1. Mannheim24
  2. Politik & Wirtschaft

Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert Waffen – Putin warnt vor Eskalation

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Stör

Kommentare

Mehr als drei Monate dauert der russische Angriff auf die Ukraine bereits. Vor allem im Donbass wird heftig gekämpft.

Kiew - Nach knapp drei Monaten Krieg scheint Russland langsam wieder Oberhand zu gewinnen. Vor allem in der Donbass-Region drohen russische Artillerie- und Luftangriffe, das Blatt zu Gunsten Russlands zu wenden. Die Forderung von ukrainischer Seite an den Westen, schwere Waffen zu liefern, wird deshalb immer dringlicher.

„Wir brauchen dringend Waffen, die es ermöglichen, den Feind über große Entfernungen anzugreifen“, sagte Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj. „Der Preis der Verzögerung wird am Leben der Menschen gemessen, die die Welt vor dem [russischen] Faschismus beschützt haben.“

Bachmut
Ein ukrainischer Soldat geht an einer durch Beschuss zerstörten Fabrik vorbei. © Francisco Seco/AP/dpa

Ukraine-Krieg: Selensykjs Berater fordert Lieferung schwerer Waffen

Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj nannten konkret Mehrfachraketenwerfer und Antischiffsraketen. Damit ließe sich auch die Blockade ukrainischer Häfen durchbrechen, hieß es. „Wenn der Westen wirklich den Sieg der Ukraine will, ist es vielleicht Zeit, uns MLRS zu geben?“, schrieb Selenskys Berater Mychajlo Podoljak auf Twitter. MLRS sind in den USA hergestellte Artilleriesysteme. „Es ist schwer zu kämpfen, wenn man aus einer Entfernung von 70 Kilometern angegriffen wird und nichts hat, womit man sich wehren kann“, so Podoljak. Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge in Erwägung, Mehrfachraketenwerfer in die Ukraine zu schicken.

Präsidentenberater Olexij Arestowitsch sprach sich für Lieferungen von Raketen vom Typ Harpoon aus, mit denen Schiffe angegriffen werden können. Damit könnte die Ukraine die russische Blockade der Seehäfen durchbrechen, wurde Arestowitsch von der Agentur Unian zitiert.

Ukraine-Krieg: Putin warnt Scholz und Macron vor Lieferung schwerer Waffen

Derweil hat der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Telefonat mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) und mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron vor der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gewarnt. Das berge das Risiko einer weiteren Destabilisierung der Lage und der Verschärfung der humanitären Krise, sagte Putin einer in Moskau vom Kreml veröffentlichten Mitteilung zufolge. Scholz und Macron forderten in dem 80-minütigen Gespräch erneut ein Ende des Krieges, wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, mitteilte.

Ukraine-Krieg: Berichte über Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Bei Angriffen auf ukrainische Orte wurden den Behörden zufolge mehrere Zivilisten getötet oder verwundet. Präsident Selenskyj warf Russland „neuen Terror“ vor. Es handele sich um „sinnlose, barbarische Angriffe“ mit Raketen und Mörsern. Die ukrainische Armee teilte mit, russische Angriffe abgewehrt zu haben. Dabei seien 33 „Okkupanten“ getötet und sechs gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Besonders umkämpft war weiter die Großstadt Sjewjerodonezk im Donbass. Die russischen Truppen versuchten, dort Fuß zu fassen, teilte der ukrainische Militärexperte Oleh Schdanow der Agentur Unian zufolge mit. Nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk, Serhij Hajdaj, ist die Stadt weiter unter ukrainischer Flagge. Er widersprach damit Berichten aus Russland, Sjewjerodonezk sei vollständig eingenommen. (cs/dpa)

Auch interessant

Kommentare