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Ludwigshafen-„Tatort“: Quoten-Queen Folkerts lässt Tom Cruise & Harry Potter keine Chance

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Von: Peter Kiefer

Ludwigshafen - Sonntagabend ist „Tatort“-Zeit. Erst recht, wenn Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in der Chemiestadt ermittelt. Jetzt ist die tolle Einschaltquote bekannt:

Update vom 12. April, 10:32 Uhr: Na? Hast Du ihn am Sonntagabend zur Primetime auch gesehen und mitgefiebert? Der Ludwigshafen-„Tatort“ mit dem Titel „Der böse König“ mit Ulrike Folkerts (59) als Lena Odenthal hat am Sonntagabend im Schnitt 9,37 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm gelockt – mit 26,5 Prozent mehr als ein Viertel aller Zuschauer zur besten Sendezeit! Damit hat der inzwischen 74. „Tatort“ von Quoten-Queen Folkerts das ZDF-Drama „Ein Tisch in der Provence: Zwei Ärzte im Aufbruch“ (4,79 Millionen/13,5 Prozent) sowie ProSieben mit Tom Cruise im Blockbuster „Mission: Impossible - Fallout“ (2,27 Millionen/7,3 Prozent) deutlich abgehängt.

Erst dahinter rangieren der fast dreistündige RTL-Show-Marathon „Ninja Warrior Germany - Allstars“ (1,77 Millionen/5,7 Prozent), die Vox-Show „Grill den Henssler“ (1,49 Millionen/5,3 Prozent) und die Kabel-eins-Sendung „Deutschlands größte Geheimnisse“ (1,45 Millionen/4,2 Prozent). Eher schwach das Abschneiden von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ bei Sat.1 kam auf 1,26 Millionen Zuschauer (4,1 Prozent) sowie die Komödie „Asterix & Obelix - Im Auftrag Ihrer Majestät“ von 2012 bei RTLZWEI auf 0,93 Millionen (2,8 Prozent).

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, li.) und Johanna Stern (Lisa Bitter) verfolgen einen Tatverdächtigen - eine Szene aus dem „Tatort: Der böse König“. Der Krimi aus Ludwigshafen wird am 11. April im Ersten ausgestrahlt.
Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, li.) und Johanna Stern (Lisa Bitter) verfolgen einen Tatverdächtigen - eine Szene aus dem „Tatort: Der böse König“. Der Krimi aus Ludwigshafen wird am 11. April im Ersten ausgestrahlt. © picture alliance/dpa/SWR/ARD/Benoit Linder

„Tatort“ in Ludwigshafen: DAS erwartet die Zuschauer im neuen Krimi mit Lena Odenthal

Erstmeldung vom „Der böse König“ heißt der „Tatort“, den das Erste am Sonntag (11. April) um 20:15 Uhr ausstrahlt. Die Handlung schlägt Haken wie selten zuvor bei Deutschlands TV-Dauerbrenner. Täuschend echt und echt täuschend: In der mittlerweile 74. Folge mit Kult-Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, 59) ist nur wenig so wie es scheint, als ein Kiosk-Besitzer in Ludwigshafen getötet wird. Für die Ermittler sieht zunächst alles nach Routine aus. Aber bald geraten die dienstälteste „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal und ihr Team in das perfide Spiel eines Psychopathen.

Aber der Reihe nach: Rätselhafte 73 Cent stecken in der Luftröhre eines brutal getöteten Kiosk-Besitzers. Kommissarin Lena Odenthal und ihr Team entdecken die blutverschmierten Münzen erst bei der Obduktion. Doch wie kam das Geld in den Rachen der Leiche? Warum wurde der Mann getötet?

