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Nato-Verstärkung zwischen Kaliningrad und Belarus: Erste Bundeswehr-Soldaten in Litauen eingetroffen

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Von: Astrid Theil, Linus Prien, Patrick Freiwah, Fabian Müller

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Die ersten deutschen Soldaten für die Nato-Brigade sind in Litauen angekommen. Sie sollen das Partner-Land schützen. Der News-Ticker zum Militärgeschehen.

Update vom 4. September, 18:43 Uhr: In Litauen sind am Sonntag die ersten deutschen Soldaten für die Nato-Brigade zum verstärkten Schutz des Nato-Partners eingetroffen. Mit einem Schiff wurden rund 100 Truppen der Panzergrenadierbrigade 41 und knapp 40 Militärfahrzeuge über die Ostsee in das baltische EU- und Nato-Land verlegt. Nach der Ankunft am Hafen der Stadt Klaipeda machte sich das Truppenkontingent auf den Weg zum litauischen Militärstützpunkt Rukla. Dazu gehören Jäger aus Torgelow und Neubrandenburg und Soldaten aus Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) sowie Aufklärer aus Eutin (Schleswig-Holstein).

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Nato einen verstärkten Schutz an der Ostflanke beschlossen. Deutschland soll dabei eine Kampftruppen-Brigade mit 3000 bis 5000 Soldaten für Litauen führen. Das deutsche Konzept sieht vor, Waffen, Munition und einen Führungsstab vor Ort zu stationieren. Der größte Teil der Soldaten wird in Deutschland bereitgehalten.

Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Derzeit ist in dem Baltenstaat im Nordosten Europas ein von Deutschland geführtes Nato-Bataillon mit etwa 1600 Soldaten stationiert, davon gehören mehr als die Hälfte der Bundeswehr an.

Ukraine-Krieg: Explosionen in Cherson - Offenbar Stützpunkt einer Spezialeinheit moskautreuer Truppen zerstört

Update vom 4. September, 6.26 Uhr: Der ukrainische Generalstab teilte nach Medienberichten über Explosionen in der vom russischen Militär besetzten Großstadt Cherson mit, den Stützpunkt einer Spezialeinheit moskautreuer Truppen zerstört zu haben. Außerdem transportierten ukrainische Medien Bilder, nach denen eine weitere Brücke über den Dnipro bei Nowa Kachowka außer Gefecht gesetzt worden sein soll. Unabhängig lassen sich die Angaben allerdings nicht überprüfen. In der im Süden der Ukraine gelegenen Region versuchen die regierungstreuen Truppen mit einer Gegenoffensive die Russen hinter den Fluss Dnipro zurückzutreiben.

Derweil habe die russische Armee im Donbass versucht voranzukommen, teilte der Generalstab mit. Angriffe habe es in mehrere Richtungen gegeben. Sie seien jedoch alle abgewehrt worden. Allerdings wurden mehrere Einschläge mit zivilen Opfern im Hinterland registriert.

Zwei Kinder sind durch Raketeneinschläge am Samstag ums Leben gekommen. „In Selenodolsk haben die Russen einen neunjährigen Jungen getötet“, teilte der Militärgouverneur der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal mit. Insgesamt seien durch die Raketenangriffe etwa zehn Personen verletzt worden, die meisten davon schwer. Auch hier war eine unabhängige Überprüfung der Angaben nicht möglich.

Raketenangriffe gab es auch in der Region Mykolajiw im Süden der Ukraine. Dort soll ein achtjähriges Kind durch die Einschläge getötet worden sein, zwei weitere Kinder und vier Erwachsene wurden verletzt.

Update vom 3. September, 18.37 Uhr: Das Atomkraftwerk Saporischschja wurde wohl vom Netz genommen. Das berichtete Focus unter Berufung auf die Internationale Atomenergieagentur (IAEA). Die Hintergründe für die Entscheidung sind gegenwärtig zwar noch unklar. Die Behörde äußerte jedoch wiederholt Besorgnis über die laufenden Gefechte im direkten Umfeld des Werks.

