In den Benz Baracken Mannheim

Hartz und herzlich: Dagmar ruiniert – wegen totem Ehemann? 

„Hartz und herzlich“ (RTLZWEI) - Seit Jahren kämpft die gute Seele der Benz Baracken, Dagmar, um die Bewilligung ihrer Mütterrente. Jetzt weiß die 66-Jährige nicht, wie sie ihre Miete bezahlen soll.

Trotz ihrer chronischen Lungenkrankheit COPD kämpft sich Dagmar durch ihr Leben und steht ihren Nachbarn in den Benz Baracken mit Rat und Tat zur Seite. Sich um andere zu kümmern, ist die 66-jährige Bewohnerin der Benz-Baracken gewohnt, schließlich hat sie acht Kinder und zwei ihrer 28 Enkelkinder (!) großgezogen. Kein Wunder, dass sie sich bis zu seinem Tod auch dem kranken Johann annimmt. Seit 30 Jahren lebt Dagmar nun schon in der ehemaligen Arbeitersiedlung in Mannheim und kennt sie wie ihre Westentasche. Wären da nur nicht die finanziellen Probleme. Seit Jahren kämpft die 66-Jährige für die Bewilligung ihrer Rente. Dass ein Rentenanspruch besteht, ist unstrittig, doch die finale Berechnung steht noch aus.

Dagmar weiß sich nicht anders zu helfen, als Grundsicherung zu beantragen. „Ich hoffe, dass ich da Hilfe kriege, Unterstützung. Mein Rentending ist immer noch nicht fertig. Da reagiert keiner auf Anrufe. Das kann ja wohl nicht sein.“ Doch die Antragstellung ist schwieriger, als gedacht - auch wegen der Corona-Pandemie. Als Dagmar die Dienststelle verlässt, ist sie sauer: „Absolut keine Chance“, schimpft sie. „Jetzt muss ich da anrufen, einen Termin mit der Tussi machen.“ Sie versteht nicht, warum sie noch einmal einen Termin machen und noch einmal einen Antrag ausfüllen und abschicken muss, wenn sie ihn doch schon dabei hat.

„Hartz und herzlich“(RTLZWEI): Dagmar ist sauer und will am liebsten auswandern

„Ich beantrage das nicht, sch***egal wie ich klarkomme. Juckt mich net. Mann, ich muss mir Gedanken machen, wie ich diesen Monat die Miete zahlen werde. Ich krieg gleich ne Macke“, echauffiert sich Dagmar weiter. Bis die Mütterrente berechnet ist, bekommt die 66-Jährige nur eine Teilzahlung von 116 Euro. Das ist bei weitem nicht genug um ihre Kosten zu decken. Aus diesem Grund ringt sich Dagmar doch dazu durch, bei der Behörde anzurufen.

Leider kann sie niemanden erreichen. „Bis ich das alles durch habe, bin ich gar nicht mehr da“, seufzt sie verzweifelt und träumt vom Ausland: „Wenn ich die Kohle hätte, würde ich auswandern. Der Deutsche Staat geht mir so aufs Ar***loch. Ich steh wieder da und weiß nicht was ich machen soll.“

„Hartz und herzlich“ (RTLZWEI): Dagmars Konto wurde wegen ihren verstorbenen Ehemannes gepfändet

Als wäre das noch nicht genug, wurde auch noch das Konto der 66-Jährigen gepfändet. Das soll laut Dagmar jedoch zu Unrecht geschehen sein. Sie hätte einen Pfändungsschutz in Höhe von über 1.000 Euro. Doch auch in dieser Sache kommt die Rentnerin nicht weiter. Wegen der Corona-Pandemie könne man keine Termine beim Amtsgericht vereinbaren, erklärt ihr eine Mitarbeiterin. Sie müsse den Sachverhalt noch einmal schriftlich schildern und alle Kontoauszüge, auch die aus dem Vorjahr, einreichen.

Wie Dagmar der Sachbearbeiterin erklärt, handelt es sich bei den Schulden um einen Mobilfunk-Vertrag, den ihr mittlerweile verstorbener Ehemann abgeschlossen hatte. Dieser sei an ihr Konto gekoppelt gewesen. „Jetzt steh ich da und die wollen 600 Euro, aber ich habe noch nicht einmal Geld um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten“, führt sie am Telefon aus. Doch trotzdem hat die 66-Jährige die Hoffnung, dass ihr die Mitarbeiterin des Amtsgerichts aus ihrer Misere helfen wird, wenn sie alle Unterlagen einreicht.

Ob Dagmar beim Amtsgericht Erfolg hat und wie es den Benz Baracken-Bewohnern nach dem Bomben-Alarm geht, erfährst Du am 23. März um 20:15 Uhr bei einer weiteren Folge „Hartz und herzlich - Tag für Tag Benz Baracken“. (kp)

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