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Luftalarm in der gesamten Ukraine – 15 Explosionen nach russischem Raketenbeschuss

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Von: Lukas Zigo, Moritz Serif, Karolin Schäfer, Tim Vincent Dicke, Nadja Austel, Stefan Krieger, Christian Stör, Jan Oeftger

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Russland greift mit Raketen mehrere ukrainische Großstädte an. Präsident Putin spricht von Vergeltung. Das Entsetzen ist groß. Der News-Ticker am Dienstag, 11. Oktober.

Dieser News-Ticker wird nicht mehr aktualisiert. Die weiteren Neuigkeiten und Entwicklungen im Ukraine-Konflikt finden Sie in unserem neuen Ticker zum Ukraine-Krieg. Vielen Dank für Ihr Interesse.

+++ 08.45 Uhr: In der gesamten Ukraine gibt es offenbar Luftalarm. Das gaben mehrere Notfalldienste laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagmorgen bekannt. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar. Derweil werden neue Details zu Russlands Bombardierungen in der Nacht bekannt: In der Region Saporischschja gab es laut Angaben der stellvertretenden Außenministerin der Ukraine, Emine Dzheppar, 15 Explosionen. Mehrere Wohngebäude und eine medizinische Einrichtung wurden demnach getroffen.

Massive russische Raketenangriffe treffen Kiew: Schwarzer Rauch über der ukrainischen Hauptstadt.
Massive russische Raketenangriffe haben am Montag Kiew getroffen: Schwarzer Rauch über der ukrainischen Hauptstadt. © Yevhen Kotenko/Imago

+++ 08.15 Uhr: Wegen der Eskalation des russischen Krieges gegen die Ukraine rechnet das UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) mit neuen Vertriebenen. Wenn Menschen durch die Zerstörungen keine Bleibe, keine Heizung und Versorgung mehr hätten, werde die Zahl derer steigen, die andernorts Zuflucht suchen, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in Genf. Allerdings sei die Ukraine mit internationaler Unterstützung heute besser vorbereitet als zu Kriegsbeginn im Februar, Landsleute in den vom Krieg weniger betroffenen Landesteilen aufzunehmen. Deswegen könnte eine neue Welle von Flüchtlingen in den Nachbarländern ausbleiben. Laut Grandi seien derzeit sechs bis sieben Millionen Menschen in der Ukraine vertrieben. Rund vier Millionen Menschen hätten in anderen Ländern Schutzstatus beantragt.

+++ 07.15 Uhr: CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter stimmt die Menschen in Deutschland auf einen längeren Ukraine-Krieg ein. „Auch unsere Bevölkerung muss darauf eingestellt werden, dass dieser Krieg womöglich noch zwei Jahre gehen kann und dass er sich ausweitet“, sagte er dem Sender Welt. Auch Parteikollege und Ex-Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht die Zukunft düster. Die Menschen müssten sich angesichts der Energiekrise auf Entbehrungen im Winter einstellen. „Darüber muss man nicht jammern, sondern man muss erkennen: Vieles ist nicht selbstverständlich“, sagte Schäuble dem Sender Bild-TV. Auch sollte man ein paar Kerzen, Streichhölzer und eine Taschenlampe zu Hause haben - für den Fall eines Stromausfalls, riet der CDU-Politiker.

News zum Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj betont Widerstandswillen seines Landes

Update vom Dienstag, 11. Oktober, 06.35 Uhr: Nach den schweren russischen Raketenangriffen auf viele Großstädte der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Widerstandswillen seines Landes betont. „Die Ukraine lässt sich nicht einschüchtern, sie lässt sich nur noch mehr vereinen“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache am Montag in Kiew. Die Siebenergruppe führender westlicher Industriestaaten (G7) will im Laufe des Tages in einer Videokonferenz über die verschärften russischen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine beraten. Putin nannte den Raketenbeschuss, bei dem landesweit 14 Menschen getötet und fast 100 verletzt wurden, eine Reaktion auf angebliche ukrainische Angriffe gegen russisches Gebiet.

