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Habeck: „Haben genug Gas eingekauft“ – Versorgungsproblem liegt ganz woanders

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Von: Lisa Mayerhofer

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Wirtschaftsminister Habeck und Bundeskanzler Scholz bemühen sich in Kanada um Flüssiggas. Dabei ist die Beschaffung von Gas laut Habeck gar nicht das Problem - sondern die Infrastruktur.

Berlin – Russland dreht Deutschland den Gashahn seit Monaten immer stärker zu. Im Winter droht deshalb eine handfeste Energiekrise. Die Bundesregierung sucht händeringend nach Alternativen für russisches Gas. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sind auch deshalb gerade nach Kanada gereist – um eine „Energiepartnerschaft für die Zukunft“ zu schließen. Dabei geht es unter anderem um die Lieferung von Flüssiggas (LNG).

Habeck beklagt fehlende alternative Infrastruktur zu russischen Gaspipelines

Im „ZDF-Morgenmagazin“ erklärt Habeck noch einmal die größte Herausforderung bei der deutschen Gasversorgung: „In Deutschland ist das Problem nicht die Verfügbarkeit von LNG – das wird immer wieder berichtet“, erklärte er. Das sei aber nicht der Fall. Das eigentliche Problem sei die fehlende Verfügbarkeit einer alternativen Infrastruktur zu den russischen Gaspipelines.

„Wir bauen jetzt erst einmal Provisorien und dann feste Terminals. Und für diese gibt es Gas“, sagte Habeck. Er habe dazu in der vergangenen Woche die Verträge mit den Unternehmen unterschrieben. „Für die Infrastruktur haben die deutschen Firmen genug Gas auf dem Weltmarkt eingekauft und werden es auch weiter einkaufen“, betonte der Minister.

Habeck: „Die Frage ist: ‚Wie kommt das Gas in unser Land?‘“

Eine Infrastruktur, die Deutschland unabhängig von Russland mache, müsse aber jetzt noch jetzt errichtet werden. „Deswegen ist, anders als bei anderen Ländern, gar nicht die erste Frage: ‚Wo kommt unser Gas her?‘ Die Frage ist: ‚Wie kommt das Gas in unser Land?‘ Und darauf muss die Antwort gegeben werden“, sagte Habeck.

Denn bislang hat Deutschland noch nicht einmal Terminals zur Anlandung von Flüssigerdgas. In Wilhelmshaven und in Brunsbüttel sollen zum Jahreswechsel schwimmende LNG-Terminals in Betrieb gehen, um die Kapazitäten ins Netz zu bringen.

Mit einer jährlichen Regasifizierungs-Kapazität von bis zu 12,5 Milliarden Kubikmetern bieten die Terminals laut Ministerium eine direkte Möglichkeit, Erdgas für den deutschen Markt aus Regionen zu beziehen, die durch Gasleitungen nicht zu erreichen seien. „Die Terminals erhöhen damit die Versorgungssicherheit und tragen zu mehr Unabhängigkeit von leitungsgebundenen Erdgasimporten bei.“ Die Bundesregierung hatte vier LNG-Schiffe gechartert. (lma/dpa)

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