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„War ich anders?“: Ex-Dschungelcamper Manuel Flickinger spricht über sein Coming Out

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Von: Madlen Trefzer

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Manuel Flickinger - TV-Star, schillernder Engel und schwuler Mann. In einem Interview erzählt uns der LGBTQI+ Aktivist, was er während seinem Coming Out durchgemacht hat.

In einem exklusiven Interview mit MANNHEIM24 offenbart Dschungelcamp-Star Manuel Flickinger erstmals die vollständige Wahrheit über sein Coming Out. Als er 13 ist, trennen sich seine Eltern und er bleibt beim Vater – er will die Schule nicht wechseln und auch seine Freunde und Verwandten nicht verlassen. „Mit 13 habe ich nicht ans schwul sein gedacht“, erinnert er sich. Doch nach und nach wird ihm klar, dass er stets auf der Suche nach einer besonders starken Person an seiner Seite war – einem Mann.

„Schwuchtel“ – Manuel Flickinger hat in der Schule mit Hänseleien zu kämpfen

Recht früh bemerkt er gewisse Tendenzen: „Als ich in Otto-Katalogen blätterte, zog es mich immer auf die Seiten der männlichen Unterwäsche-Models. Ich war ganz fasziniert von diesen Bildern dort“, spricht Manuel aus. Auch die anderen Kinder in der Schule fühlen es. „Ich fragte mich immer, warum sie mich als ,Schwuchtel’ bezeichneten, warum sie mich hänselten… Sah ich anders aus? War ich anders?“ – Schließlich stand Manuel immer bei den Mädels und fühlte sich dort auch recht wohl.

Doch einer Frau näher gekommen ist Manuel bis zum heutigen Tage nie. Als er Angst hat, im Bus mitzufahren, weil dort die „Halbstarken“ auf ihn lauern, um ihn zu belästigen und zu hänseln, wird sein Wunsch nach einem starken Beschützer immer größer. Die Lage vereinfacht sich ein wenig, als er die Schule wechselt und Fachabitur macht. Dort weiß er, dass er schwul ist und findet Freundinnen, die ihn unterstützen – sie raten ihm, zu seiner Sexualität zu stehen.

Als Manuel Flickinger weiß, dass er schwul ist: Mutter und Vater reagieren unterschiedlich

Sein, wie er es selbst bezeichnet, „inneres Outing“ durchlebt Manuel Flickinger während seinem dreiwöchigen Aufenthalt in Amerika. Dort wird ihm klar, dass er auf Männer steht und als er wieder zu Hause ist, meldet er sich ohne Umschweife auf der Plattform „Gay Romeo“ an. Es folgt das erste Date und der erste Kuss an der Stadthalle – „ich hab so gezittert“, erinnert sich Manuel.

Während seine Mutter, als er sich bei ihr outet, „nur eine zweite Zigarette rauchen muss“, und die Sache gleich vom Tisch ist, fällt es dem Vater schwer, Manuels Coming Out zu verdauen. Während seine Mutter ihn unterstützt und sogar den einen oder anderen Dating-Tipp mit ihm teilt, ahnt der Vater noch nicht einmal davon, dass sein Sohn schwul ist. Als Manuel einen festen Freund hat, kommt es raus.

Manuel Flickinger findet seinen Ritter – die Beziehung endet nach 9 Jahren

„In all den Jahren hat mich mein Vater ein Mal besucht in unserer gemeinsamen Wohnung“, sagt Manuel nachdenklich. Die Beziehung zu dem Mann dauert 9 Jahre – Manuel versucht sich heute nur noch an die schönen Momente zu erinnern. „Er war für mich damals wie heute so ein Ritter“, schwelgt er in Erinnerungen. Endlich war der starke Mann da, auf den Manuel seit seiner Jugend so sehnsüchtig gewartet hat. Doch die Beziehung hat auch ganz andere Seiten. Durch die traumatischen Erlebnisse darin entwickelt Manuel seine Kunstfigur Lafayette Diamond.

Besonders schwierig ist es für seinen Vater, sich mit Lafayette anzufreunden. So richtig vor ihm geoutet hat sich Manuel Flickinger nie. „Ich hab mich im Grunde niemals vor meinen Vater gestellt und ihm gesagt, was Sache ist“, gesteht er. Doch trotz allem lernt der Vater ihn so zu akzeptieren, wie er ist. Heute engagiert sich Manuel für die LGBTQI+ Community und sorgt für Mehr Toleranz und Gleichberechtigung auf CSD’s und in TV-Formaten. (mad)

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