus habe sie sich das letzte Mal bei ihren Eltern gemeldet, berichtete ihr Vater bei „Aktenzeichen XY“ zum Vermisstenfall seiner Tochter. Im Ort habe sie auch die drei Wanderer wieder getroffen, die sie schon beim Campen nach der dritten Etappe in Fischbach kennengelernt hatte – im Restaurant aß die Gruppe gemeinsam.

Die drei jungen Männer waren die letzten, mit denen sich Scarlett S. kurz vor ihrem Verschwinden noch länger unterhalten hatte – laut Rahel Diers von der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen habe im Asien-Restaurant eine gelockerte Atmosphäre geherrscht. Hinweise darauf, dass es Scarlett nicht gut geht, habe es überhaupt nicht gegeben. In der Nacht in der Kirchberghütte meldete sich die 26-Jährige noch einmal bei ihren Eltern.

In einer Edeka-Filiale wird Scarlett zum letzten Mal offiziell gesehen

Gegen 21 Uhr erreichten ihre Mutter und ihre Freundin Vanessa noch ein paar Nachrichten. „Laufe morgen die letzte Etappe. Wetter ist top. Überlege schon noch eine Wanderung zu machen“, textete Scarlett. „Und wann kommst du zurück?“, antwortete ihre Mutter. Die 26-Jährige schrieb: „Fahre noch bei Vanessa vorbei, also denke mal am Sonntag.“ Nach ihrer Nacht in Todtmoos startete die Vermisste am 10. September 2022 zu ihrer letzten Etappe nach Wehr.

Im Edeka-Supermarkt, nahe der Todtmooser Kirchberghütte, wurde Scarlett S. zum allerletzten Mal offiziell gesehen, wie die Bilder einer Überwachungskamera belegen. Zwischen 10:08 und 10:14 Uhr sei Scarlett im Einkaufsladen gewesen, berichtete Sprecherin Rahel Diers am 29. Juni bei „Aktenzeichen XY“. Nach ihrem Einkauf sei sie zum Steinlabyrinth gegangen und kontaktierte ihren Freund per Videochat, den sie auf eine ihrer Asien-Reisen kennengelernt hatte.

Aufnahmen von Scarlett S. (26) aus einem Supermarkt in Todtmoos
In einer Edeka-Filiale wurde Scarlett zum letzten Mal gesehen. Die Fotos wurden von einer Überwachungskamera aufgenommen. © Polizeipräsidium Freiburg

„Ich glaube, es ging ihr schlecht“: Scarletts Freund über letzten Videocall

In Todtmoos wählte sich ihr Smartphone zum letzten Mal ins öffentliche WLAN-Netz. Ihr Freund sagte später, dass die Verbindung schlecht gewesen sei. In einer Sprachnachricht teilte er mit, dass Scarlett „in dieser Zeit glücklich war, aber nicht so wie sonst.“ „Sie hat gesagt, dass sie glücklich sei auf ihrer letzten Etappe.“ Er glaube, es ging ihr schlecht. Ob das stimmt, ist ungewiss. Rahel Diers betont, dass auch die schlechte Verbindung diesen Eindruck vermittelt haben könnte.

Was genau in den Stunden nach ihrem Videocall passiert ist, bleibt bis heute ungewiss. Denn nach jenem letzten Lebenszeichen im Steinlabyrinth verlieren sich die Hinweise. Was in den darauffolgenden Stunden passierte, weiß niemand. Hat Scarlett S. ihre letzte Etappe nach Wehr angetreten? Wenn ja, verliert sich zwischen Todtmoos und Wehr ihre Spur. Keine persönlichen Gegenstände – und auch sonst keine Hinweise.

Scarlett S. verschwindet nach Todtmoos: Frühere Freundin erinnert sich auf Facebook

Trotz intensiver Suchaktionen bleibt Scarlett S. seit 10. September 2020 wie vom Erdboden verschluckt. Ob es ein Unfall war – oder vielleicht sogar Mord? Über Scarletts Verschwinden ranken sich teils abstruse Theorien, als wahr hat sich bis heute keine erwiesen. Und auch die neuen Hinweise nach „Aktenzeichen XY“ lieferten bisher keine neuen Erkenntnisse. Und so bleibt die Ungewissheit bei Freunden und Familie sowie die Frage, was an jenem rätselhaften Tag im Schwarzwald passiert ist.

Wie groß das Interesse ist und wie viele Menschen noch heute hoffen, einen Hinweis auf Scarletts mysteriöses Verschwinden zu finden, zeigt die Facebook-Gruppe „Bitte findet Scarlett“. „Ich verfolge das Verschwinden von Scarlett von Anfang an. Es geht mir sehr nahe, dass Ihr bisher keinen Erfolg bei der Suche hattet“, textet eine Nutzerin. Eine andere schreibt: „Es ist so traurig, Scarlett war auf meinem 18. Geburtstag, zu der Zeit waren wir richtig gut befreundet.“

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