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„Hartz und herzlich“-Ralf ist 35 Jahre ohne Job – und stolz darauf

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Von: Sina Koch

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Viele Bewohner bei „Hartz und herzlich“ beziehen Hartz IV. Trotz staatlicher Unterstützung ist die finanzielle Not bei den Teilnehmern allgegenwärtig. Ralf scheint das egal zu sein:

Die Sozialdoku „Hartz und herzlich“ zeigt das alltägliche Leben von Menschen in sozialen Brennpunkten. Die Protagonisten sind dabei häufig Hartz-IV-Empfänger, aber auch Menschen, die trotz Job am Existenzminimum leben. Woche für Woche können die RTLZWEI-Zuschauer den harten Alltag der Bewohner von ihrem heimischen Sofa aus miterleben. Zu den beliebtesten Drehorten gehören die Benz-Baracken in Mannheim und die Plattenbausiedlung in Rostock Groß Klein – aber auch das Wohnviertel in Trier-West hat es den Zuschauern angetan. Darüber berichtet MANNHEIM24.

„Hartz und herzlich“ in Trier: Ralf ist stolz darauf Sozialhilfeempfänger zu sein

Zur Zeit laufen auf RTLZWEI Wiederholungen aus unterschiedlichen „Hartz und herzlich“-Drehorten – bis es am 19. Dezember mit neuen Folgen von „Hartz und herzlich – Tag für Tag Rostock Groß Klein“ weitergeht. Während die einen unter den Hartz IV-Klischees leiden und versuchen, gegen die bösen Stimmen anzukämpfen, die ihnen vorwerfen, einfach nur zu faul zu sein, sind andere stolz darauf, Sozialhilfeempfänger zu sein.

So hat es sich beispielsweise Janine aus Mannheim zum Ziel gesetzt, ihren Zwillingen ein Vorbild zu sein – und durch harte Arbeit eine Ausbildung zur Make-up-Artist abgeschlossen. Inzwischen macht die Benz-Baracklerin richtig Karriere und hat einen eigenen Laden eröffnet. Ein krasses Gegenteil ist Ralf aus Trier-West: Seit Jahrzehnten lebt er an der Armutsgrenze und hat in den letzten 35 Jahren keinen festen Job gehabt.

„Hartz und herzlich“: Ralf ist seit seinem 21. Lebensjahr arbeitslos – „kann mir nicht so Sachen leisten“

Seit 10 Jahren lebt Ralf mit seiner Ehefrau Hanelore in der Magnerichstraße. „Ich habe mein Leben lang recht gehabt, dass ich nicht arbeiten gegangen bin“, erklärt der 56-Jährige in der Sozialdoku, als er seine finanzielle Situation mit einem Familienmitglied vergleicht, der mit wenig Rente auskommen muss. Ralf ist stolz darauf sein Leben lang nicht gearbeitet zu haben: „Mich haben sie immer gennant: faule Sau – bin ich, absolut!“, verrät der zweifache Vater vor laufender RTLZWEI-Kamera.

Ralf kann nicht nachvollziehen, wie sein Schwager beispielsweise 40 Jahre für seine kleine Rente gearbeitet hat. Er bezieht seit seinem 21. Lebensjahr Hartz IV. „Klar, kann ich mir nicht so Sachen leisten wie jemand, der arbeiten geht, aber verhungern muss ich nicht“, so Ralf in der Sozialdoku weiter. Der 56-Jährige ist Diabetiker und leidet an der chronischen Lungenkrankheit COPD – zudem greift er regelmäßig zum Alkohol, was zu schlimmeren Krankheitsverläufen führen kann.

„Hartz und herzlich“: Ralf und seine Ehefrau leben von 700 Euro Hartz IV im Monat

Ralf hat keinen Abschluss und keinen Beruf gelernt. Immer wieder bemüht er sich, von der Flasche wegzukommen – doch die Abstinenz schlägt auf sein Gemüt: „Momentan bin ich nur noch gereizt, wegen jedem Mist“, enthüllt Ralf bei „Hartz und herzlich“. Er wünscht sich für seine Zukunft: „Dass ich gesund bleibe und dass es so weitergeht wie bisher“.

Hanelore und Ralf erhalten 700 Euro Hartz IV im Monat – davon leisten sie sich zum Monatsbeginn gerne einmal einen Familienausflug mit ihrer Tochter und ihrem Enkel. In der Sozialdoku ist außerdem zu sehen, wie sich Ralfs Gesundheitszustand verschlechtert – und der „Hartz und herzlich“-Protagonist im Krankenhaus landet. (sik)

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