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Russische Kriegsschiffe vor britischer Küste entdeckt - britische Navy reagiert

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Von: Marcus Giebel

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Der russische Kreuzer Marschall Ustinow in offener See
Tauchte plötzlich vor der britischen Küste auf: Der russische Kreuzer Marschall Ustinow verfügt laut eines Experten über moderne Waffen. © IMAGO / SNA

Vor der britischen Küste sind russische Kriegsschiffe entdeckt worden. Das ruft einen Verteidigungs-Experten auf den Plan. Letztlich endet das Manöver abrupt.

München - Offiziell lautet das Ziel von Wladimir Putin im Ukraine-Krieg weiterhin, das Nachbarland zu entnazifizieren. Deshalb will er die Regierung von Wolodymyr Selenskyj in Kiew stürzen. Doch in den gut sechs Monaten seit Beginn der Kampfhandlungen legte sich der russische Präsident auch mit vielen weiteren Staats- und Regierungschefs an - Sanktionen und Embargos gegen sein Land sind die Folge.

Der Krieg, der nach Kreml-Hoffnungen wohl nur wenige Tage dauern sollte, hat sich längst zu einem weltweiten Flächenbrand entwickelt. Mit stark steigenden Rohstoffpreisen, Versorgungsengpässen, Hungersnot. Moskau scheint immer mehr auch auf Provokation zu setzen - gegenüber den Verbündeten der Ukraine.

Video: Ukraine kündigt Gegenoffensive im Süden des Landes an

Russische Schiffe vor Großbritannien: Royal Navy sorgt für Beschattung

Zu denen zählt in besonderem Maße auch Großbritannien. In den Gewässern vor dem Vereinigten Königreich wurden nun mehrere Schiffe der russischen Marine entdeckt. Der unabhängige Verteidigungs- und U-Boot-Analyst H.I. Sutton schrieb, eine Gruppe um den Kreuzer Marschall Ustinow, den Zerstörer Vizeadmiral Kulakow und das Tankschiff Wjasma sei „proaktiv in die Irische See“ eingelaufen und wäre bei einer Umrundung Großbritanniens in die Nähe des U-Boot-Stützpunktes Faslane gekommen.

Zwar seien die exakten Positionen des Kreuzers und des Zerstörers nicht öffentlich einsehbar gewesen, doch der Tanker sei über ein automatisches Identifikationssystem zu orten. Die Gruppe sei während dieses Manövers von einem Kriegsschiff der Royal Navy beschattet worden, es soll sich um die HMS Lancaster handeln.

Ukraine-Krieg: Russland holt offenbar Schiffe vom Mittelmeer nach Hause

Sutton beschreibt die Ustinow als moderneres Schiff. Es gehöre zur Nordflotte der russischen Marine und verfüge über moderne Systeme und Waffen. Die Kulakow sei ein Schwesterschiff der im April gesunkenen Moskwa. Mutmaßlich befinden sie sich nach ihrem Einsatz im Mittelmeer auf der Heimfahrt, um die Invasion in die Ukraine zu unterstützen.

„Selbst auf der Heimreise erscheint die gewählte Route provokativ und als Botschaft an die Nato-Mitglieder“, schreibt Sutton: „Es erinnert auch Irland, das kein Nato-Mitglied ist, an seine strategische Position aus russischer Sicht. In vielerlei Hinsicht ist Irland ein Schwachpunkt am westlichen Rand Europas.“

Der russische Zerstörer Vizeadmiral Kulakow auf offener See
Begleitet die Ustinow: Der russische Zerstörer Vizeadmiral Kulakow. © IMAGO / SNA

Russische Kriegsschiffe drehen plötzlich ab: War Manöver Folge von Minen-Lieferung ab Ukraine?

Wenige Stunden später drehten die russischen Schiffe jedoch um und fuhren in Richtung Südwesten davon, erläuterte der Marine-Experte. Ob sie ihre Aufgabe erfüllt hatten, indem sie Präsenz in der Irischen See zeigten? Oder die Befehlshaber nach der Entdeckung und Beschattung doch kalte Füße bekamen? Sutton nannte die Situation „ungewiss“. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Lage entwickele. Sicher sei er sich jedoch anhand von Bildern vom Montag (29. August), dass der Tanker nicht allein unterwegs sei.

In einem Artikel des englischen Express wird das Manöver der russischen Schiffe mit der Lieferung von sechs Unterwasser-Drohnen zur Minenjagd durch die Royal Navy an die Ukraine in Verbindung gebracht. Diese Hilfe würde Putins Kriegsanstrengungen einen heftigen Schlag versetzen. Ukrainische Soldaten seien nach Schulungen nun in der Lage, russische Minen zu zerstören, die vor der Küste Lebensmittelexporte über das Schwarze Meer verhindern sollen. Drei der Drohnen würden der Royal Navy gehören, die übrigen drei seien der Industrie abgekauft worden. (mg)

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