Geheimdienst-Bericht: Ukrainische Gegenoffensive überrascht russische Truppen

Update vom 3. September, 12.30 Uhr: Britischen Geheimdiensten zufolge verstärkt die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive in der Region Cherson im Süden des Landes derzeit einen breiten Vormarsch auf drei Achsen westlich des Flusses Dnipro. Diese Offensive habe zwar nur begrenzt unmittelbare Ziele, soll die russischen Truppen allerdings überrascht haben. Dies berichtete das Verteidigungsministerium in London am Samstag (3. September).

Damit würden logistische Mängel und Schwächen in der Führung der russischen Offensive entlarvt. Russische Kommandeure müssten sich nun entscheiden, auf welche Region sie sich im Blick auf Nachschub und Reservetruppen konzentrieren wollten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmäßig Geheimdienstinformationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Laut russischen Quellen: Ukraine beschießt AKW nach Abzug der Atombehörde

Update vom 3. September 11.30 Uhr: Laut russischen Angaben sollen ukrainische Einheiten in der Nacht zum Samstag in der Region Saporischschja das gleichnamige AKW mehrmals beschossen haben. Die Angabe machte der von Russland anerkannte Verwaltungsvertreter de Region, Wladimir Rogow. Laut seiner Aussage sei eine wichtige Stromleitung unterbrochen worden. Daher seien Nordstromaggregate aktiviert worden. Die Angaben lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: seit Kriegsbeginn 380 Kinder getötet

Update vom 3. September, 11.00 Uhr: Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine am 24. Februar sind nach Angaben aus Kiew mindestens 380 Kinder getötet worden. Dies teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft über den Nachrichtendienst Telegram mit. Darüber hinaus seien mindestens 737 in den vergangenen sechs Monaten verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft verwies darauf, dass es sich um vorläufige Zahlen handle. Es sei schwierig, Daten in von Russland besetzten oder umkämpften Gebieten zu erfassen.

AKW Saporischschja: „Wir wissen nicht, was dort passiert“

Update vom 3. September, 10.30 Uhr: Nach Angaben des nationalen Sicherheitsrates hat die ukrainische Regierung keinen vollständigen Überblick über die Lage im Atomkraftwerk Saporischschja. „Wir wissen nicht, was dort passiert, ob es derzeit von den Russen vermint ist oder nicht“, sagte der Sekretär des Sicherheitsrates, Olexij Danilow.  Daher sei es die Pflicht der ganzen Welt, dafür Sorge zu tragen, dass das Kraftwerk nicht zur Gefahr wird.

Danilow betonte, die Ukraine bemühe sich, die Stromversorgung des Landes auch für den Fall vorzubereiten, dass das AKW Saporischschja vom Stromnetz getrennt wird. Die Ukraine sei nach wie vor nicht bereit, über einen Waffenstillstand zu verhandeln, wenn russische Truppen im Land seien.

Präsidentenberater Podoljak kritisiert Inspektion des AKW Saporischschja

Update vom 3. September, 8.45 Uhr: Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak hat die Inspektion des russisch besetzten Atomkraftwerks Saporischschja durch den Chef der Internationalen Atombehörde IAEA kritisiert. Er bezeichnete sie als „seltsam“. Er sei nicht sicher, ob die Behörde verstehe, was in dem Gebiet passiert und welche „Gefahr die Präsenz russischer Truppen“ dort darstelle. Laut dem ukrainischen Nachrichtenportal Liga teilte Podoljak seine Einschätzung im staatlichen Fernsehen mit.

Die Inspektion könne zwar erst bewertet werden, wenn ein abschließender Bericht darüber veröffentlicht sei. Dessen Inhalt könne er aber nicht abschätzen, sagte Podoljak und betonte die kurze Dauer des Besuchs von nur zwei Stunden. Darüber hinaus kritisierte er, dass die IAEA-Mission keinen Zugang zu wichtigen Schaltstellen des Kraftwerks erhalten habe.

Auch der ukrainische Betreiber Energoatom hatte dies zuvor kritisiert und den Besatzern zudem vorgeworfen, keinen freien Austausch zwischen dem Personal des AKWs und den IAEA-Experten zugelassen zu haben. Darüber hinaus wies Podoljak auf Renat Kartschaa hin, einen hochrangigen Vertreter der russischen Nuklearbehörde Rosatom, der die IAEA-Experten durch das AKW geführt hatte. Kartschaa habe eine „sehr kriminelle Biografie“.

