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Vermieter schmeißt „Querdenker“-Arzt Bodo Schiffmann aus seiner Praxis

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Von: Valentin Betz

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Bodo Schiffmann
Der Arzt Bodo Schiffmann machte als bekanntes Gesicht der Querdenker-Bewegung auf sich aufmerksam. Seine Praxisräume in Sinsheim musste er jetzt räumen. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Vergangenes Jahr wurden dem Arzt und Querdenker Bodo Schiffmann die Praxisräume gekündigt. Er legte Widerspruch ein, doch nun ist klar: Das Urteil ist rechtskräftig.

Sinsheim - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hatte hierzulande die Gründung der Querdenker-Bewegung zur Folge. Ihre Wurzeln im Südwesten sind dabei kein Zufall. Gerade erst hat eine Studie herausgefunden, dass Querdenker und Corona-Kritiker meist wohlsituiert und gut ausgebildet sind.

Zu dieser Bevölkerungsschicht gehört wohl auch der Arzt und Querdenker Bodo Schiffmann. Er wurde bereits zu Beginn der Corona-Pandemie zum unheimlichen Youtube-Star, weil er dort 140.000 Corona-Skeptiker anstachelte. Seine Aussagen zum Coronavirus in Baden-Württemberg stießen allerdings nicht nur auf Gegenliebe.

Wie der SWR berichtet, wurden dem Arzt bereits im November 2020 seine Praxisräume gekündigt. Bodo Schiffmann hatte die 250 Quadratmeter seit 2011 im Gebäudekomplex des GRN-Krankenhauses in Sinsheim angemietet. Schiffmann legte laut SWR-Informationen Widerspruch ein. Nun hat das Landgericht in Heidelberg entschieden: Die Kündigung war, ist und bleibt rechtskräftig, wie BW24 berichtet.

„Querdenker“-Arzt Bodo Schiffmann: Praxisräume in Sinsheim sind bereits geräumt

Zwischenzeitlich befand sich Bodo Schiffmann nicht einmal mehr in Deutschland. Ähnlich wie Corona-Kritiker Xavier Naidoo, Ken Jebsen & Co. flüchtete er ins Ausland, den Arzt verschlug es dabei nach Tansania. In seine Praxis nach Sinsheim kann Schiffmann jedenfalls nicht zurückkehren. Die GRN-Klinik bestätigte gegenüber dem SWR, dass das Urteil des Heidelberger Landgerichts rechtskräftig und die Kündigung damit rechtmäßig sei.

Bodo Schiffmann selbst scheint sich derweil damit abgefunden zu haben, die Praxisräume seien bereits geräumt. Die GRN-Klinik hat auch schon Verwendung dafür: Künftig werde man sie als Ausweichfläche nutzen, beispielsweise für Labortätigkeiten.

Kündigung von Praxisräumen: „Querdenker“-Arzt Bodo Schiffmann war schon vorher negativ aufgefallen

Die Kündigung der Praxisräume von Bodo Schiffmann hatten die GRN-Kliniken in Sinsheim damit begründet, dass Bodo Schiffmann sie als Parteizentrale der Querdenker-Bewegung genutzt hatte. Der umstrittene Arzt war aber schon vorher mit seinen Vermietern aneinandergeraten. Beispielsweise hatte er schon bald nach seinem Einzug seine Aufgaben als Belegarzt und Konsiliararzt der Klinik aufgegeben.

Schon vor seiner Bekanntheit durch YouTube weigerten sich Schiffmann und seine Mitarbeiter zudem, auf dem Klinikgelände einen Mundschutz zu tragen. Auch die Tatsache, dass Bodo Schiffmann vor rund zwei Jahren seine Kassenzulassung zurückgab und seitdem nur noch Privatpatienten behandelte, stieß bei der GRN-Klinik auf Unverständnis. Gespräche seien mit ihm nicht mehr möglich gewesen, heißt es dort. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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