Vor deutscher Justiz geflohen

Attila Hildmann: Luxus statt Untergrund? So lebt Skandal-Koch nach Flucht in die Türkei

Attila Hildmann an einem Strand. (Fotomontage)
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Attila Hildmann lebt in der Türkei in einer Luxus-Villa. (Fotomontage)

Attila Hildmann ist in die Türkei geflüchtet, um einer Verhaftung zu entgehen. Doch statt im Untergrund haust der Berliner in einer schicken Villa – deren Standort jetzt bekannt geworden ist.

Gehe ich im Kampf für unsere Freiheit drauf, dann nur mit Waffe in der Hand und erhobenen Hauptes.“ Mit diesen drastischen Worten hat sich Attila Hildmann im Mai 2020 auf Facebook in die Welt der Verschwörungsideologen verabschiedet. Der Berliner verkündet damals zudem, in den „Untergrund“ gehen zu müssen, weil man ihn ermorden wolle. Nicht einmal ein Jahr später ist der 39-Jährige immer noch auf der Flucht – und zwar vor der deutschen Justiz. Doch statt im Untergrund haust der vegane Ladenbesitzer lieber in einer Luxus-Villa.

NameAttila Klaus Peter Hildmann
Geboren22. April 1981 in Berlin
Eltern Ursel Hildmann
AusbildungFreie Universität Berlin

Attila Hildmann nach Türkei geflohen – dort haust er in Luxus-Villa

Seit mehreren Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Attila Hildmann – unter anderem wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Aufgrund von Fluchtgewehr wird sogar ein Haftbefehl ausgestellt. Der kommt allerdings zu spät. „Attila Hildmann hält sich nach unseren Erkenntnissen derzeit in der Türkei auf“, schreibt die Staatsanwaltschaft auf Twitter. Hildmann, der sowohl einen deutschen als auch einen türkischen Pass hat, verhöhnt anschließend die Ermittler und schickt ihnen Grüße aus Izmir.

Doch wer glaub, dass der „Freiheitskämpfer“ und selbsternannte Samurai Attila Hildmann in den echten Untergrund geht und sich versteckt, der irrt gewaltig. Durch Recherchen der Gruppe „Hildbusters“ und Lars Wienand, Leitender Redakteur bei T-Online.de, ist der Standort des 39-Jährigen bekannt geworden. Demnach soll sich Hildmann nicht in Izmir, sondern am Rand des Ferienortes Hisarönü im Südwesten der Türkei aufgehalten haben – und zwar in einer Luxusvilla mit Pool, Wald und einer Paintball-Anlage. Perfekt für den Waffennarr, der schon Videos von sich am Schießstand gepostet hat.

Attila Hildmann: Gruppe „Hildbusters“ deckt Standort auf

Laut der Recherchen soll sich Attila Hildmann zudem von Januar bis Februar in einer anderen Villa im Ort Kayaköy aufgehalten haben. Die Standorte haben die „Hildbusters“ durch genaue Sichtungen von Hildmanns Videos gefunden. Zwar versucht der vegane Buchautor nicht zu viel zu zeigen, doch kleine Spiegelungen und andere Hinweise haben gereicht, um das Anwesen zu finden.

Attila Hildmann ist übrigens nicht der einzige Verschwörungsideologe, der der „Merkel-Diktatur“ den Rücken gekehrt hat. So hat es Xavier Naidoo wohl nach Spanien gezogen. Ein Bild von einer Zahnarzt-Praxis und eine Augenzeugin sorgen für Spekulationen. Der Querdenker Bodo Schiffmann ist unterdessen nach Afrika geflohen – einem Bild nach wohl nach Tansania. Und Michael Wendler ist nach seinem Aus bei DSDS in den USA „untergetaucht“.

Attila Hildmann reagiert auf Artikel – und beschimpft die „Judenpresse“

Der geflohene vegane-Buchautor hat mittlerweile auf den Artikel von T-Online reagiert. „WAS DENKEN DIE EIGENTLICH? ICH HAB 1,7 MIO KOCHBÜCHER VERKAUFT, 2 EIGENE RESTAURANTS GEFÜHRT UND STAND BEI 5000 HÄNDLERN MIT MEINEN FAIREN BIO-PRODUKTEN! DENKT DIESER ABSCHAUM, ICH LEB IN EINEM LOCH“, schreibt Attila Hildmann auf Telegram. Zudem beschimpft der 49-Jährige die bei ihm so verhasste Querdenken-Szene als „DEEPSTATE-SCHWUCHTELN“.

Attila Hildmann regt sich über einen Bericht auf. (Screenshot)

Interessant ist außerdem, dass der flüchtige Buchautor zum ersten Mal davon spricht, dass er sich „in Sicherheit“ bringen musste. Als er in einem anderen Video die deutsche Justiz verhöhnt, spricht Hildmann noch von einem „wohlverdienten Urlaub“. Seit seiner Flucht aus Deutschland lässt der 39-Jährige seinem Antisemitismus übrigens völlig freien Lauf und spricht in dem Posting auch davon, dass „Judenpresse“ und die „Juden-Supermärkte“ gegen ihn hetzen würde, weil er die Wahrheit über die „Schwerverbrechen der Juden“ aufgedeckt habe. (dh)

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