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„Hartz und herzlich“: Elvis mit Knallhart-Urteil über Mobbing – „Für mich Mord“

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Von: Josefine Lenz

Mannheim - In seiner eigenen Webserie spricht Elvis, der durch die RTLZWEI Sendung „Hartz und herzlich“ bekannt wurde, über sämtliche Themen. Dieses Mal wütet er gegen Hetze im Netz:

Seit 2015 sind die Benz Baracken in Mannheim bekannter denn je. Grund ist die SozialdokuHartz und herzlich“ von RTLZWEI. Seit fünf Jahren begleiten Kamerateams die Bewohner des Viertels in ihrem täglichen Leben. Unter anderem werden Elvis, Jenny und Dagmar zu wahren „Berühmtheiten“ der Benz Baracken. Und das ist auch kein Wunder, denn die sympathischen Mannheimer zeigen ganz unverblümt und lebensnah ihren Alltag als Hartz-IV-Empfänger. Sie nehmen dabei kein Blatt vor den Mund, sind ehrlich und verbiegen sich nicht. Das kommt beim TV-Publikum so gut an, dass RTLZWEI immer wieder neue Staffel aus den Benz Baracken zeigt.

SendungHartz und herzlich – Tag für Tag Benz Baracken
SenderRTLZWEI
DrehortMannheim

„Hartz und herzlich“ in Mannheim: Elvis mit eigener Serie – und jeder Menge Gesprächsstoff

Ein Protagonist, der extrem beliebt ist, ist achtfach Vater Elvis. Nach seinem Hauptschulabschluss fand er nie wirklich eine langfristige Arbeitsstelle, brach Ausbildungen ab und verlor mehrere Jobs, bis er schließlich vor circa acht Jahren Hartz-IV beantragen musste. Der 48-Jährige lebt zusammen mit seiner Frau Katrin und seinen Kindern seit vielen Jahren in den Benz Baracken.

Neben seiner finanziellen Not kämpfte Elvis auch lange gegen seine Drogensucht an. Wie die Zuschauer bei „Hartz und herzlich“ in den Benz Baracken erfahren, gelingt es ihm aber schließlich, den kalten Entzug zu meistern.

Benz-Baracken-Liebling Elvis bekommt aufgrund seiner Beliebtheit eine eigene Webserie auf Facebook. Dort spricht er wöchentlichen in kurzen Clips über sämtliche Themen, die ihn belasten, freuen oder zum Nachdenken bewegen. So werden Politik, Corona und das Leben in den Benz Baracken häufig vom 48-Jährigen angesprochen.

„Hartz und herzlich“ in Mannheim: Elvis sauer über Mobbing im Netz

Ein anderes Thema, das den Familienvater stark beschäftigt, ist seine Fan-Gemeinde. Immer wieder richtet Elvis das Wort an seine Community. Er bittet sie zum Beispiel hinsichtlich der Corona-Krise nicht in die Benz Baracken zu kommen, da sonst gegen die Ausgangssperre verstoßen werde und Gefahr für andere Bewohner bestehe. Der Mannheimer geht aber auch auf krasse Fan-Aktionen ein, die absolut inakzeptabel sind.

Am Mittwoch (16. Dezember) spricht Elvis in seiner Serie auf Facebook noch ein weiteres Problem an – Mobbing. Vor allem die Hetze in den sozialen Netzwerken bringen ihn zur Weißglut. In seinem neuen Video findet er knallharte Worte für alle, die andere Leute mobben: „Wo sich die Leute hinter ihren Bildschirmen und Tastaturen verstecken und über andere hetzen, reden, Sachen in die Welt setzen, die überhaupt nicht stimmen. Das ist nicht schön.

Elvis sagt außerdem klipp und klar: Für ihn stelle Mobbing eine Straftat dar. „Ihr dürft nicht vergessen: In der Vergangenheit, wie viele– vor allem junge Menschen – haben sich deswegen umgebracht, haben sich das Leben genommen wegen dieses Mobbings, wegen dieser Hetze. Sie haben das psychisch nicht verkraftet“, meint der Bewohner der Benz Baracken. Für ihn persönlich sei diese extreme Form von Mobbing Mord. „Wenn sich jemand wegen meiner dummen Sprüche, die wirklich an die menschliche, psychische Substanz geht, das Leben nimmt, dann ist das für mich Mord.“

Hintergrund: Medienberichten zufolge, werden 15 bis 20 Prozent der Selbstmorde in Deutschland Mobbingsituationen zugeschrieben.

„Hartz und herzlich“ in Mannheim: Elvis kämpft gegen Mobbing in sozialen Netzwerken

Elvis könne die Menschen, die Hetze und Mobbing in sozialen Netzwerken betreiben, überhaupt nicht verstehen. „Wenn Du jemanden was zu sagen hast, dann sage es ihm ins Gesicht (...) Dann hat derjenige auch eine Chance eine normale Konversation zu führen“, erklärt der 48-Jährige. Mobbing sei für ihn ein absolutes No-Go und gehöre per Gesetz bestraft. Zunächst mit einer Geld- und schließlich mit einer Haftstrafe.

„Hartz und herzlich“ in Mannheim: Elvis ist selbst Mobbing-Opfer

Elvis erlebt selbst ständig Mobbing. Er erhalte beispielsweise Briefe ohne Absender, in denen ihm vorgeworfen wird, Post anderer zu stehlen und sich von seiner Frau zu trennen. Das sei natürlich völliger Schwachsinn, versichert der 48-Jährige. Der Mannheimer regt sich außerdem über verdrehte Wahrheiten auf – auch hier hat er ein Beispiel parat: Er hatte seine Kinder AUS SCHERZ „Terroristen“ genannt, als sie ihn geärgert haben. „Ich lieb‘ sie, das sind meine Kinder. Ich tue sie damit ja nicht beleidigen, das ist einfach nur ein lustiger Spruch“, erklärt Elvis. Allerdings: Viele Zuschauer hatten diesen Witz missverstanden und sich übel über den achtfachen Vater ausgelassen. Der 48-Jährige kann dieses Verhalten absolut nicht nachvollziehen.

Aber: Unterkriegen lässt er sich von der ganzen Thematik nicht! Stattdessen bleibt er glücklicherweise so wie er ist und freut sich sogar schon auf neue „Hartz und herzlich“-Folgen auf RTLZWEI. Diese werden ab dem 4. Januar täglich ausgestrahlt, wie Elvis verrät. „Ich guck‘s mir ja auch an. Ich muss ja sehen, was für ein Quatsch ich von mir gebe“, scherzt der Mannheimer und lacht am Ende herzhaft über sich selbst.

Anmerkung der Redaktion: Wenn Du oder eine Dir bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden oder leidet, kontaktiere bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. (jol)

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