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Hygiene ohne fließendes Wasser: So sorgen Sie vor

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Von: Nina Dudek

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Tropfender Wasserhahn
Kommt kein Wasser mehr aus der Leitung, kann das zum ernsten Hygieneproblem werden. Vorsorgen lohnt sich © Meseritsch Herby/PantherMedia

Wenn der Strom ausfällt, wird es nicht nur dunkel und kalt. Auch das Leitungswasser fließt dann weitgehend nicht mehr. So halten Sie Hygiene bei Blackout oder im Katastrophenfall.

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Was man bisher nur aus den Nachrichten kennt, zeichnet sich dieser Tage als ernstzunehmendes Problem auch hierzulande ab – ein Szenario mangelnder Hygiene aufgrund eines nicht mehr funktionierenden Trinkwassernetzes. Denn was für uns alltäglich ist, kann im Falle eines längeren Blackouts im Winter oder im Krisenfall zum raren Gut werden: Duschen, Zähneputzen, Händewaschen und die Toilette einfach per Knopfdruck spülen. Was aber passiert, wenn es kein warmes Wasser aus der Leitung mehr gibt oder sogar kaltes Wasser nur stundenweise zur Verfügung steht?
Wie Sie im Krisenfall Hygiene ohne fließendes Wasser betreiben, erfahren Sie hier. Auch die Vorsorge mit Trinkwasser ist im Notfall überlebenswichtig. Doch kein Grund zur Panik, denn Trinkwasser lässt sich relativ einfach selbst herstellen.

Inhalt

Wasserversorgung im Krisenfall: das ist der Plan

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) sieht vor, dass die Trinkwassernotversorgung nach dem Wassersicherstellungsgesetz (WasSiG) eine „Grundversorgung der Bevölkerung in Deutschland mit überlebensnotwendigem Trinkwasser im Verteidigungsfall“ sicherstellt. Trinkwasser wohlgemerkt, das nicht für die tägliche Hygiene oder gar für die Toilette verwendet werden sollte.

Im sogenannten „Rahmenkonzept der Trinkwassernotversorgung“ heißt es weiter, dass die öffentliche Wasserversorgung bei einem großflächigen Stromausfall mindestens 72 Stunden so funktionstüchtig sein soll, dass über diesen Zeitraum Wasser in Trinkwasserqualität bereitgestellt und Abwasser abgeführt werden kann. Doch was passiert nach diesen 72 Stunden?

Bricht die Versorgung von Trinkwasser über das Leitungsnetz zusammen, sieht das BKK eine Versorgung der Bevölkerung mithilfe von Trinkwasserbehältern und Fahrzeugen mit Trinkwassertanks, Trinkwassernotbrunnen und mobilen Verbindungsleitungen vor. Doch das rare Gut dient dann in der Regel dem Verzehr und ist zu kostbar zum Waschen.

Fließendes Wasser ist im Krisenfall trotz Notfallplan nicht selbstverständlich

Die Wasserbetriebe in Deutschland sind dazu angehalten, mit Notstromaggregaten das Fließen des Wassers in den Leitungen für bis zu 72 Stunden aufrechtzuerhalten. Dennoch bedeutet das nicht, dass im Falle eines Blackouts jeder Haushalt wie gewohnt mit Leitungswasser versorgt werden kann. In den Wasserleitungen der meisten Haushalte herrscht ein sogenannter Ruhedruck von 4 bar, der beispielsweise bei Hochhäusern oder Häusern am Hang oder Berg nicht ausreicht, um das Wasser auch bis zum Wasserhahn zu transportieren. Dieses Problem lösen im Normalfall Druckerhöhungsstationen, die den Wasserdruck in der Leitung erhöhen. Doch dazu benötigen sie Energie, die im Krisenfall oder bei Blackout nur auf begrenzte Zeit über Notstromaggregate – und irgendwann gar nicht mehr – vorhanden ist.

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Toilette spülen ohne Spülung – ein „totgeschwiegenes“ Problem

Der Druck auf die Spültaste des WCs ist so selbstverständlich, dass man kaum mehr darüber nachdenkt, was passiert, wenn kein Leitungswasser mehr fließt. Denn auch der Spülkasten füllt sich nur von selbst nach, wenn der Wasserdruck in der Leitung hoch genug ist – und dafür ist in den allermeisten Fällen Strom nötig.
Doch das Spülen im WC gehört zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen überhaupt, um die Ausbreitung von Keimen oder Krankheiten zu verhindern. Was also tun?
Schaffen Sie sich einen Brauchwasser-Vorrat an. In entsprechenden Wasserspeichern kann dieser im Garten, auf dem Balkon und notfalls sogar in der Wohnung gelagert werden.

