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Auffahrunfälle trotz „Autopilot“ im Tesla: US-Untersuchung ausgeweitet

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Von: Christoph Gschoßmann

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Ein weißer Tesla Model X steht vor einem Tesla-Autohaus.
Ein Tesla Model X (vorne im Bild) kann über 100.000 Euro kosten. © Julian Stratenschulte/dpa

Tesla hat ein „Autopilot“-System - doch dies steht in der Kritik, nachdem es zu Unfällen gekommen war. Die US-Verkehrsbehörde will ihre Untersuchungen ausweiten.

Washington / München - Wie gefährlich ist der „Autopilot“ von Tesla-Fahrzeugen? Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hat ihre Untersuchung des Fahrassistenzsystems nach einer Reihe von Auffahrunfällen ausgeweitet. Seit Aufnahme der Ermittlungen im August stellte sie sechs weitere Zwischenfälle fest, bei denen Teslas mit eingeschaltetem „Autopilot“-System auf am Straßenrand parkende Einsatzfahrzeuge auffuhren. Ursprünglich ging es um elf solcher Unfälle. Im Januar kam es zuletzt zu einem Crash.

Tesla warnt seine Kunden selbst vor dem „Autopilot“-System

Zusätzliche Daten sollen bei den Ermittlungen helfen. Das teilte die Behörde in einem am Donnerstag veröffentlichten Dokument mit. Es gehe um schätzungsweise 830.000 Fahrzeuge aller vier aktuellen Modellreihen (Diese Tesla-Modelle gibt es) aus den Jahren 2014 bis 2022. Dabei solle auch untersucht werden, inwieweit das System des Elektroauto-Herstellers das Risiko menschlicher Fehler verschärfe.

Dabei warnt die Firma ihre Kunden selbst vor dem System: Tesla weist die Kunden selbst darauf hin, dass „Autopilot“ nur ein Assistenzsystem sei und deshalb der Mensch im Fahrersitz jederzeit die Hände am Lenkrad behalten müsse. Auch solle er stets bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Fahrer sich komplett auf das „Autopilot“-System verlassen. Tesla verschärfte vor einigen Jahren die Sicherheitsmaßnahmen: Die Software merkt, wenn der Fahrer die Hände nicht am Steuer hat und gibt nach kurzer Zeit Warntöne ab.

Erstmals hatte die NHTSA das „Autopilot“-System bereits nach einem tödlichen Unfall 2016 untersucht. Damals starb ein Fahrer, nachdem sein Tesla unter den Anhänger eines Sattelschleppers gerast war, der die Straße überquerte. Die NHTSA kam zu dem Schluss, das System habe im Rahmen seiner Fähigkeiten korrekt funktioniert, aber der Mensch am Steuer habe sich zu sehr darauf verlassen. Das „Autopilot“-System hatte den Anhänger mit seiner weißen Seitenfront nicht erkannt und nicht gebremst. Auch der Fahrer hatte nicht reagiert.

„Autopilot“ von Tesla: Lichtverhältnisse der Grund für die Unfälle?

Bei der aktuellen Untersuchung wies die NHTSA darauf hin, dass bei allen Auffahrunfällen die Feuerwehr- und Ambulanzfahrzeuge unter anderem dank eingeschaltetem Blinklicht klar ausgewiesen gewesen seien. Tesla veröffentlichte im September vergangenen Jahres ein Software-Update, dank dem der „Autopilot“ die Fahrzeuge mit ihren markanten Blinklichtern auch bei schwierigen Lichtverhältnissen erkennen soll. Die NHTSA hinterfragte danach, warum das Update nicht als Rückrufaktion deklariert wurde. Ende Mai gab es Berichte darüber, dass Tesla seine Europa-Auslieferungen mit den Autopilot-Systemen FSD und EAP wegen unzulässiger Funktion aussetzt. (cg mit dpa)

In einer geleakten internen Mail verkündet Tesla-Chef Elon Musk, dass der Elektro-Autobauer zehn Prozent seines Personals abbauen müsse.

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