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Telefónica erneut mit Gewinn

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Telefónica-Deutschland-Zentrale
Die Zentrale von Telefónica Deutschland in München. © Sven Hoppe/dpa

Drei Mobilfunk-Netzbetreiber gibt es in Deutschland, einer davon ist O2. Die Münchner Firma war jahrelang in den roten Zahlen. Doch das ist Vergangenheit, die Gegenwart ist profitabel.

München - Acht Jahre nach der Übernahme von E-Plus stabilisiert Telefónica Deutschland sein Geschäft in der Gewinnzone. Das Münchner Unternehmen mit seiner Marke O2 publizierte am Mittwoch Zahlen zum Jahr 2021, denen zufolge es einen Nettogewinn von 211 Millionen Euro verbuchte.

Das war zwar weniger als ein Jahr zuvor, als der Wert bei 328 Millionen Euro gelegen hatte. Aber das Jahr 2020 konnte nur wegen einer dicken Teilzahlung für den Verkauf der Funkturmsparte mit einem Nettogewinn abgeschlossen werden. Im letzten Quartal 2021 war das Geschäft aber auch ohne Geld aus diesem Verkaufsdeal unter dem Strich profitabel.

Der Arbeitsvertrag von Firmenchef Markus Haas war erst kürzlich um drei weitere Jahre bis Ende 2025 verlängert worden. Der 49-Jährige ist schon lange an Bord: 1998 begann er in der Firma, die damals noch Viag Interkom hieß. 2017 übernahm er den Vorstandsvorsitz. Haas sprach von einem Rekordjahr. „Operativ und finanziell haben wir unser starkes Momentum nutzen können.“ Der Umsatz stieg 2021 den Angaben zufolge um 3,1 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro - so hoch wie nie. Auch das operative Ergebnis zog an.

Erfolgreich vor allem im Mobilfunk

Telefónica verkauft Mobilfunk- und Festnetz-Internet-Verträge, zudem hat das Unternehmen Endgeräte im Sortiment. Besonders im Mobilfunk zog das Geschäft an trotz eines negativen Corona-Effekts. Denn weil viel weniger Menschen als früher in die Ferne reisen, bekommt Telefónica wesentlich weniger Roaming-Einnahmen als vor der Pandemie.

Mit Blick auf die Mobilfunk-Sparte zeigte sich Firmenchef Haas zufrieden. Im vergangenen Jahr seien 1,5 Millionen neue Vertragskunden verzeichnet worden - das sei der stärkste Zuwachs seit 2014. Auch die Nachfrage nach teureren Tarifen zog an - im Schnitt zahlte jeder Kunde etwas mehr Geld an O2.

Telefónica hat schwierige Jahre hinter sich: Nach der Übernahme von E-Plus 2014 steckte das Unternehmen sechs Jahre lang in der Verlustzone. 2020 gelang der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen. Das Unternehmen, das zum spanischen Telefónica-Konzern gehört, hat rund 7400 Beschäftigte in Deutschland. Neben der Münchner Zentrale ist in Düsseldorf ein zweiter großer Firmenstandort.

Telefónica ist einer der drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber; die beiden anderen sind die Deutsche Telekom und Vodafone. Die 4G-Netzabdeckung der Konkurrenten war lange deutlich besser als die von O2, doch nach hohen Investitionen konnten die Münchner den Rückstand weitgehend wettmachen.

5G im Fokus

Inzwischen setzt O2 beim Netzausbau den Fokus auf den Funkstandard 5G. Am Jahresanfang erreichten die 5G-Sender von O2 30 Prozent der deutschen Haushalte, bis Ende 2022 soll dieser Wert bei 50 Prozent liegen. „Beim Thema 5G geben wir weiterhin Vollgas“, sagte Haas. Spätestens Ende 2025 solle „die gesamte Bevölkerung“ erreicht werden.

Die Konkurrenz ist bei der 5G-Abdeckung allerdings weiter. Für Verbraucher spielt 5G bisher keine große Rolle, da für die meisten Mobilanwendungen eine 4G-Verbindung völlig ausreicht. Angesichts eines generell steigenden Datenbedarfs und wegen neuer technischer Möglichkeiten wie „Augmented Reality“-Anwendungen dürfte der Funkstandard zukünftig aber auch für Verbraucher sehr nützlich sein. dpa

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