Tipp #1: Regentonne & Gießkannen

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vidaXL Wasserspeicher mit 500 l Fassungsvermögen © Amazon

Gartenbesitzer sind hier im Vorteil. Eine (oder mehrere) Regentonnen füllen sich je nach Witterung von selbst, mit Gießkannen lässt sich so immer Spülwasser neben dem WC platzieren. Besonders praktisch, da bei Nichtbenutzung handlich verstaubar, sind klappbare Regentonnen-Modelle wie diese 500 Liter fassende Wasserspeicher. Das PVC Material ist korrosionsbeständig, UV-resistent und punktet mit langer Lebensdauer.
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Tipp #2: Wassertank-Turm & Gießkannen

Wassertonnen mit 250 l, 450 l oder 700 l
Frostsichere Wassertonnen mit 250 l, 450 l oder 700 l © Amazon

Wer keine Regenrinne zum Befüllen einer Regentonne hat, sollte beizeiten mit einem entsprechend großen Wassertank vorsorgen. Dieser lässt sich auf Vorrat befüllen und lagern, beispielsweise im Keller oder auf dem Balkon. So sind Sie im Falle eines Falles mit einer Notration Spülwasser versorgt.
Wassertanks, die schlank und dafür hoch sind, lassen sich sehr platzsparend notfalls sogar direkt im Badezimmer oder in der Wohnung platzieren. Diese Turm-Wasserspeicher sind dauerelastisch und ohne Nähte gefertigt – und somit frostsicher. So können sie auch im Winter auf dem Balkon bleiben.
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Tipp #3: Reise-Toilette

Reise-Toilette
Ist die Reise-Toilette voll, wird sie im WC entleert – nur einmal nachspülen reicht. © Amazon

Nicht jeder hat Platz für Brauchwasserlagerung im großen Stil. Doch auch hier gibt es eine hygienische und saubere Lösung, die unter Campern und Outdoor-Enthusiasten bereits bestens etabliert ist: die Reise-Toilette bzw. das Camping-WC. Diese mobilen Toiletten funktionieren ganz ohne Wasser, ähnlich wie die bekannten „Dixi-WCs“. Vorreiter ist die Marke Thetford mit „Porta Potti“, einer komfortablen, praktischen und langlebigen tragbaren Toilette. Sie benötigt keinen Anschluss an einen Abfluss oder ein Wasserversorgungssystem. Ist der große 21-Liter-Tank voll, wird er im WC entsorgt – und es muss nur einmal (per Gießkanne) alles runtergespült werden.
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Ultra-Spartipp: selbst auflösendes Toilettenpapier

Um Kapazitäten in der WC-Kassette zu sparen oder im „normalen WC“ weniger nachspülen zu müssen, eignet sich selbst auflösendes Toilettenpapier. Eine Großpackung mit 64 Rollen in 2-lagiger Qualität kostet bei Amazon um die 44,60 €.

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Hygiene im Haushalt ohne fließendes Wasser

Erst, wenn im wörtlichen Sinne „der Hahn zugedreht wurde“, zeigt sich, wie oft fließendes Wasser im Haushalt benötigt wird. Gerade der Abwasch in der Küche verbraucht relativ viel Wasser. Überlegen Sie genau, wie Sie das rare Wasser im Notfall einsetzen. Mit ein paar simplen, aber effektiven Tricks geht das ganz wunderbar.

Tipp #1: Möglichst wenig Töpfe benutzen

Das XXL One Pot Kochbuch: Mit 150 einzigartigen und außergewöhnlichen Rezepten für den One Pot
Das XXL One Pot Kochbuch: Mit 150 einzigartigen und außergewöhnlichen Rezepten für den One Pot. © Amazon

Nudeln in einem Topf, Gemüse im anderen, dazu noch gebratenes in der Pfanne – und schon müssen drei Teile abgespült werden. Das wird hinfällig, wenn Sie auf sogenannte „One Pot“-Rezepte setzen, die sich auch bestens ohne Gas und Strom kochen lassen. Diese Gerichte werden in nur einem Topf zubereitet, beispielsweise cremige Pasta mit Erbsen und Schinken oder Chili-Cheese-Pasta.
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Tipp #2: Abbaubares Einweggeschirr nutzen