AKW Saporischschja: teils positives Fazit

Update vom 2. September, 21.25 Uhr: Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Grossi hat nach dem Besuch des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ein teils positives Fazit gezogen. Zwar seien Schäden durch den Beschuss des Kraftwerks offenkundig und inakzeptabel, aber wichtige Sicherheitselemente wie die Stromversorgung des Kraftwerks funktionierten, sagte Grossi am Freitagabend nach der Rückkehr aus der Ukraine am Flughafen Wien. Auch die Zusammenarbeit zwischen den russischen Besatzern und dem ukrainischen Personal klappe auf professioneller Ebene einigermaßen. Seine größte Sorge bleibe, dass das Atomkraftwerk durch weiteren Beschuss schwer beschädigt werden könnte.

Ukraine-Krieg: Russische Stellungen nahe dem AKW Saporischschja werden beschossen

Update vom 2. September, 21.13 Uhr: Die Ukraine hat unweit des von Moskaus Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja russische Artilleriepositionen beschossen. „Bestätigt ist, dass unsere Truppen im Bereich der Ortschaften Cherson und Enerhodar drei Artilleriesysteme des Gegners mit präzisen Schlägen vernichtet haben“, hieß es im Bericht des ukrainischen Generalstabs am Freitagabend bei Facebook. Ebenfalls seien ein Munitionslager und mindestens eine Kompanie der russischen Armee vernichtet worden.

Den Angaben nach haben die russischen Besatzer vor dem Eintreffen der Expertengruppe der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) alle Militärtechnik vom Gelände des AKW entfernt. Diese sei in die benachbarten Orte verlegt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Russland hatte stets behauptet, auf dem Gelände des Kernkraftwerks keine schweren Waffen stationiert zu haben.

Sergej Schoigu: Keine schweren Waffen im AKW Saporischschja

Update vom 2. September, 15.10 Uhr: Russland hat nach Angaben von Sergej Schoigu keine schweren Waffen im Atomkraftwerk Saporischschja stationiert. „Ich erkläre verantwortungsvoll, dass wir keine schweren Waffen auf dem Gelände des Kernkraftwerks oder in den angrenzenden Gebieten haben“, sagte der Verteidigungsminister in Moskau. Er hoffe, die Experten der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA könnten sich davon überzeugen. Zudem erneuerte die russische Seite die Vorwürfe gegen die Ukraine:

Schoigu beschuldigte Kiew, seit Mitte Juli regelmäßig die Infrastruktur des AKW mit westlichen Waffen angegriffen zu haben. In seiner auf dem Telegram-Kanal des Ministeriums verbreiteten Rede sprach er von 29 Angriffen seit dem 18. Juli. Es seien insgesamt 120 Granaten abgefeuert worden. Die Ukraine macht dagegen Russland für die Angriffe verantwortlich. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine: Russland kritisiert „Provokationen Kiews“ und mangelnde Besorgnis der EU

Die „Provokationen“ Kiews gingen trotz der Ankunft der internationalen Experten weiter, führte Schoigu aus. Demnach soll am Donnerstag nicht nur das AKW beschossen worden sein, sondern auch der Weg der Inspekteure. Im Falle eines möglichen Notstands trage Kiew die alleinige Verantwortung. Er erwarte „objektive Ergebnisse“ von der IAEA-Mission, sagte der Verteidigungsminister.

Kreml-Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte bereits am Donnerstag mit einem mehrdeutigen Vorwurf in Sachen Saporischschja für Irritationen gesorgt: Sie vermischte das Thema mit Visa-Sanktionen der EU. „Radioaktive Strahlung hat keinen Pass. Für ihren Grenzübertritt ist kein Visum erforderlich. Wenn in Saporischschja etwas passiert, geht es nicht um Visa, Pässe oder Grenzen. Aus unerfindlichen Gründen zeigt die Europäische Union wenig Besorgnis über diese Angelegenheit“, erklärt die Sprecherin von Sergej Lawrow. Sie spielte damit wohl auf den Streit um die Kämpfe rund um das AKW an.

