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Russland spricht erstmals über Opfer im Kampf um Mariupol – schiebt die Schuld aber Kiew zu

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Von: Momir Takac

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Bestatter kümmern sich in Mariupol um eine Leiche.
Im Kampf um Mariupol verloren Tausende Zivilisten ihr Leben. © IMAGO/Peter Kovalev

Russland hat erstmals von zivilen Opfern in der lange umkämpften Hafenstadt Mariupol gesprochen. Schuld an den Tausenden Toten sei aber die Ukraine.

Update vom 30. Dezember, 22.48 Uhr: Kiews Militär-Verwaltungschef Serhij Popko hat Russland schwere Vorwürfe gemacht und das Jahr 2022 als „das schlimmste Jahr in der neueren Geschichte“ der ukrainischen Hauptstadt bezeichnet. Nachdem der Vormarsch der russischen Bodentruppen gestoppt werden konnte, sei der Feind zu dem „Genozid aus der Luft“ übergegangen.

Popko sagte weiter, dass in Kiew seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Alarmsirenen 638 Mal geheult haben. Das entspreche knapp 694 Stunden Alarmzustand. „Das sind praktisch 29 Tage, fast ein ganzer Kalendermonat, den die Bürger der Stadt in Schutzräumen und Bunkern verbracht haben“, bilanzierte er.

120 Menschen, darunter fünf Kinder, seien bei 52 Luftangriffe seit Kriegsbeginn gestorben. 495 Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. Auch die kritische Infrastruktur Kiews sei erheblich beschädigt worden.

Ukraine-Krieg: Russland nennt 3.000 zivile Opfer in Mariupol - Ukraine spricht von Zehntausenden

Erstmeldung vom 30. Dezember 2022 - Mariupol – Der Kampf um die Hafenstadt Mariupol war einer der heftigsten im Ukraine-Krieg. Die blutigen Auseinandersetzungen begannen unmittelbar, nachdem Russland am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert war. Knapp drei Monate später kapitulierten die letzten ukrainischen Kämpfer.

Jetzt hat Russland erstmals über zivile Opfer in Mariupol gesprochen, das Kremlchef Wladimir Putin als Teil des Gebiets Donezk annektiert hatte. Moskau veröffentlichte Schätzungen, wonach im Kampf um Mariupol 3.000 Zivilisten getötet wurden. Die Ukraine spricht hingegen von Zehntausende Zivilisten, die durch den ständigen Artilleriebeschuss und die durch die Belagerung entstandene humanitäre Notlage ums Leben kamen.

Russland macht Ukraine für Tausende tote Zivilisten in Mariupol verantwortlich

Das russische Ermittlungskomitee schätzte zudem die Schäden in der Stadt auf umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro. Dafür und auch für die zivilen Opfer machte Moskau die Ukraine verantwortlich. Komitee-Chef Alexander Bastyrkin, der ein enger Vertrauter von Wladimir Putin ist, behauptete, dass die 3.000 getöteten Zivilisten auf das Konto von ukrainischen Soldaten gehen.

Doch damit nicht genug. Auch für die heftigen Beschädigungen der zivilen Infrastruktur soll Kiew verantwortlich sein, hieß es in der Mitteilung weiter. Diese habe es nur deshalb gegeben, weil Kiew Wohn- und Krankenhäuser militärisch genutzt habe. Die Ukraine, die EU und die Vereinten Nationen wiederum werfen russischen Streitkräften Kriegsverbrechen während der Kämpfe um Mariupol vor. (mt)

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