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Gehaltskluft bei SAP: Frauen haben kaum eine Chance, in Top-Ebenen aufzusteigen

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Von: Nadja Pohr

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Ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin eines Unternehmens unterhalten sich
Bei SAP dominieren Männer weiterhin in den höheren Gehaltsebenen (Symbolbild). © Daniel Ingold/IMAGO

Laut der IG Metall gibt es in höheren Gehaltsebenen bei SAP zwischen Männern und Frauen deutliche Unterschiede. Frauen hätten demnach kaum eine Chance, in Top-Ebenen aufzusteigen.

Walldorf - Eine Befragung der Gewerkschaft IG Metall führt in der Wirtschaft in Baden-Württemberg* zu riesigen Diskussionen. Konkret geht es um das Unternehmen SAP, das zuletzt durch Unzufriedenheit beim Gehalt seiner Mitarbeiter (BW24* berichtete) für Aufsehen sorgte - trotz 80.000 Euro aufwärts.

Laut einer Gehaltsumfrage der IG-Metall-Liste „Pro Mitbestimmung“ sind in den Einkommensgruppen zwei und drei rund zwei Drittel der SAP-Mitarbeiter unzufrieden mit ihrem Einkommen. Jetzt legt die Gewerkschaft mit ihrer Liste noch einmal nach und kritisiert dabei vor allem die ungerechte Behandlung von Frauen im Unternehmen.

Frauen haben bei SAP kaum eine Chance auf große Beförderungen

In ihrer Kritik bezieht sich die IG Metall zum einen auf die Ergebnisse aus ihrer Gehaltsumfrage von Ende 2021 und zum anderen auf interne Daten von SAP. Das Unternehmen mit Sitz in Walldorf in Baden-Württemberg* würde zwar Frauen etwas mehr befördern, als dies bei anderen Unternehmen der Fall sei, allerdings sei das „kein Zeichen dafür, dass SAP die Frauen bevorzugt“. „Diese werden nur in den niedrigeren Karrierebereichen etwas häufiger befördert“, so Betriebsratsmitglied Johannes Reich.

SAP mangele es an der Bereitschaft, Frauen in „entsprechende Karriereaufzüge zu setzen“, wie Betriebsrat Eberhard Schick erklärt. Während die Frauen im Unternehmen die Karrierestufe T3 (bis 100.000 Euro im Jahr) dominieren, sind es auf der nächsthöheren Gehaltsebene T4 (bis 145.000 Euro) bereits die Männer. Dennoch würde es auch bei gleicher Tätigkeit einen Gehaltsunterschied von fünf Prozent geben.

SAP-Betriebsratsvorsitzende widerspricht IG Metall

Der Betriebsrat von SAP weist die Vorwürfe der IG Metall zurück. Nathalie Boulay, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, erläutert, dass SAP im vergangenen Jahr das Gehaltsmanagementsystem mit einem externen Sachverständigen und einem externen Juristen geprüft habe. Das Ergebnis: „Beide konnten keine strukturellen Benachteiligungen erkennen“, so Boulay gegenüber Business Insider.

Die Gehälter der SAP-Mitarbeiter - vom Einsteiger bis zur Führungskraft* - können sich durchaus sehen lassen. Laut einem Sprecher des Unternehmens verfolgt SAP eine „Nulltoleranz-Strategie“ gegen Gehaltslücken bei gleicher Arbeit und Leistung. Daten würden dies belegen und der Gewerkschaft wären die Fakten auch bekannt. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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