Update vom 2. September, 12.35 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben sechs Munitionsdepots im von russischen Truppen besetzten Süden des Landes zerstört. Fünf Munitionslager seien im Gebiet Cherson vernichtet worden, erklärte das Kommando „Süd“ des ukrainischen Militärs am Freitag per Facebook. Daneben soll in der Stadt Melitopol im Gebiet Saporischschja ein Depot zerstört worden sein. Wie zumeist gilt jedoch: Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Im Gebiet Cherson hat die ukrainische Armee zu Wochenbeginn eine Gegenoffensive gestartet. Über den Verlauf der Bodenoperationen hüllt sich die Militärführung in Schweigen. Informationen gibt es lediglich über die Schläge der eigenen Artillerie. Demnach wurden neben den fünf Depots auch zwei von den Russen genutzten Fährverbindungen über einen Fluss getroffen. Die Brücken seien ebenso weiter unter Beschuss, so das ukrainische Militär. Die Fähr- und Brückenverbindungen gelten als strategisch wichtig für den Nachschub der russischen Kräfte westlich des Flusses Dnipro und schon länger als Ziel der Ukrainer.

Ukraine und Russland mit unterschiedlichen Bewertungen - „Lügen und Verfälschungen“

Update vom 2. September, 11.52 Uhr: Kraftwerksbetreiber Enerhoatom aus der Ukraine zweifelt, dass die Mission internationaler Experten im Atomkraftwerk Saporischschja zur Klärung beitragen kann. „Die Besatzer lügen, verfälschen Tatsachen und Beweise“, kritisierte Enerhoatom am Freitag mit Blick auf Russland im Nachrichtenkanal Telegram. Der Delegation sei zudem der Zutritt ins Krisenzentrum der Anlage verwehrt worden. Dort sei derzeit russisches Militärpersonal stationiert. Russland würde alle Anstrengungen unternehmen, dass keine Fakten zum AKW bekannt werden.

Russischer Soldat nahe dem AKW Saporischschja, wo sich derzeit die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aufhält
Russischer Soldat nahe dem AKW Saporischschja, wo sich derzeit die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aufhält. © IMAGO/Sergei Malgavko

Update vom 2. September, 11.30 Uhr: Selenskyj zeigt sich enttäuscht über den Beginn der Inspektion des Atomkraftwerks Saporischschja durch Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Der IAEA warf der ukrainische Präsident in seiner allabendlichen Ansprache vor, nicht deutlich die „Entmilitarisierung„ des unter russischer Kontrolle stehenden Nuklearstandorts gefordert zu haben.

Ukraine: Britischer Geheimdienst behauptet - Russlands Militär uneffizient

Update vom 2. September, 10.38 Uhr: Wie effizient sind Russlands Militärübungen? Nach Ansicht britischer Experten haben sich diese durch das angeblich schwache Abschneiden der russischen Streitkräfte in der Ukraine als nutzlos erwiesen. Veranstaltungen wie das Manöver Wostok-22, das derzeit abgehalten wird, hätten sich nicht darin bewährt, die Fähigkeiten des Militärs zu großangelegten, komplexen Einsätzen zu erhalten, lautet ein Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg.

„Solche Veranstaltungen laufen stark nach Drehbuch ab, ermutigten keine Eigeninitiative und sind in erster Linie darauf ausgerichtet, die russische Führung und das internationale Publikum zu beeindrucken“, lautet die veröffentlichte These. Das britische Militär geht davon aus, dass die tatsächliche Teilnehmerzahl an Wostok-22, an dem auch Armeen verbündeter Länder teilnehmen, wesentlich geringer ausfällt, als von Moskau angegeben. „Russland behauptete öffentlich, es seien 50.000 Soldaten beteiligt, es ist aber unwahrscheinlich, dass mehr als 15.000 Militärangehörige teilnehmen werden“.

Moskau wiederum wirft London eine gezielte Desinformationskampagne hinsichtlich des Ukraine-Konflikts vor. Schwere Kämpfe dauerten unterdessen nach Angaben der Briten im Süden der Ukraine an - auch in der Nähe des von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerks Saporischschja.