+++ 22.35 Uhr: Bei den massiven russischen Raketenangriffen auf viele Großstädte der Ukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums vom Abend landesweit 14 Menschen getötet und 97 verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in seiner abendlichen Videoansprache den Widerstandswillen seines Landes. „Die Besatzer können uns auf dem Schlachtfeld nicht entgegentreten und deshalb greifen sie zu diesem Terror.“ Kiew ließe sich davon „nicht einschüchtern“. Nicht wie sonst üblich wurde das Video in Selenskyjs gut gesicherten Präsidialamt aufgezeichnet, sondern an einer beschädigten Straßenkreuzung nahe der Universität in Kiew. Bei den Angriffen habe es nur zivile Ziele, wie die Hochschule, einen Kinderspielplatz und Museen, gegeben. Militärische Einrichtungen wurden nach eigenen Angaben nicht getroffen.

Außenminister Dmytro Kuleba bestätigte, dass die Ukraine trotz der jüngsten Angriffe die Gegenoffensive fortsetze. „Was auch immer er (Putin) tut, wir werden unser Territorium weiter befreien“, sagte Kuleba gegenüber dem US-Sender CNN. „Das ist der Krieg um die Existenz der Ukraine. Dies ist der Krieg um die Existenz des Völkerrechts und der regelbasierten Ordnung. Also kann er eskalieren, er kann tun, was er will. Aber wir werden weiter kämpfen und wir werden gewinnen“, fügte er hinzu. Die massiven Angriffe versteht der Minister als Putins Racheakt auf die Explosion der Krim-Brücke.

News zum Ukraine-Krieg: Russland verübt „wahllose Bombenangriffe auf Zivilisten“

+++ 21.12 Uhr: Der Kreml hat mit seinen jüngsten Angriffen in der Ukraine für Entsetzen gesorgt. „Das ist ein inakzeptabler Angriff auf Zivilisten und ein Verstoß gegen alle Grundsätze des humanitären Völkerrechts“, sagte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö in Oslo. „Was jetzt in der Ukraine passiert ist, nun, es sind wahllose Bombenangriffe auf Zivilisten, die auch auf die Infrastruktur abzielen, die für Zivilisten am wichtigsten ist“, erklärte Niinistö.

Eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg und ein Ende der russischen Aggressionen werde es nicht geben, befürchtete Støre. „Das ist leider keine unmittelbare Aussicht.“ Dem finnischen Präsidenten zufolge würde es Kreml-Chef Wladimir Putin schwerfallen, eine Niederlage in der Ukraine einzugestehen. „Ich denke, er ist nicht in der Lage, eine Niederlage hinzunehmen“, sagte Niinistö.

Auch US-Präsident Joe Biden verurteilte die Anschläge „aufs Schärfste“. Sie zeigten einmal mehr „die äußerste Brutalität des illegalen Krieges“ von Kremlchef Wladimir Putin gegen das ukrainische Volk, erklärte Biden am Montag. Die US-Regierung werde dem ukrainischen Volk weiterhin beistehen. „Wir fordern Russland erneut auf, diese unprovozierte Aggression sofort zu beenden und seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Präsidenten.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew stoppt Stromexporte

+++ 20.05 Uhr: Angesichts der russischen Raketenangriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine stellt Kiew seine Stromexporte vorerst ein. „Russland verübt weiterhin Energieterror gegen die Ukraine und erhöht auch den Energiedruck auf die Europäische Union“, hieß es in einer Erklärung des ukrainischen Energieministeriums am Montag. „Der ukrainische Strom, den wir exportierten, seit wir Teil des EU-Energiesystems wurden, sowie der Stromexport über separate Leitungen nach Moldawien und Polen halfen Europa, russisches Gas zu ersetzen“, hieß es weiter.