„Tatort“ in Ludwigshafen: So erklärt Regisseur Martin Eigler die Story

Alles beginnt bereits mit dem scheinbar friedlichen Auftakt an einem warmen Abend am Rathausplatz von Ludwigshafen. Männer spielen Boule, die Kriminalhauptkommissarin schlendert durch das Zentrum, fast meint man die flirrende Luft zu spüren (Kamera: Andreas Schäfauer). „Wir wollten die Geschichte im Kiez von Lena Odenthal erzählen, wo das Leben im Sommer draußen auf der Straße, auf Balkonen und Plätzen stattfindet, wo man sich kennt und jeder etwas beobachtet haben könnte (...) und Odenthal mittendrin ist“, sagt Regisseur Martin Eigler.

Es ist ein lässiger Beginn, der schnell umschlägt. Blutüberströmt liegt ein Kioskbesitzer hinter dem Tresen. Es gibt gleich mehrere Verdächtige – doch ist der Täter darunter? Es sind die Figuren, die den Krimi tragen: der kernige Dart-Spieler Jannik Berg (Pit
Bukowski), der softe Webseiten-Designer Anton Maler (Christopher Schärf), der schrullige Campingplatz-Wächter Murat Korkmaz (Özgür Karadeniz). Alle hatten die Möglichkeit zur Tat - aber hatten sie auch ein Motiv?

„Tatort“ in Ludwigshafen: Letzte Folge von Ulrike Folkerts vor ihrem 60. Geburtstag

Odenthal und ihre Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter, 37) müssen auf der Hut bleiben, um sich nicht im Netz aus Lügen und Illusionen zu verstricken. Es ist ein souveränes Zusammenspiel zwischen Folkerts, die am 14. Mai schon 60 Jahre alt wird, und Bitter, die in dieser Folge mehr Raum erhält. Einer der Verdächtigen verfolgt sie bis an die Haustür. Ein gefährlicher Psychopath - oder ein harmloser Verehrer?

Manchmal rutscht „Der böse König“ in einen handelsüblichen Krimi der Marke „Wer war es?“ ab. Dann verliert das Geschehen an Tempo. An anderen Stellen dreht die Handlung eine überflüssige Schleife. Über weite Strecken hält der Film aber die Spannung aufrecht. Dazu tragen auch die Farben bei: viele Rot- und Gelbtöne, im Polizeipräsidium leuchtet ein kräftiges Türkis statt einem oft üblichen Büroblau. „Im Zentrum unserer Geschichte steht eine Figur mit zwei Gesichtern, zwei Seiten“, sagt Regisseur Eigler dazu. „Die eine Seite dieser Figur will sich zeigen und in gutem Licht erscheinen und versteckt so die darunterliegende dunkle, destruktive Seite. Durch viel Licht und leuchtende Farben wollen wir diese verborgene Seite betonen.“

„Tatort“ in Ludwigshafen: Spannendes Verwirrspiel um Täter und Motiv

Den Schlüsselsatz des Films sagt eine Zeugin bereits ganz zu Beginn zu den Ermittlern: „Sie werden den Täter nie fassen. Sie sehen ja doch nur das, was Sie sehen wollen.“ Es wirkt beiläufig, aber es nimmt das Versteckspiel einer narzisstischen Figur vorweg. Erst allmählich wird für Odenthal und Stern offensichtlich, dass sie über ein übliches Maß hinaus manipuliert werden sollen.

In „Der böse König“ brauchen die Kolleginnen gute Nerven und einen klaren Blick. „Narzisstisch gestörte Menschen handeln oft irrational und zerstören lieber ihre Opfer und sich selbst, bevor sie dem anderen den Sieg zugestehen“, meint Eigler. „Gerade diese Irrationalität macht solche Menschen zu besonders schwer berechenbaren Tätern - was letztlich auch für Odenthal und Stern die größte Herausforderung ist.“ Es soll für Zuschauer wohl auch eine Warnung sein, sich über Täter und Motiv nicht zu früh sicher zu sein. Doch überzeuge Dich selbst davon und rätsle mit – am Sonntag (11. April) in der ARD. (dpa/pek)

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