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„Sieg im Frühjahr“: Ukraine-General versichert Eroberung aller besetzter Gebiete - auch der Krim

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Ein ukrainischer Soldat geht in einem Dorf nahe Cherson hinter Sandsäcken in Deckung.
Ein ukrainischer Soldat geht in einem Dorf nahe Cherson hinter Sandsäcken in Deckung. (Archivbild) © Ivan Boberskyy/dpa

Im Ukraine-Krieg rückt die Krim immer stärker in den Fokus. Ein ukrainischer General verspricht nun die Befreiung der Region von Putins Armee.

München - Die Halbinsel Krim, die 2014 von Russland annektiert wurde, ist immer noch eine große Wunde im Herzen der Ukraine. Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar hielt man auch dort Gefechte beziehungsweise eine ukrainische Initiative zur Eroberung für möglich. Bislang blieben allerdings dort die Kampfhandlungen aus.

Nun könnte die Region tatsächlich doch noch in den Mittelpunkt rücken. In einem russischen Luftstützpunkt auf der Halbinsel kam es zur Explosion. Vieles deutet auf einen ukrainischen Angriff. Im Anschluss erwähnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die „Befreiung“ der Krim. Ein ukrainischer Generalmajor äußerte sich jetzt ähnlich - auch hinsichtlich anderer, von Russland besetzter Regionen. Außerdem nannte er sogar einen Zeitpunkt für den ukrainischen Sieg, den er aber zugleich an eine Voraussetzung knüpfte.

Ukraine-News: Generalmajor aus Mykolajiw ruft Ukrainer in Cherson zum Durchhalten auf

Die Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin wollen im Süden der Ukraine auch die Stadt Mykolajiw unter Kontrolle bringen. Der ukrainische Generalmajor Dmytro Marchenko wurde von Kiew mit der Verteidigung der Stadt beauftragt. Marchenko ist offenbar auch teilweise für die ukrainische Gegenoffensive im Gebiet Cherson zuständig. Im Interview mit der ukrainischen Nachrichtenagentur RBC Ukraine zeigte er sich voller Hoffnung.

„Ich möchte den Leuten von Cherson sagen: Haben Sie Geduld“, appellierte Marchenko an die Chersoner Bevölkerung. Die Eroberung des Gebiets durch das ukrainische Militär werde schneller gehen als gedacht. Bald werde man den ukrainischen Bürgern zur Hilfe kommen, unterstreicht der Generalmajor und fügt hinzu, man könne das Gebiet bis zum Ende des Jahres von russischen Truppen zurückerobern.

Ukraine-News: Ukrainischer Generalmajor zuversichtlich - „werden Krim militärisch befreien“

Dabei ist Marchenko nicht nur mit Blick auf Cherson, sondern auch über die Rückeroberung weiterer Regionen zuversichtlich. Besonders die Halbinsel Krim hob er hervor. „Wir werden die Krim mit militärischen Mitteln befreien“, erklärte er der ukrainischen Nachrichtenagentur. Immerhin sei die Halbinsel immer noch ukrainisches Land und die ukrainischen Bürger dort würden unter einer Besatzung leben.

Niemand habe Russland das Recht gegeben, „zu kommen, ein Stück Land zu nehmen und zu sagen, dass es ihm gehört“. Der ukrainische Generalmajor Marchenko ist sich sicher: „Wir werden die Krim zurückerobern, genauso wie wir Cherson, Luhansk und Donezk zurückerobern werden.“

Ukraine-News: Generalmajor rechnet mit „Sieg“ gegen Putins Armee im Frühjahr - aber unter einer Voraussetzung

Im Interview mit RBC Ukraine lieferte Marchenko auch eine Einschätzung darüber, wann der Krieg enden könnte - mit einem Sieg der Ukraine. Zwar wolle er keine Prognosen abgeben. „Ich glaube, im Frühjahr des nächsten Jahres werden wir den Sieg feiern“, betonte der ukrainische Generalmajor. Im Frühjahr könne man einen Sieg allerdings nur dann feiern, „wenn wir die Menge an Waffen haben, die uns versprochen wurde, die wir brauchen“, unterstrich er gleichzeitig und beschwerte sich über die Geschwindigkeit sowie den Umfang von Waffenlieferungen aus dem Westen.

„Leider wird uns die von unseren westlichen Partnern versprochene Militärhilfe in kleinen Stückzahlen zur Verfügung gestellt, was es uns im Prinzip sehr schwer macht, offensive Aktionen durchzuführen“, so Marchenko. „Ich denke, sobald wir das volle Paket dieser Hilfe erhalten, wird unsere Gegenoffensive sehr schnell sein“, prognostizierte er. Im Gespräch mit dem US-Sender CBS News rief er ebenfalls nach mehr Waffen aus westlichen Ländern. Man sei dem russischen Militär immer noch unterlegen. So könne man auf 100 russische Raketen mit nur 10 antworten. (bb)

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