Ukraine: Lange AKW-Mission? Selenskyj erhebt Vorwürfe gegen Russland

Update vom 2. September, 6.03 Uhr: Nach ihrer Ankunft in dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Südukraine ist offen, wie lange die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA dort bleiben werden. IAEA-Chef Rafael Grossi schrieb in der Nacht zum Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter, seine Organisation sei „hier, um zu bleiben“ und weiterhin präsent zu sein.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meinte, Russland versuche, die Mission in einer ergebnislosen Tour durchs Kraftwerk enden zu lassen. Moskau hatte von den Inspekteuren Objektivität verlangt. Nach Selenskyjs Angaben verhinderte Moskau, dass internationale Medienvertreter die Atomexperten begleiten könnten. „Unabhängige Journalisten. Damit die Welt die Wahrheit sieht.“

Leider hätten die „Besatzer“ keine Journalisten hineingelassen, sagte er in einer in der Nacht veröffentlichten Videoansprache. Bei einem Statement Grossis vor dem AKW waren im russischen Staatsfernsehen am Donnerstag lediglich Mikrofone russischer Medien zu sehen gewesen. Der IAEA-Chef hatte später auf Twitter ein eigenes Video (siehe Update vom 1. September, 19.45 Uhr) veröffentlicht.

Rafael Mariano Grossi in Saporischschja
IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi spricht mit Journalisten, während sich sein Expertenteam auf den Besuch des Kernkraftwerks Saporischschja vorbereitet. © Andriy Andriyenko/AP/dpa

Militär hält Druck in Cherson aufrecht: Mehrere Ziele angegriffen

Update vom 1. September, 20.22 Uhr: Das ukrainische Militär hält nach eigenen Angaben den Druck auf die russischen Streitkräfte in der südlichen Region Cherson aufrecht und hat am Donnerstag mehrere Ziele angegriffen, darunter Brücken über den Fluss Dnipro.

Das Einsatzkommando Süd erklärte: „Unsere Raketen- und Artillerieeinheiten haben drei Kontrollpunkte, eine Radarstation und zwei Konzentrationspunkte feindlicher Kräfte, Waffen und Ausrüstung unter Beschuss genommen.“ Und weiter: „Ein Versuch, einen neuen Pontonübergang in der Gegend von Dariivka zu errichten, wurde ebenfalls durch unser Feuer zunichtegemacht.“

Die ukrainischen Streitkräfte haben sich in den vergangenen zwei Monaten darauf konzentriert, die russischen Nachschublinien, Munitionsdepots und rückwärtigen Stützpunkte im Süden zu zerstören.

Atom-Behörde will dauerhaft in AKW Saporischschja bleiben

Update vom 1. September, 19.45 Uhr: Die Internationale Atombehörde IAEA will eine dauerhafte Mission in dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine etablieren. Das sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Donnerstagabend in einem auf Twitter veröffentlichten Video-Statement. Inspekteure begannen zuvor ihre Arbeit in dem AKW, das seit Monaten immer wieder unter Beschuss gerät. Grossi sprach von einem „lange erwarteten Besuch“.

Russland hatte sich offen gezeigt für eine dauerhafte Mission der IAEA am Kraftwerk. Kiew besteht hingegen auf dem vollständigen Abzug der russischen Truppen und einer Demilitarisierung der Kraftwerksumgebung. Die IAEA-Mission solle dafür den ersten Schritt darstellen. Am Mittwoch hatte Grossi gesagt, die Inspektion solle zunächst mehrere Tage dauern.

„Ich habe gerade einen ersten Rundgang durch die Schlüsselbereiche absolviert“, sagte Grossi in dem Video. Es gebe noch viel zu tun. Einige Experten fuhren am Nachmittag zurück ins Hotel, andere blieben für weitere Untersuchungen auf dem Gelände.

Internationalen Atomenergiebehörde
IAEO-Chef Rafael Grossi (2.v.l) und Mitglieder der Expertengruppe sprechen in Saporischschja mit nicht identifizierten Behördenvertretern. © Uncredited/International Atomic Energy Agency/AP/dpa

Ukraine-News: Atom-Experten nehmen Arbeit an AKW Saporischschja auf

Update vom 1. September, 17.48 Uhr: In dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine hat ein Team von internationalen Experten seine Arbeit aufgenommen. „Wir haben uns heute eine ganze Menge angesehen und mit der ersten Bewertung begonnen“, sagte der Chef der Internationalen Atombehörde IAEA, Rafael Grossi, der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Donnerstag vor Journalisten. „Für mich beginnt die Arbeit jetzt.“

Auch die Experten wollen in dem AKW nun weiterarbeiten. Der Vertreter der russischen Besatzer, Wladimir Rogow, sagte im russischen Staatsfernsehen, dass die Inspekteure mindestens bis Samstag bleiben sollten. Einige Experten verließen Interfax zufolge am Nachmittag nach etwa vier Stunden das Gelände wieder, ebenso wie Grossi selbst.

