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Hartz und herzlich: Dagmars (†67) dramatische Flucht aus der DDR

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Von: Sina Koch

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„Hartz und herzlich“ – Dagmar galt bis zu ihrem tragischen Tod als gute Seele der Benz Baracken, dabei hatte sie es selbst nie leicht. So kam die Rentnerin aus der DDR nach Mannheim:

Die Trauer um Dagmar ist groß. Mit ihrem plötzlichen Tod mit nur 67 Jahrenhinterlässt die gute Seele der Benz Baracken ein tiefes Loch in den Leben vieler Menschen. Schon vor ihrer deutschlandweiten Bekanntheit durch die RTLZWEI-Show „Hartz und herzlich“ galt die Baracklerin als Kämpferin. Trotz finanzieller und gesundheitlicher Probleme war sie immer bereit, anderen zu helfen. Kein Wunder also, dass die Rentnerin schnell zu einem der Fan-Lieblinge der Sozial-Doku wurde. Seit Jahrzehnten lebte Dagmar in Mannheim – doch das war nicht immer so.

Die 67-jährige Wahl-Mannheimerin kämpfte zuletzt um ihre Rente und gegen ihre Zigarettensucht. In den Oktober-Folgen von „Hartz und herzlich“ wurde außerdem deutlich, dass sich Dagmar aufgrund ihrer schweren Lungenerkrankung im Alltag massiv eingeschränkt fühlte.

SendungHartz und herzlich
DrehortBenz Baracken, Mannheim
SenderRTLZWEI

Hartz und herzlich: Flucht aus der DDR – So kam Dagmar (†67) nach Mannheim

Die Kult-Baracklerin lebte über 30 Jahre in Mannheim. Geboren und aufgewachsen ist sie aber in der DDR. Die 67-Jährige flüchtete mit ihren Kindern wenige Wochen vor dem Mauerfall zu Fuß in den Westen und landete anschließend in der Quadratestadt Dort lebte sie zuletzt in ihrem weißen Mini-Miethäuschen mit einem 863 Quadratmeter Grundstück, das sie mit viel Liebe in Schuss gehalten hat.

Von Beruf war Dagmar gelernte Zootechnikerin. Doch in Mannheim arbeitete sie zuletzt in einem Kiosk. In der Sozial-Siedlung war sie außerordentlich beliebt, da sie ihre Nachbarschaft stets mit Rat und Tat unterstützte. Ihr Kosename „Die gute Seele der Benz Baracken“ kommt nicht von ungefähr: Als ihr alkoholkranker Nachbar Johann nicht mehr konnte, verwaltete sie sein Geld verwaltet, ging für ihn einkaufen und schmiss seinen Haushalt.

„Hartz und herzlich“: Dagmar, die gute Seele der Benz Baracken, ist im Alter von 67 Jahren gestorben.
„Hartz und herzlich“: Dagmar, die gute Seele der Benz Baracken, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. © MANNHEIM24/Screenshot RTLZWEI/Fotomontage

Hartz und herzlich: Renten-Drama bei Dagmar – „Jetzt steh ich da und die wollen...“

Nicht selten bestimmten finanzielle Sorgen und Enttäuschungen das Leben der 67-Jährigen. Die Zuschauer*innen der beliebten RTLZWEI-Sendung konnten den Tumult rund um Dagmars Rente mitverfolgen. Sie hatte Probleme, Nachweise ihrer Kinder einzureichen. Zudem hatte ihr verstorbener Mann Dagmar Schulden hinterlassen. Sein Mobilfunkvertrag sei an ihr Konto gekoppelt gewesen: „Jetzt steh ich da und die wollen 600 Euro, aber ich habe noch nicht einmal Geld um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten“, klagte sie damals.

Die gute Seele der Benz Baracken war achtfache Mutter und achtundzwanzigfache Oma. Doch eine so große Familie hat auch ihre Schattenseiten. In den Semptember-Folgen der Erfolgssendung hatte Dagmar an einer Familienstreitigkeit zu knabbern. Eine ihrer Töchter hatte ihre mütterliche Gutmütigkeit ausgenutzt und sie um mehrere hundert Euro bestohlen. Nicht selten hatte sich Dagmar deshalb, trotz ihrer großen Familie, alleingelassen gefühlt und den Eindruck gehabt, dass „fremde Menschen [sie] mehr achten als die eigene Familie“.

Hartz und herzlich: Dagmar war bei den Fans sehr beliebt

Die toughe Wahl-Mannheimerin sah ihre Tiefschläge im Leben stets mit einer Prise Humor und wurde genau deshalb für viele Zuschauer*innen zum Show-Liebling. Ob mal eben das rausgebrochene Stück Zahn selbst angeklebt oder das Ofenrohr selbst repariert – die talentierte Rentnerin packte selbst an, wo es nur ging. Die „gute Seele des Viertels“, hatte und hat immer noch viele Fans unter den Zuschauer*innen, die sie mit Spenden unterstützt haben und nun schmerzlich um ihren Tod trauern. Ein Fan hat ihr in der Vergangenheit sogar einen Sehtest und eine Brille spendiert.

Vor Dagmars Grundstück werden Blumen und Kerzen aufgestellt.
Vor Dagmars Grundstück werden Blumen und Kerzen aufgestellt. © MANNHEIM24/Fabienne Schimbeno

Doch die Präsenz im TV hatte auch Kehrseiten für die Kult-Baracklerin. Dazu gehörte nicht nur das Fake-Profil, das mit ihrem Namen um Geldspenden gebeten hat. In einer Folge „Hartz und herzlich“ erzählte Dagmar davon, dass ihr unterstellt würde, ein Verhältnis mit Michael zu haben. Dafür hat sie nie Verständnis gezeigt – und schon gar kein Interesse: „Ich hab von Anfang an gesagt, zu mir kommt kein Mann mehr in die Hütte und in mein Bett schonmal gar nicht. Männer sind für mich tabu.“ Zudem hatte Dagmar häufig ungebetenen Besuch vor ihrem Häuschen im Herzen der Benz Baracken, was der 67-Jährigen Angst einflößte. (sik)

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