„Ich wundere mich...“

Günther Jauch: Quizmaster empört nach Querdenker-Attacke – „Informelle Müllhalde“

Anfang April ist bekannt geworden, dass sich Moderator Günther Jauch mit dem Coronavirus infiziert hat. Seitdem hat er eine Menge Hassnachrichten bekommen – unter anderem von Querdenkern.

Der Moderator von „Wer wird Millionär“ muss während seiner Corona-Erkrankung mehrere Jobs bei RTL absagen. In den vergangenen 45 Jahren ist Günther Jauch noch nie in einer Sendung ausgefallen – jetzt fehlte er sogar in drei Ausgaben der Live-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ mit Barbara Schöneberger (47) und Thomas Gottschalk (70). „Ich kann mit der Situation, dass Jauch nicht dabei ist, sehr gut leben“, stichelte der 70-Jährige in der Sendung – und setzte sogar noch einen drauf.

Die erste Show nach seiner mehrwöchigen Quarantäne, „5 gegen Jauch“, ist am 8. Mai auf RTL ausgestrahlt worden. Die Auszeit sei für ihn sehr ungewohnt gewesen, verrät Jauch der Deutschen Presseagentur in Köln. „Da war ich schon erleichtert, als ich wieder in den Normalmodus schalten konnte“, so der Moderator.

So hat Günther Jauch seine Corona-Erkrankung erlebt

Seine Corona-Infektion hat der Moderator als nicht „so dramatisch erlebt“. Er hätte jedoch die Hartnäckigkeit des Virus unterschätzt. Auch nach mehreren Tests sei der 64-Jährige immer noch positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Man muss manchmal geduldiger sein, als man es sich vorher wünscht oder vorstellt“, stellt er zuletzt fest.

In einer Live-Videoschalte von „stern tv“ erzählt Jauch, das er wohl einen mittleren Krankheitsverlauf „mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen“ hatte. Anfangs hätte er außerdem seinem Geschmacks- und Geruchsinn verloren. Dies sei kein Vergleich mit den Menschen, die aufgrund ihrer Corona-Erkrankung Probleme mit der Lunge bekommen hätten, fügt er hinzu. Er wundere sich, dass es Leute gibt, die das Coronavirus leugnen, so der Moderator der Sendung „Wer wird Millionär“.

Günther Jauch: Diese Hassnachrichten bekam er während seiner Corona-Erkrankung

Von diesen Personen ist der 64-Jährige während seiner Erkrankung auch aufs Übelste beleidigt worden. Einige Hassnachrichten liest der 64-Jährige in einer „stern tv“-Schalte mit Steffen Hallaschka und Olivia Jones vor. Querdenker hätten ihm Briefe und E-Mails geschickt, in denen sie ihm Anstiftung zu Körperverletzung und Völkermord unterstellten.

Zu den Hass-Zuschriften gehörten auch solche mit klar antisemitischer Ausrichtung. „Mit ihrer Fake-Propaganda für eine gesundheitsschädliche und tödliche Gen-Behandlung, die den Bürgern zum vermeintlichen Schutz eines nicht existenten Virus nahegebracht werden soll und ihnen als Impfung verkauft wird, machen Sie sich der Anstiftung zum Mord schuldig. Was hier stattfindet, ist Euthanasie zum Aufbau eines zionistisch geführten totalitären Systems“, liest Jauch eine Zuschrift vor. „Da sind sie wieder“, kommentiert der 64-Jährige.

„Ich wundere mich tatsächlich, dass es so viele sind“, erzählt Jauch in der Videoschalte. „Und dass die sich vor allen Dingen überhaupt nicht scheuen, das mit vollem Namen zu machen.“ Der vierfache Vater gibt zu: „Da mit den Leuten in Diskussionen einzutreten, fällt mir mittlerweile schwer.“

Günther Jauch hat während seiner Corona-Erkrankung sehr viele Hassnachrichten erhalten.

Als den Grund für diese Nachrichten vermutet Jauch, dass „insbesondere durch Twitter, Facebook et cetera und diese informelle Müllhalde jeder sich das raussuchen kann, was ihm irgendwie gerade plausibel erscheint und das vor allem gegen die schulmedizinische Meinung, den Staat und das Establishment geht“.

Günther Jauch ist das Gesicht der deutschen Impfkampagne – und ließ sich mit einem Pflaster ablichten

Günther Jauch ist neben Uschi Glas Werbegesicht der Impf-Kampagne der Bundesregierung. Dafür hat er sich unter anderem mit einem Pflaster auf dem Oberarm ablichten lassen. Dies scheint bei einigen den Eindruck erweckt zu haben, dass Günther Jauch bereits gegen das Coronavirus geimpft worden ist. Das Timing sei nicht optimal gewesen, denn manche hätten geglaubt, dass sich der Moderator trotz einer Corona-Impfung mit dem Virus angesteckt ha – das sei jedoch Unsinn, so der RTL-Moderator. Bereits mehrmals hat Günther Jauch klargestellt, dass er noch nicht geimpft worden ist.

Vor seiner Covid19-Erkrankung sei noch nicht dran gewesen. „Das Bild mit dem „Pflasterchen“ wurde damals gemacht, um zu zeigen, da geht es um das Impfen“, so Jauch. „Es heißt ja auch im Text, ‚ich lasse mich impfen‘“, so der RTL-Moderator. Aber: „Sh** happens, ich bin gerne bei der Kampagne dabei“, erklärt er in einer „stern tv“-Sendung.

Günther Jauch will sich auf jeden Fall impfen lassen

Für ihn steht fest, dass er sich auf jeden Fall impfen lässt, „egal auch, mit welchem Impfstoff“. Er wünscht sich, dass das so viele wie möglich auch tun werden. Genesenen wird zum Verstärken der Immunantwort eine Corona-Schutzimpfung empfohlen. Diese soll laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) bereits frühestens sechs Monate nach der Genesung erfolgen.

Am Montag, 17. Mai ist der Moderator wieder in einer aktuellen Folge von „Wer wird Millionär“ auf RTL zu sehen. Auf dem Ratestuhl sitzt Kandidatin Nora Eckartsberg, die fast an der 500-Euro-Frage gescheitert wäre. (kp mit dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Soeren Stache

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