Update vom 1. September, 13.39 Uhr: Nachdem zuvor Medienberichte aufgekommen waren, dass die Beobachtermission der Internationalen Atombehörde (IAEA) das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine nicht erreichen werde, sind nun gegenteilige Meldungen erschienen. Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom berichtete am Donnerstag auf ihrem Telegram-Kanal, dass die Beobachtermission im Kraftwerk eingetroffen sei. Die Reise dient der Sicherung von Europas größtem Atomkraftwerk, das im Krieg zwischen Russland und der Ukraine immer wieder unter Beschuss gerät.

Geheimdienststimmen: Evakuierung des Kraftwerks sei geplant

Update vom 1. September, 13.30 Uhr: Russische Einheiten planen angeblich, das Personal des besetzten Atomkraftwerks in Saporischschja zu evakuieren. Das berichtete die ukrainische Publikation Kyiv Independent unter Berufung auf ukrainische Geheimdienstkreise. Weiter heißt es, dass die Evakuierung geheim gehalten werden soll, um Panik zu vermeiden. Die Angaben sind jedoch nicht unabhängig überprüfbar.

Blick auf das Atomkraftwerk in Saporischschja
Blick auf das Atomkraftwerk in Saporischschja © IMAGO/Sergei Malgavko

Inspektion des Atomkraftwerks in Saporischschja wurde aufgehalten

Erstmeldung: Enerhodar – Die Expertengruppe der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) für das südukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist aufgehalten worden. Laut dem Gouverneur der Region Saporischschja haben russische Truppen die Route der Inspekteure unter Beschuss genommen, wie tagesschau.de berichtete. Ein Zugang zum Kraftwerk war auch laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP nicht möglich.

Ursprünglich hatte der Chef der IAEA noch am Plan, zum AKW zu fahren, festgehalten. Bereits zu diesem Zeitpunkt war bekannt, dass sich in der Region Kampfhandlungen abspielen würden. Dennoch sagte er: „Wir werden nicht stoppen. Wir fahren jetzt los.“

Ukraine-Krieg: AKW in Saporischschja – weiterer Reaktor abgeschaltet

Die Lage am AKW ist offenbar angespannt: Nach einem nächtlichen Angriff ist am Atomkraftwerk Saporischschja nach Angaben des ukrainischen Betreibers am Donnerstag einer der beiden laufenden Reaktoren abgeschaltet worden.

Wie die Betreibergesellschaft Energoatom im Onlinedienst Telegram mitteilte, gab es in der Nacht russischen Granatbeschuss auf die Anlage. Das Notfallsystem sei daraufhin aktiviert und der Meiler Nummer 5 um 3.57 Uhr MESZ abgeschaltet worden.

AKW-Inspektion in der Ukraine: Reise trotz „erhöhter militärischer Aktivität“

Rafel Grossi, Chef der IAEA, sagte noch am Donnerstagmorgen zur Lage am AKW: „Wir sind uns der Situation bewusst. Es gibt eine erhöhte militärische Aktivität. Ich bin vom ukrainischen Armeekommandeur darüber und über die Risiken informiert worden, aber wir haben die Vor- und Nachteile abgewogen und sind jetzt so weit gekommen. Wir stoppen nicht.“

Die 14-köpfige Expertengruppe unter Leitung Grossis wollte sich ein Bild von der Situation um das von Russland besetzte Kernkraftwerk machen. Russische Truppen haben das Kraftwerk kurz nach dem Beginn der russischen Invasion Anfang März besetzt. Mit seinen sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt ist es das größte Atomkraftwerk Europas. Vor dem Krieg arbeiteten mehr als 10.000 Menschen in dem AKW. (dpa/AFP/lp)

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