Allerdings würden die jüngsten Angriffe, die unter anderem Umspannwerke trafen, dazu führen, dass ab Dienstag (11. Oktober) kein Strom mehr ins Ausland geliefert wird. Man wolle zunächst das „eigene Energiesystem stabilisieren“. Das dürfte die ohnehin angespannte Energieversorgung in der EU verschärfen. Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde seit Ende Juni erstmals wieder von russischen Raketen getroffen. Die Angriffe gelten als Reaktion des Kremls auf die Explosion der strategisch wichtigen Krim-Brücke.

Ukraine-Krieg: Russland versucht „kritische Infrastruktur anzugreifen“

+++ 18.55 Uhr: In der Ukraine wurden erneut Raketenangriffe gemeldet. In der Stadt Krywyj Rih in der Region Dnipropetrowsk gab es eine weitere Explosion, informierte Oleksandr Wilkul, Leiter der Militärverwaltung bei Telegram. Diese wurden „vermutlich von Shahid-Kamikaze-Drohnen verursacht“, schrieb Wilkul.

Zwei Drohnen seien aber von der ukrainischen Luftverteidigung zerstört worden, sagte Valentyn Reznichenko, Gouverneur der Region. „Sie wurden vom Feind geschickt, um die kritische Infrastruktur der Region anzugreifen“, ergänzte er. Bereits am Morgen traf eine Rakete die Stadt. Durch die Zerstörung einer Energieinfrastrukturanlage gab es weder Strom noch Wasser.

News zum Ukraine-Krieg: Russland droht mit neuen Angriffen

+++ 17.55 Uhr: Die britische Premierministerin Liz Truss sicherte der Ukraine nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew weitere Rückendeckung zu. Truss sehe in den Angriffen „ein Zeichen des ukrainischen Erfolgs und der zunehmenden Verzweiflung“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin, erklärte ein britischer Regierungssprecher am Montag nach einem Telefonat der Premierministerin mit Selenskyj.

Truss habe die Angriffe scharf verurteilt, hieß es weiter. Zudem betonte sie, dass Putins „zerstörerische Rhetorik und sein Verhalten“ nichts an Großbritanniens Entschluss ändern würde, fest an der Seite der Ukraine zu stehen. Darauf zähle man aber auch, twitterte Selenskyj nach dem Telefonat. Das betreffe insbesondere den Schutz des Luftraums, aber auch die weitere „Isolierung von Russland“, schrieb der ukrainische Präsident.

News zum Ukraine-Krieg: Entsetzen nach russischen Attacken

+++ 16.57 Uhr: Der französische Staatschef Emmanuel Macron hat die russischen Angriffe auf Städte in der Ukraine mit deutlichen Worten kritisiert. „Die vorsätzlichen Angriffe Russlands auf dem gesamten Territorium der Ukraine und gegen Zivilisten stellen eine tiefgreifende Veränderung in der Natur dieses Krieges dar“, sagte er Medienberichten zufolge im französischen Château-Gontier. Er werde sich in Paris mit seinen diplomatischen und militärischen Beratern treffen, um eine Bestandsaufnahme der Situation vorzunehmen. Macron hatte am Morgen bereits mit Wolodymyr Selenskyj telefoniert und seine große Besorgnis ausgedrückt.

News zum Ukraine-Krieg: Medwedew droht mit neuen Raketenangriffen

+++ 16.10 Uhr: Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat mit neuen Raketenangriffen auf ukrainische Städte gedroht. „Die erste Episode ist vorbei. Es wird weitere geben“, schrieb Medwedew beim Nachrichtendienst Telegram. Der ukrainische Staat sei in seiner jetzigen Form eine ständige Bedrohung für Russland. Deshalb müsse die politische Führung des Nachbarlands vollständig beseitigt werden, betonte Medwedew. Dies sei seine „persönliche Position“. Russland hatte am Morgen mehr als 80 Raketen auf Kiew und andere Städte in der Ukraine gefeuert. Die Angriffe töteten dem ukrainischen Zivilschutz zufolge mindestens elf Menschen landesweit.