Geschirr-Set mit 250 Teilen
Dieses Geschirr-Set mit 250 Teilen ist komplett kompostierbar. © Amazon

Jedes Mal Teller und Besteck spülen lässt sich verhindern, indem man (ab und zu) auch auf Einweggeschirr und -besteck zurückgreift. Um dabei auch den Umweltgedanken im Blick zu haben, bitte auf nachhaltige Materialien setzen. Mittlerweile gibt es sogar schon kompostierbares Einweggeschirr, das im Biomüll entsorgt werden darf, wie beispielsweise dieses 250-teilige Set mit insgesamt 100 Tellern, je 50 Messern, Gabeln und Löffeln.
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Trinkwasser haltbar machen

Während sogenanntes Brauchwasser zum Waschen und Putzen keine Trinkwasserqualität haben muss, sollten Sie bei der Lagerung von Wasser für den Verzehr ganz strenge Auflagen beachten. Denn die Idee „ich fülle einfach die Badewanne“ funktioniert auf Dauer nicht. Zu schnell siedeln sich gesundheitsschädliche Keime an! Trinkwasser haltbar zu machen, sollte deshalb immer in Ihre Vorsorge-Überlegungen mit einbezogen werden.

Tipp #3: Oberflächen hygienisch mit Einweg-Tüchern säubern

Sagrotan Allzweck-Reinigungstücher Granatapfel & Limette
Sagrotan Allzweck-Reinigungstücher Granatapfel & Limette entfernen 99,9% der Bakterien © Sagrotan

Gerade wenn Speisereste nicht sauber entfernt werden, breiten sich schnell Bakterien und Keime aus. Um wenigstens einmal täglich die Oberflächen in der Küche ordentlich zu säubern, eignen sich Einweg-Hygienetücher, die 99 % aller Bakterien gründlich entfernen.
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Körperhygiene ohne fließendes Wasser

Sollte im Falle eines Blackouts oder eines Krisenfalls tatsächlich das Wassernetz zusammenbrechen, ist „Katzenwäsche“ angesagt. Doch gerade im Winter möchte man sich natürlich nur ungern mit kaltem Brauchwasser aus der Regentonne und einem Waschlappen sauber machen. Ganz drumherum kommt wohl kaum jemand, doch mit ein paar Kniffen lässt sich zumindest ein Minimum an Hygiene aufrechterhalten.

Tipp #1: Wäschewaschen ohne fließendes Wasser & Strom

Scrubba Wash Bag
Im Scrubba Wash Bag wird Schmutzwäsche auch mit wenig Wasser sauber. © Amazon

Der Scrubba Wash Bag vereint Waschwanne und Waschbrett in einem handlichen Beutel. Einfach etwas Waschmittel und Wasser hineingeben, Wäsche dazu und gut verschließen – und etwa 3 Minuten kneten, was das Zeug hält.
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Tipp #2: Alternative Reinigungsmittel

Flüssige Handwaschpaste und Trockenshampoo sind wassersparende Alternativen
Flüssige Handwaschpaste und Trockenshampoo sind wassersparende Alternativen © LiquiMoly; NIVEA

Wenn Wasser aus der Leitung Mangelware ist, können Sie auf Reinigungsmittel zurückgreifen, die wenig oder gar kein Wasser benötigen. Trockenshampoo wird komplett ohne Wasser ins Haar gegeben, für die Hände eignen sich flüssige Handwaschpasten, die auch grobe und fettige Verschmutzungen mit ganz wenig Wasser gründlich entfernen.

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Trick #3: Abbaubare Einmalwaschlappen

Freshenup Bambus-Einmalwaschlappen
Diese Bambus-Einmalwaschlappen mit Teebaumöl sind zu 100 % abbaubar. © Freshenup

Was aus dem Outdoor-Bereich bereits bekannt ist, hält im Krisenfall Einzug in normale Haushalte: Hygienetücher oder Einwegwaschlappen aus besonders reißfestem Material und mit gründlicher Hygienewirkung. Besonders umweltfreundlich sind beispielsweise Varianten aus Bambus mit antibakteriellem Teebaumöl, die sich zu 100 % abbauen lassen.
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