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Schwere Verluste für Russland: Ukraine zerstört Munitionslager

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Von: Karolin Schäfer, Nadja Austel, Vincent Büssow, Christian Stör

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Russland muss im Ukraine-Krieg herbe Verluste hinnehmen. Die Verluste Russlands im Überblick.

Update vom Dienstag, 23. August, 06.50 Uhr: Das ukrainische Militär hat den russischen Streitkräften nach eigenen Angaben wieder schwere Verluste zugefügt. Das Einsatzkommando „Süd“ berichtete, dass es am 22. August 17 russische Soldaten getötet und ein Buk-Raketensystem, ein 120-mm-Mörsersystem „Sani“, ein Munitionslager und fünf gepanzerte und militärische Fahrzeuge zerstört hätte. Auch der strategisch wichtigen Antoniwsky-Brücke fügte die ukrainische Armee demnach erheblichen Schaden zu.

+++ 16.45 Uhr: Laut dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte sind etwa 9000 „Helden“ im Krieg gegen Russland gestorben. Der General Walerij Saluschnyj nannte diese Zahl in einem Nebensatz am Montag (22. August), wie die Nachrichtenagentur Interfax Ukraine berichtet. Saluschnyj sprach über die Notwendigkeit, Kinder vor dem Krieg zu beschützen „da ihre Väter an die Front gingen und möglicherweise zu den knapp 9000 Helden gehören, die starben.“ Die Regierung der Ukraine hat bisher keine offiziellen Zahlen über Verluste in den eigenen Reihen bekannt gegeben. Dem ukrainischen Portal Pravda Ukrainska zufolge sind in dem Krieg bislang über 45.000 Soldaten aus Russland gestorben.

+++ 13.00 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben den Stützpunkt der pro-russischen Militär-Formation „Pjatnaschka“ in der besetzten Stadt Donezk zerstört. Dies gab der Luhansker Regionalgouverneur Serhij Gajdaj in einem Facebook-Post bekannt. „Der Stützpunkt der berüchtigten ‚Pjatnaschka‘, einer internationalen Bande, die im Gebiet Luhansk gekämpft hat, brennt noch immer“, schrieb er. „Viele 200er (getötet) und 300er (verletzt)“, fügte Gajdaj in Form von alten sowjetischen Militärcodes für tote (200) und verwundete (300) Opfer hinzu.

Gräber ukrainischer Soldaten.
Laut dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee sind im Krieg gegen Russland knapp 9000 „Helden“ aus der Ukraine gestorben. (Archivbild) © Sadak Souici/dpa

Der ukrainische Journalist Denis Kazansky veröffentlichte auf Telegram ein Video des brennenden Stützpunkts und behauptete, sie sei durch den Einsatz von HIMARS-Raketenwerfern zerstört worden. „In der Nacht wurde die Basis der sogenannten ‚Pjatnaschka‘-Brigade von einem hochpräzisen HIMARS-Schlag in Donezk getroffen“, schrieb Kazansky.

News zum Ukraine-Krieg: Verluste von Russland im Überblick

+++ 10.35 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat am Morgen die aktuellen Zahlen zu den russischen Verlusten veröffentlicht. Demnach hat Russland seit dem 24. Februar knapp 45.400 Soldaten im Ukraine-Krieg verloren. Im Vergleich zum Vortag (Sonntag, 21. August) kamen rund 200 Gefallene hinzu. Zudem sollen mehr als 1900 Panzer und fast 200 Helikopter der Streitkräfte zerstört worden sein. Die Daten im kompakten Überblick:

Der Schreck Russlands heißt derzeit HIRMAS: Deshalb dürfte das neue US-Hilfspaket für die Ukraine bei Putin nicht gut ankommen.
Ukraine-Krieg: Der Schreck Russlands im Ukraine-Krieg heißt derzeit HIMARS. © Pfc. Riley Anfinson/Us Marines/IMAGO

News zum Ukraine-Krieg: Russische Festung im Gebiet Cherson zerstört

Update vom Montag, 22. August, 06.25 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine russische Festung im Gebiet Cherson zerstört. Das Einsatzkommando „Süd“ berichtete, dass sie 20 russische Soldaten getötet und eine selbstfahrende Msta-S-Haubitze, zwei S-300-Raketensysteme, eine selbstfahrende Giatsint-S-Haubitze, ein Nebo-M-Radarsystem, einen 120-mm-Mörser sowie drei gepanzerte Fahrzeuge zerstört hätten.

+++ 22.00 Uhr: Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge mehrere russische Angriffe im Osten und Süden des Landes abgewehrt. Vorstöße der russischen Aggressoren seien etwa im östlichen Gebiet Donezk in Richtung der Städte Slowjansk, Kramatorsk und Awdijiwka zurückgeschlagen worden, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntagabend mit.

Russisches Munitionslager zerstört – News zum Ukraine Krieg

Zudem sei den Verteidigern am Samstag eine Gegenoffensive in der südlichen Region Cherson gelungen, teilte ein Abgeordneter nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Dabei sei ein russischen Munitionslager zerstört worden. Das widerspricht allerdings den Schilderungen des russischen Militärs, das Teile von Cherson besetzt hat. Demzufolge habe die eigene Luftabwehr am Wochenende mehrere ukrainische Angriffe abgewehrt.

Russland plant ab Montag in Teilen der an die Ukraine grenzenden Gebiete Woronesch und Belgorod sowie in einigen Bereichen des Gebiets Lipezk den Luftraum für einige Tage sperren, hieß es aus Kiew. Dafür gab es von russischer Seite bislang noch keine Bestätigung. Aber ohnehin sind seit Kriegsbeginn im Februar zahlreiche Flughäfen im Süden Russlands gesperrt.

