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Tesla: Autopilot schaltete sich kurz vor Unfällen ab – US-Behörde ermittelt

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Von: Patricia Huber

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Schlechte Nachrichten für Elon Musk: Der Autopilot seines E-Autobauers Tesla wird wegen mehreren Unfällen derzeit von den US-Behörden unter die Lupe genommen.

Austin – Tesla gilt in der E-Auto-Branche als Pionier. Der Konzern des Milliardärs Elon Musk geriet allerdings schon in der Vergangenheit häufiger wegen der Fehleranfälligkeit seines Assistenzsystems – von Tesla Autopilot genannt – in die Kritik. Deshalb sieht sich Tesla nun auch mit Untersuchungen der US-Verkehrsbehörde NHTSA konfrontiert.

Tesla: Autopilot-System im Fokus der Behörden

Die NHTSA hatte das Autopilot-System bereits nach einem tödlichen Unfall 2016 untersucht. Damals starb ein Fahrer, nachdem sein Tesla unter den Anhänger eines Sattelschleppers gerast war, der die Straße überquerte. Die NHTSA kam damals zu dem Schluss, das System habe im Rahmen seiner Fähigkeiten korrekt funktioniert, aber der Mensch am Steuer habe sich zu sehr darauf verlassen. Das Autopilot-System hatte den Anhänger mit seiner weißen Seitenfront nicht erkannt und nicht gebremst – auch der Fahrer hatte nicht reagiert.

Doch jetzt werden mehrere neue Unfälle untersucht, bei denen Tesla-Fahrzeuge mit dem Autopilot in bereits bestehende Unfallstellen gefahren sind. Dort waren bereits Einsatzfahrzeuge mit Warnlicht vor Ort. Die Ermittlungen sollen sich nun unter anderem mit der Auswertung zusätzlicher Daten befassen, teilte die NHTSA mit. Die Behörde untersucht auch gut 100 Autopilot-Unfälle, an denen keine Einsatzfahrzeuge beteiligt waren.

Tesla: Autopilot ließ den Fahrern keine Chance zur Reaktion

Bei der NHTSA-Prüfung solle auch untersucht werden, inwieweit das System des Elektroauto-Herstellers das Risiko menschlicher Fehler verschärfe. Die NHTSA sieht nämlich Anzeichen dafür, dass in rund 50 der untersuchten Unfälle die Fahrer unzureichend auf die Verkehrssituation reagiert hätten. Wie efahrer.com und Bild berichten, konnte die Behörde außerdem feststellen, dass der Autopilot in 16 Fällen nur eine Sekunde vor dem Aufprall die Kontrolle über das Fahrzeug aufgegeben hatte. In dieser Zeit hätte der Fahrer keine Chance gehabt, noch zu reagieren.

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Tesla hingegen betont immer wieder, dass der von ihnen so getaufte Autopilot eben kein richtiger Autopilot sei, sondern lediglich ein Assistenzsystem. Auch Tesla-Chef Elon Musk erklärt immer wieder, dass der Autopilot das Fahren sicherer mache und dabei helfe, Unfälle zu vermeiden. (ph/dpa)

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