News zum Ukraine-Krieg: Entsetzen nach Raketenagriffen

+++ 15.20 Uhr: Nach den Raketenangriffen auf ukrainische Großstädte hat Außenministerin Annalena Baerbock Kiew rasche Hilfe versprochen. „Wir tun alles, um die ukrainische Luftverteidigung schnell zu verstärken“, schrieb die Grünen-Politikerin auf Twitter. Sie sprach mit Blick auf das russische Raketenfeuer von Menschen in Todesangst im Kiewer Morgenverkehr und einem Einschlagskrater neben einem Spielplatz und sagte: „Es ist niederträchtig und durch nichts zu rechtfertigen, dass Putin Großstädte und Zivilisten mit Raketen beschießt.“ Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hatte zuvor ihre Ankündigung bekräftigt: „In den nächsten Tagen steht das erste von vier hochmodernen Iris-T SLM Luftverteidigungssystemen zum wirksamen Schutz für die Menschen in der Ukraine bereit.“

Unterdessen hat auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die russischen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine verurteilt. Diese seien „entsetzlich“ und „rücksichtslos“, schrieb Stoltenberg nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter. Die Nato werde das tapfere ukrainische Volk weiterhin unterstützen, sich gegen die Aggression des Kremls zu wehren, solange es nötig sei, so Stoltenberg weiter.

News zum Ukraine-Krieg: Russland sieht Ziel erreicht

+++ 14.45 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat die Raketenangriffe auf Kiew und andere Großstädte als Erfolg bezeichnet. „Das Ziel des Schlags wurde erreicht. Alle benannten Ziele wurden getroffen“, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Laut ukrainischen Angaben hat das russische Militär Dutzende Raketen, darunter auch strategische Lenkwaffen vom Typ Kalibr, auf Ziele im ganzen Land abgeschossen. Vor allem Objekte der Energieinfrastruktur seien getroffen worden, hieß es. Doch auch im Zentrum der Hauptstadt schlugen Geschosse ein.

+++ 14.15 Uhr: Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) hat die Attacken auf Kiew und andere ukrainische Städte als Kriegsverbrechen bezeichnet. „Diese Angriffe sind barbarische und feige Angriffe“, sagte er in Brüssel. Sie zeigten nur, dass Russland sich für eine Taktik mit gezielten und wahllosen Bombardierungen der Zivilbevölkerung entschieden habe. „Dies verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht, und diese wahllose Bombardierung von Zivilisten kommen einem Kriegsverbrechen gleich“, sagte er. Die EU werde der Ukraine weiter in allen notwendigen Bereichen zur Seite stehen.

News zum Ukraine-Krieg: Kadyrow beleidigt Selenskyj

+++ 13.30 Uhr: Nach den russischen Raketenangriffen auf die Ukraine hat der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow die Attacken als Vergeltung für die Explosion an der Krim-Brücke verteidigt. „Was hast du Penner-Selenskyj denn gedacht: Du darfst und andere nicht“, schrieb Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal an den ukrainischen Präsidenten gerichtet. Der Führung in Kiew warf Kadyrow die langjährige Bombardierung des Donbass-Gebiets in der Ostukraine vor und erklärte: „So, jetzt bin ich zu 100 Prozent zufrieden mit der Durchführung der militärischen Spezialoperation.“

Kadyrow forderte Selenskyj zur Flucht auf. „Wir haben dich, Selenskyj, gewarnt, dass Russland noch nicht einmal richtig angefangen hat, also hör auf zu jammern wie eine Niete und renn lieber, solange es noch nicht bei dir eingeschlagen hat“, forderte der 46-jährige Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, dem zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Kadyrow gilt als einer der lautstärksten Unterstützer von Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine.

News zum Ukraine-Krieg: Putin droht Kiew mit weiteren Angriffen

+++ 12.55 Uhr: Wladimir Putin hat die Raketenangriffe Moskaus gegen zahlreiche ukrainische Städte als Reaktion auf die „Terroranschläge“ gegen russisches Gebiet bezeichnet. Zugleich drohte der russische Präsident Kiew bei einer Sicherheitsratssitzung mit einer noch härteren „Antwort“, sollten die „ukrainischen Angriffe“ fortgesetzt werden. Putin sagte weiter, dass Moskau als Vergeltung für einen Angriff auf eine wichtige Brücke, die Russland mit der annektierten Halbinsel Krim verbindet, Langstreckenraketen gegen die Energie-, Militär- und Kommunikationsinfrastruktur der Ukraine eingesetzt habe.