News zum Ukraine-Krieg: Ukrainische Luftwaffe zerstört drei Drohnen

+++ 16.25 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe hat am Sonntag innerhalb von einer Stunde drei unbemannte Luftfahrzeuge abgeschossen, berichtete das Luftwaffenkommando Pivden auf Facebook. Die russischen Drohnen vom Typ Orlan-10 seien von den feindlichen Streitkräften zur Aufklärung in der Region Cherson eingesetzt worden. „Zwischen 12.00 und 13.00 Uhr am 21. August entdeckten und brachten Soldaten des Luftwaffenkommandos Pivden (Süd) drei operativ-taktische unbemannte Luftfahrzeuge am Himmel über dem Gebiet Cherson zum Absturz“, hieß es.

Update vom Sonntag, 21. August, 08.15 Uhr: Truppen der ukrainischen Armee haben offenbar einen Kommandoposten des russischen Militärs in der Region Cherson zerstört. Das berichtete das Nachrichtenportal Kyiv Independent am Sonntagmorgen mit Verweis auf Angaben der Kommandogruppe „Süd“.

Zudem seien in den vergangenen 24 Stunden zwei Munitionsdepots der russischen Armee zerstört und 75 Soldaten getötet worden. Die Angaben sind nicht unabhängig verifizierbar.

Update vom Sonntag, 21. August, 05.30 Uhr: Alexei Arestovich, präsidialer Berater von Wolodymyr Selenskyj, hat neue Angriffe auf die illegal annektierte Halbinsel Krim angekündigt. Einem Bericht des Nachrichtenportals Nexta sagte er, dass zwar nichts Wesentliches getroffen worden sei. Das bedeute jedoch keineswegs, „dass es morgen keine Verluste geben wird“, so Arestovich. Am Samstag hatte eine Drohne das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol angegriffen. Bislang gibt es keine Belege, dass die Ukraine dahinter steckt, was Russland behauptet.

News zum Ukraine-Krieg: Russland verliert Soldaten und Panzer

Update vom Samstag, 20. August, 07.00 Uhr: Das Einsatzkommando „Süd“ der ukrainischen Armee hat elf Angriffe auf russische Stellungen vermeldet. Dabei seien 17 russische Soldaten getötet worden. Zudem habe man ein Radarsystem und vier gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent. Weitere Details wurden nicht genannt. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

News zum Ukraine-Krieg: Putin könnte auf „unkonventionelle“ Kriegführung zurückgreifen

Erstmeldung vom Freitag, 19. August: Moskau/Kiew – Für Russland entwickelt sich der Ukraine-Krieg allmählich zu einem Alptraum. Vor allem die Zahl der eigenen Verluste ist immens hoch. Nach ukrainischen Angaben sind bis zum 18. August insgesamt rund 44.700 russische Soldaten im Kampf gefallen.

Noch extremer schätzt Colin Kahl die Lage ein. Der Beamte des US-Verteidigungsministeriums veranschlagte die Zahl der russischen Opfer Anfang August gar auf rund 80.000. Zum Vergleich: Im fast zehnjährigen Afghanistan-Krieg hat die Sowjetunion nach offiziellen Angaben rund 13.300 Soldaten verloren.

Das alles sind aber nur Schätzungen. Von russischer Seite werden schon lange keine Angaben zu eigenen Verlusten mehr herausgegeben. Die letzte Information stammt vom 25. März. „Leider kam es im Laufe der militärischen Spezialoperation zu Verlusten bei unseren Kampfkameraden. Stand heute sind 1351 Soldaten gefallen, 3825 wurden verwundet“, lautete damals die Meldung des russischen Verteidigungsministeriums. Seit diesem Zeitpunkt schweigt der Kreml beharrlich zu diesem Thema.

Schwere Verluste für Russland: Wie reagiert Putin?

Angesichts der russischen Verluste stellt sich auch die Frage, wie Wladimir Putin langfristig reagieren wird. Ein britischer Militärexperte hat nun davon gesprochen, dass der russische Präsident aufgrund der zunehmenden Verluste in der Ukraine zu verzweifelten Maßnahmen greifen könnte.

Der Oberst der britischen Armee, Hamish de Bretton-Gordon, sagte am Donnerstag (18. August) gegenüber dem TV-Sender GB News, dass die russischen Kriegsanstrengungen „sehr schlecht“ liefen und die Ukraine derzeit offenbar Oberwasser gewinne. Putin aber glaube wahrscheinlich, dass er sich ein militärisches Versagen in der Ukraine „nicht leisten könne“. Das wäre das „Aus“ für ihn.

Schwere Verluste für Russland: Was passiert im AKW Saporischschja?

Die konventionelle Kriegführung der Russen habe versagt, so de Bretton-Gordon. „Wir sehen ja, wie viele Panzer und Truppen sie verloren haben. Und sie verlieren jetzt auch an Boden, weshalb es zunehmend besorgniserregend ist, dass die Russen sich einer unkonventionellen – also asymmetrischen – Kriegführung zuwenden könnten.“

Speziell bezog sich de Bretton-Gordon auf das von russischen Truppen besetzte AKW Saporischschja in der Ukraine. Die Drohungen russischer Beamter deuten seiner Meinung nach darauf hin, dass ein nuklearer Zwischenfall in Sicht sein könnte. Zuletzt beschuldigten sich Russland und die Ukraine gegenseitig, einen Anschlag zu planen. (cs/na/kas mit dpa/AFP)

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