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Attila Hildmann vor Festnahme gewarnt? „Justiz-Maulwurf“ soll Infos durchgesteckt haben

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Von: Josefine Lenz

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Attila Hildmann wird seit Monaten per Haftbefehl gesucht. Nun steht der Verdacht im Raum, dass er von einer Justiz-Mitarbeiterin gewarnt wurde:

Volksverhetzung, Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – Attila Hildmann wird seit mehreren Monaten per Haftbefehl gesucht. Im Dezember 2020 packte der inzwischen 40-Jährige seine Koffer und tauchte in der Türkei unter. Wie sich nun herausstellt, hatte der Verschwörungsideologe dabei womöglich Unterstützung aus den Reihen der Staatsanwaltschaft. Denn: Derzeit muss sich eine ehemalige Mitarbeiterin der Berliner Justiz wegen der Herausgabe von geheimen Informationen verantworten!

NameAttila Klaus Peter Hildmann
Geburtsdatum22. April 1981 (Alter 40 Jahre), Berlin
Antrag HaftbefehlFebruar 2021

Attila Hildmann teilte krude Verschwörungsmythen – und flüchtete in die Türkei

Attila Hildmann war lange nur als Koch bekannt, der mit seinen veganen Gerichten auf Begeisterung stieß. Er eröffnete unter anderem ein Restaurant in Berlin, das gut besucht war. Doch seit Beginn der Corona-Krise ging es mit ihm steil bergab. Ähnlich wie der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo verbreitete Attila Hildmann krude Verschwörungsmythen und nahm an zahlreichen Querdenker-Demos teil. Dort rief er mehrfach zur Gewalt auf. Der 40-Jährige teilte außerdem auf seinem Telegram-Kanal seine radikale Meinung mit anderen Querdenkern.

Attila Hildmann an einem Strand. (Fotomontage)
Attila Hildmann lebt in der Türkei in einer Luxus-Villa. (Fotomontage) © Marius Becker/dpa

Im Winter flüchtete er dann ins Ausland. Rund acht Wochen später wurde bekannt, dass Hildmann wegen mehrerer Straftaten gesucht wird. Kurz nach seiner Flucht in die Türkei machte er deutlich, dass er von dem drohenden Haftbefehl Bescheid wusste. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Verfahren wegen Geheimnisverrats ein – zunächst gegen unbekannt.

Haftbefehl gegen Attila Hildmann: Wurde er gewarnt? Schwerer Vorwurf gegen Ex-Justizmitarbeiterin

Medienberichten zufolge, ist nun der „Justiz-Maulwurf“ enttarnt worden, der Attila Hildmann Informationen zugesteckt haben soll. Es handele sich demnach um eine 32-jährige ehemalige Mitarbeiterin der Generalstaatsanwaltschaft. Sie soll Informationen – wie beispielsweise den Haftbefehl – an Attila Hildmann weitergegeben haben. Wie die Berliner Zeitung berichtet, soll die IT-Administratorin umfangreiche Zugriffsmöglichkeiten auf die Computer der ermittelnden Staatsanwälte gehabt haben. Ermittlungen sollen ergeben, dass die Frau unter anderem in einem Ordner des Staatsanwaltes war, in dem sich der Entwurf für den Haftbefehl gegen Hildmann befand. Ob der Verschwörungsideologe daraufhin in die Türkei abtauchte, ist aber noch unklar. Dies sei bislang nur ein Verdacht.

Justiz-Mitarbeiterin fristlos entlassen – „Vergleichbaren Fall hat es in der Berliner Justiz noch nicht gegeben“

Der 32-Jährigen wurde bereits im Mai fristlos gekündigt, als bekannt wurde, dass sie sie sich unberechtigt Zugang zum sogenannten „Mesta“-System (Mehrländer-Staatsanwaltschafts-Automation) verschafft hat. In dem System befinden sich Daten über Ermittlungsverfahren gegen Querdenker, Aktivisten und Rechtsextremisten. Im Juli wurde dann die Wohnung der Ex-Justiz-Mitarbeiterin durchsucht. „Die Auswertung der beschlagnahmten Datenträger dauert an“, so Justizsprecher Sebastian Brux gegenüber der Beliner Zeitung.

Gegen die Frau wird nun wegen Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der versuchten Strafvereitelung ermittelt. „Einen vergleichbaren Fall hat es in der Berliner Justiz nach meiner Erinnerung noch nicht gegeben“, sagt Justizsenator Dirk Behrendt am Montag der Zeitung. „Neben den strafrechtlichen Konsequenzen für die ehemalige Mitarbeiterin hat die Generalstaatsanwältin bereits Maßnahmen erarbeitet, wie der Zugriff auf die Verfahren in der Behörde erschwert und besser protokolliert wird. Ein solcher Vorgang darf sich nicht wiederholen.“ (jol)

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