+++ 11.40 Uhr: Bei den russischen Raketenangriffen auf Kiew ist Berichten zufolge auch die Visastelle des deutschen Konsulats getroffen worden. Der frühere Vorsitzende der Böll-Stiftung in Kiew wendete sich via Twitter direkt an Kanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock. „Wollen Sie vielleicht ein paar Leopard-Panzer schicken, um die Lage vor Ort zu checken?“, schrieb Sergej Sumlenny.

News zum Ukraine-Krieg: Gemeinsame Einsatztruppe von Belarus und Russland

+++ 11.30 Uhr: Nach Angaben des belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko werden Russland und Belarus gemeinsame Truppen aufstellen. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Belta. „Wir haben beschlossen, einen regionalen Verbund der Russischen Föderation und der Republik Belarus aufzustellen“, sagte Lukaschenko demnach. Beide Länder hätten vor zwei Tagen damit begonnen, ihre Kräfte zusammenzuziehen. Dies geschah offenbar nach der Explosion auf der russischen Brücke zur Krim.

+++ 11.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, bei seinen Raketenangriffen auf Kiew und andere ukrainische Großstädte auf die Zivilbevölkerung und Energieanlagen zu zielen. „Wir haben es mit Terroristen zu tun“, teilte Selenskyj bei Telegram mit. „Sie wollen Panik und Chaos, sie wollen unser Energieversorgungssystem zerstören.“ Dutzende Raketen und iranische Drohnen seien auf Energieanlagen im ganzen Land abgefeuert worden, darunter auch auf Gebiete in der Westukraine, schrieb Selenskyj weiter. Das zweite Ziel seien Menschen. „Sie haben speziell eine solche Uhrzeit und solche Ziele gewählt, um so viel Schaden wie möglich anzurichten.“ Selenskyj rief die Zivilbevölkerung in seinem Land auf, in den Luftschutzräumen zu bleiben und sich an die Sicherheitsregeln zu halten.

News zum Ukraine-Krieg: Kuleba attackiert Putin

+++ 10.30 Uhr: Die Ukraine schwört Rache für die russischen Raketenangriffe auf mehrere Städte. „Der Feind wird für den Schmerz und den Tod bestraft, der über unser Land gebracht wurde! Wir werden unsere Rache bekommen!“, so das ukrainische Verteidigungsministerium in einer Mitteilung.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba bezeichnete den russischen Präsidenten Wladimir Putin unterdessen als „einen Terroristen, dessen Sprache Raketen sind“. Putins einzige Taktik sei Terror gegen friedliche ukrainische Städte, schrieb Kuleba auf Twitter, aber er werde die Ukraine nicht zerstören. Die Raketenangriffe seien auch Putins Antwort auf alle Beschwichtiger, die mit ihm über Frieden reden wollten.

News zum Ukraine-Krieg: Behörden melden fünf Tote und zwölf Verletzte in Kiew

+++ 10.10 Uhr: Bei den russischen Raketenangriffen auf Kiew hat es Behördenangaben nach mindestens fünf Tote und zwölf Verletzte gegeben. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Tod von fünf und die Verletzung von zwölf Kiewern bestätigt“, teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, auf seinem Telegram-Kanal mit. Es sei auch ein Kinderspielplatz getroffen worden.

+++ 09.40 Uhr: Das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Morgen von schweren Explosionen erschüttert worden. Augenzeugen berichteten von drei bis vier Einschlägen. Es war unklar, wie viele Menschen verletzt waren oder starben. Die Menschen sollten unbedingt in Bunkern bleiben, betonte Bürgermeister Witali Klitschko. Das Stadtzentrum solle gemieden werden. „Die Straßen im Zentrum sind gesperrt von Sicherheitskräften, Rettungsdienste sind im Einsatz“, so Klitschko.

