1. Mannheim24
  2. Politik & Wirtschaft

Wirtschaftskrise in der Türkei: Erdogan tritt erneut bei Präsidenten-Wahl an und stellt Forderung an Opposition

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christoph Gschoßmann

Kommentare

Er greift weiter nach der Macht: Recep Tayyip Erdogan will noch einmal Präsident der Türkei werden.
Er greift weiter nach der Macht: Recep Tayyip Erdogan will noch einmal Präsident der Türkei werden. © dpa/Turkish Presidency/AP

Recep Tayyip Erdogan will seine Macht in der Türkei nicht aufgeben. Auch bei der kommenden Wahl wird er als Präsidentschaftskandidat antreten.

Istanbul / München - Die Entscheidung steht fest: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat offiziell seine erneute Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr angekündigt. „Lassen Sie es mich hier sagen. Tayyip Erdogan ist der Kandidat der Volksallianz“, sagte Erdogan am Donnerstag bei einer Kundgebung in Izmir mit Blick auf das Bündnis zwischen seiner AKP-Partei und der rechtskonservativen MHP.

Türkei: Erdogan will keine vorgezogene Wahl

Erdogan wies Gerüchte zurück, wonach er eine vorgezogene Wahl anstrebe. Die Präsidentschaftswahl werde planmäßig am 24. Juni 2023 stattfinden, sagte er.

Unklar ist noch, welchem Herausforderer Erdogan gegenüberstehen wird. Die oppositionelle CHP-Partei hat ihren Spitzenkandidaten noch nicht nominiert. Erdogan forderte CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu am Donnerstag auf, Nägeln mit Köpfen zu machen: „Geben Sie entweder Ihren Kandidaten oder Ihre Kandidatur bekannt“, forderte er.

Ambivalenter Kurs der Türkei im Ukraine-Konflikt

Die von Erdogan regierte Türkei befindet sich derzeit in einer schweren Wirtschaftskrise, die Inflation ist mit 73,5 Prozent so hoch wie seit 1998 nicht mehr, hinzu kommt der Wertverfall der türkischen Lira. Kritiker machen Erdogans unkonventionelle Wirtschaftspolitik für die Probleme verantwortlich.

Den Leitzins hatte die türkische Zentralbank trotz der galoppierenden Inflation im Land zuletzt erneut unverändert gelassen. Erdogan ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen, die nach herrschender Meinung als probates Mittel im Kampf gegen die Teuerung gelten. Im Ukraine-Konflikt fährt Erodgan einen ambivalenten Kurs: Ankara hat zwar die russische Invasion der Ukraine verurteilt, trägt die Sanktionen aber nicht mit. Erdogan hält die Kanäle sowohl zu Wladimir Putin, als auch zu Wolodymyr Selenskyj offen. (cg mit afp)

Auch interessant

Kommentare