„Eine der Raketen ist beim Gruschewski-Denkmal in der Wolodymyr-Straße heruntergekommen. Die Rettungskräfte sind an der Arbeit“, teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, mit. Die Wolodymyr-Straße liegt direkt im Zentrum Kiews. Kiew ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs bereits mehrfach von russischen Raketen getroffen worden. Es war der schwerste Vorfall dieser Art und der erste Angriff auf die Stadt seit Monaten. Auch in anderen Teilen der Ukraine wurden Raketenangriffe gemeldet (s. Update v. 09.10 Uhr).

News zum Ukraine-Krieg: Luftalarm in weiten Teilen der Ukraine

+++ 09.10 Uhr: Russland hat offenbar eine Serie von Raketenangriffen auf mehrere Städte in der Ukraine gestartet. Außer der Hauptstadt Kiew (s. Update v. 08.50 Uhr) sind noch weitere Großstädte betroffen. Das ukrainische Präsidialamt sprach von Angriffen auf „viele“ Städte. „Sie versuchen, uns zu zerstören“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram. In fast allen Landesteilen der Ukraine herrscht derzeit Luftalarm.

„Ein massiver Raketenangriff auf das Gebiet, es gibt Tote und Verletzte“, teilte der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk um die Industriestadt Dnipro, Walentyn Resnitschenko, auf seinem Telegram-Kanal mit. Über Einschläge berichten auch die Behörden von Lwiw, Chmelnyzkyj und Schytomyr. Getroffen wurden Berichten zufolge auch die Städte Nikopol und Marhanez, die dem Atomkraftwerk Saporischschja gegenüber am anderen Ufer des Flusses Dnipro liegen.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew unter Beschuss

+++ 08.50 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Witali Klitschko unter russischem Raketenbeschuss. Es seien Ziele im Zentrum von Kiew getroffen worden, teilte Klitschko bei Telegram mit. Er forderte die Menschen auf, Schutz zu suchen. Zuvor hatte der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, der Ukraine Vergeltung für die Explosionen auf der für Russland strategisch wichtigen Krim-Brücke angedroht.

+++ Update vom Montag, 10. Oktober, 07.53 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew soll es am Morgen zu Explosionen gekommen sein. Das berichtet die Zeitung Kiev Independent. Demnach sei Rauch aus dem Zentrum der Stadt aufgestiegen. Bürgermeister Vitali Klitschko soll auf Telegram mehrere Explosionen in Kiew bestätigt haben, die Rettungskräfte seien bereits im Einsatz.

News zum Ukraine-Krieg: Putin bezeichnet Explosion auf Krim-Brücke als „Terrorakt“ der Ukraine

+++ 19.50 Uhr: Kreml-Chef Wladimir Putin hat den ukrainischen Geheimdienst SBU für die schwere Explosion auf der Krim-Brücke verantwortlich gemacht. „Es gibt keine Zweifel. Das ist ein Terrorakt, der auf die Zerstörung kritischer ziviler Infrastruktur der Russischen Föderation ausgerichtet war“, sagte Putin am Abend.

Ukraine-Krieg: Zahl der Toten in Saporischschja steigt

Erstmeldung vom Sonntag, 9. Oktober: Nach einem russischen Raketenangriff im Zentrum der Stadt Saporischschja am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer ukrainischen Angaben zufolge weiter gestiegen. Mindestens 17 Menschen seien getötet worden, darunter ein Kind, teilte der staatliche ukrainische Notdienst im Onlinedienst Telegram mit. Am Samstag hatten ukrainische Behörden die Zahl der Toten bereits auf 14 korrigiert.

Die von ukrainischen Einheiten kontrollierte Stadt Saporischschja liegt in der gleichnamigen Region, in welcher sich auch das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja befindet. Moskau hatte die Region in der vergangenen Woche annektiert, obwohl sie nicht vollständig unter Kontrolle der russischen Truppen steht. (red mit dpa/AFP)

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